Die sogenannten LuxLeaks-Fälle machen deutlich, wie wichtig Transparenz im Steuersystem ist. Multinationale Konzerne müssen rechtlich dazu verpflichtet werden offenzulegen, wo sie ihre Gewinne erwirtschaften und wo genau sie wieviel Steuern zahlen.

"Blowing the Whistle" - LuxLeaks-Skandal jährt sich zum ersten Mal

Ein Jahr nach den Enthüllungen ist noch nicht viel passiert und ohne verpflichtende Transparenz für Konzerne ist man weiterhin auf die Informationsweitergabe von Whistleblowern wie Antoine Deltour – einem der Hauptinformationsgeber  –  angewiesen, der als Mitarbeiter der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) für multinationale Konzerne Steuerstrategien entwickelte und LuxLeaks erst an die Öffentlichkeit brachte. Er steht nun wegen des Vorwurfs des Geheimnisverrats vor Gericht, ihm droht eine bis zu zehnjährige Haftstrafe. Steuerpraktiken am Rande oder in der Illegalität aufzudecken, damit Konzerne ihre Steuern zahlen, ist eine gefährliche Angelegenheit!

Warum sind Steuern und Steuervermeidung überhaupt für Oxfams Arbeit relevant?

Steuervermeidung ein Ende zu setzen, ist unabdingbar, um den Trend der extremen sozialen Ungleichheit umzukehren: Jedes Jahr entgehen armen Ländern aufgrund von Steuervermeidung 3-stellige Milliardenbeträge. Ein völlig undurchsichtiges und veraltetes internationales  Steuersystem, das multinationale Konzerne ausnutzen, macht dies möglich. Würde das Geld, das aktuell noch in den Kassen multinationaler Konzerne landet, beispielsweise für Bildungs- und Gesundheitssysteme eingesetzt werden, wäre das ein gigantischer Schritt in Richtung der Beendigung von sozialer Ungleichheit.