Wegen der Steuertricks multinationaler Konzerne entgehen armen Ländern jedes Jahr Einnahmen von über 100 Milliarden Dollar.

Entwicklungsländer brauchen mehr Steuereinnahmen, um soziale Grunddienste, wie Bildungs- und Gesundheitssysteme zu finanzieren. Das ist unbestritten. Nur der Weg dahin scheint vielen reichen Ländern nicht klar zu sein.

Aktuelles internationales Steuersystem begünstigt Interessen reicher Länder

Zwar wollen die reichen Länder im Rahmen der OECD und der G20 etwas gegen die Steuervermeidung multinational agierender Unternehmen tun. Aber die OECD ist ein exklusiver Club der Industrieländer – die Interessen der Entwicklungsländer fallen so unter den Tisch.

Kein Platz für gleichberechtigte Verhandlungen

Die Mehrzahl der reichen Länder scheint daran auch nichts ändern zu wollen: Ein Zusammenschluss von Staaten aus dem Globalen Süden hatte in Addis Abeba die Schaffung eines zwischenstaatliches Gremiums gefordert, in dem arme und reiche Länder als gleichberechtigte Partner über internationale Steuerfragen verhandeln könnten. Doch für viele reiche Länder, darunter auch Deutschland, war das ein zu weitreichender Schritt – der Vorschlag wurde blockiert.

Wie Steuervermeidung von multinationalen Konzernen in armen Ländern gestoppt und die Einnahmen dort vergrößert werden sollen, bleibt damit weiter offen.