Wir fordern den Minister auf, das neue Bildungsziel auf „inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen weltweit“ (SDG 4) stärker in den Fokus seiner Politik zu rücken. Dies ist nur dann bis zum Jahr 2030 zu realisieren, wenn ab sofort alle Kräfte gebündelt werden, um die Finanzierungslücke von 39 Milliarden US-Dollar jährlich für Grund- und Sekundarbildung zu schließen. Der derzeitige deutsche Beitrag von 2,4 Prozent der ODA-Quote für Grundbildung ist nicht ausreichend.

Wir fordern den Minister auf:

Bildung in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sowohl programmatisch als auch finanziell zu stärken. Dabei sollte Bildung holistisch gefördert werden, so wie es die BMZ Bildungsstrategie vorsieht. Um Qualität und Chancengerechtigkeit in der Bildung zu gewährleisten, bedarf es besonderer Anstrengungen.

Die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit im Bildungsbereich zu verstärken und zu diesem Zweck die Global Partnership for Education mit mindestens 100 Millionen Euro im Jahr auszustatten. Die derzeitig sieben Millionen Euro im Jahr decken den Bedarf bei Weitem nicht. Die chronische Unterfinanzierung des Fonds‘ und die Stagnation der deutschen Beiträge, an der sich trotz anstehender Aufwüchse des Gesamthaushaltes des BMZs auch für 2016 nichts ändert, kommen angesichts der Erhöhungen aller anderen Sektoren und Fonds einer Kürzung des Bildungsbereichs gleich.

Den bisher vernachlässigten Bereich der Grundbildung von derzeit 2,4 Prozent auf 10 Prozent der ODA-Mittel aufzustocken. Grundbildung legt das Fundament für inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung und sollte dementsprechend stärker in den Fokus gerückt werden.

Sich für den Aufbau und die Stärkung von öffentlichen, inklusiven Bildungssystemen einzusetzen, die besonders marginalisierte Gruppen wie Kinder mit Behinderungen, children at risk und Flüchtlingskinder adressieren.

Die Ausgaben für Bildung in der humanitären Hilfe in Konflikt- und Post-Konfliktsituationen deutlich zu steigern. Innerhalb der unterfinanzierten humanitären Hilfe ist Bildung der am meisten vernachlässigte Sektor, obwohl Bildung nachweislich zur Friedenssicherung beiträgt. Derzeit entfallen lediglich 2 Prozent der humanitären Hilfe auf Bildung.