Im Mittelpunkt des Films steht Maamun, der vor dem Krieg in Syrien geflohen ist und nun im riesigen Flüchtlingscamp Zaatari in der jordanischen Wüste lebt. Er betreibt dort einen kleinen Laden, in dem er die Mobiltelefone anderer Flüchtlinge auflädt und repariert. So können sie mit ihren Freunden und Verwandten in Syrien in Verbindung bleiben. Dank seines technischen Geschicks rettet er zudem auf den Handys gespeicherte Fotos und Videoaufnahmen und bringt damit Erinnerungen der Menschen an glücklichere Zeiten wieder zum Vorschein – an ihr früheres Leben, an ihre Heimat, an ihre Verwandten und Freunde. Dieser Trost macht für viele Bewohner den tristen Alltag im Camp erträglicher.

Leben am Nullpunkt

Der Filmtitel “District Zero” beruht auf der Vorstellung, dass aufgrund des Krieges für viele Menschen von Zaatari das Leben quasi stillsteht oder am Nullpunkt angekommen ist. Die Hauptperson Maamun kommt so eng wie kaum ein anderer im Camp mit den Erinnerungen der ebenfalls dort gestrandeten Flüchtlinge in Berührung. Hinter jeder Statistik, hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, dessen Geschichte es zu erzählen gilt, so die Botschaft des Films.
Das  Flüchtlingscamp Zaatari ist, gemessen an der Bewohnerzahl, das zweitgrößte derartige Camp der Welt – nach dem kenianischen Dadaab. Der Krieg in Syrien hat nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks bereits knapp 4 Millionen zur Flucht ins Ausland gezwungen. Geschätzt 7,6 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben.

Trailer jetzt gestartet, Film folgt im September

Oxfam und die Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO) haben den Dokumentarfilm “District Zero” gemeinsam produziert. Die Aufnahmen entstanden im März 2015 im Flüchtlingscamp Zaatari. Der Film selbst soll im Herbst auf internationalen Festivals und in Kinos gezeigt werden. Der Trailer zum Film wurde zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2015 vorab veröffentlicht.

Größte globale Flüchtlingskrise seit 1945

Knapp 60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht – im eigenen Land oder im Ausland. Dies ist die größte Zahl seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Oxfam und ECHO versuchen in dem gemeinsamen Projekt “EU save LIVES – You save Lives”, der Öffentlichkeit die katastrophalen menschlichen Auswirkungen der globalen Flüchtlingskrise zu Bewusstsein zu bringen. Im Fokus stehen dabei Krisen in Syrien, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik.

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