EU-Mitgliedstaaten stimmen für soziale und ökologische Transparenzvorschriften

Börsennotierte Unternehmen aus Europa sollen künftig über Risiken ihrer Tätigkeit für Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie die Umwelt berichten müssen. Darauf einigten sich Ende Februar die zuständigen Vertreter/innen der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel nach zähen Verhandlungen.

Bundesregierung enthält sich

Deutschland stimmte dem ausgehandelten Kompromiss am Ende nicht zu, sondern enthielt sich der Stimme – obwohl der Vorschlag erhebliche Zugeständnisse an die deutsche Position enthält und anstatt 42.000 nur noch 6.000 Unternehmen berichten müssen. Das ist angesichts der weltweit zahlreichen Menschenrechtsverstöße und Umweltschäden durch europäische Unternehmen äußerst bedauerlich.

Auch in der Lieferkette

Trotz einiger Schwachstellen – der Kompromissvorschlag ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung. Zum ersten Mal werden Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, auch über Risiken für Mensch und Umwelt durch ihre Lieferanten zu berichten.

Zum Beispiel werden einige Textilunternehmen nun ihre Risiken für Arbeitnehmer/innen in ihren Zulieferfabriken offenlegen müssen. So können hoffentlich Katastrophen wie der Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesch verhindert werden.

Das Europaparlament und der EU-Ministerrat müssen dem Vorschlag noch formal zustimmen. Danach haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht umsetzen.

Danke!

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich mit uns für die Einhaltung von Arbeitsrechten weltweit stark machen. Wir bleiben an dem Thema dran und setzen uns mit Ihrer Unterstützung weiterhin dafür ein, dass Unternehmen die Interessen von Mensch und Umwelt angemessen berücksichtigen und die dafür notwendigen gesetzlichen Regelungen geschaffen werden.

Weitere Informationen

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