Die EU darf ihre Grundwerte nicht aufs Spiel setzen und gegen fundamentale rechtliche Verpflichtungen verstoßen. Zwar müssen die EU und die Türkei zusammenarbeiten, doch keinesfalls dürfen sie Flüchtlinge und Migranten zur bloßen Spielmasse in ihren Verhandlungen degradieren. Bereits jetzt tragen Grenzschließungen und Einreisebeschränkungen erheblich dazu bei, die humanitäre Situation zu verschärfen.

Von Griechenland bis Mazedonien und Serbien wurden zehntausende in improvisierte Lager gezwungen, in denen wesentliche Bedürfnisse wie Obdach, Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung nicht gewährleistet sind. Humanitäre Organisationen wie Oxfam haben große Schwierigkeiten, die Menschen dort zu erreichen und adäquat zu versorgen. Berichten zufolge entscheiden Grenzbeamte mitunter auf der Basis zehnminütiger Befragungen über den jeweiligen Flüchtlings- und Schutzstatus.

Grenzschließungen tragen nicht dazu bei, die europäische Flüchtlingskrise zu lösen. Die EU muss sich entscheiden, ob sie Menschen oder Grenzen schützen will. Aus diesem Grund hat Oxfam gemeinsam mit 18 weiteren Hilfsorganisationen einen Brief an die Staats- und Regierungschef/-innen der EU gesendet und folgende Forderungen aufgestellt:

•    Sichere und legale Wege in die EU schaffen
•    Sicherheit auf dem Meer und an den Grenzen herstellen
•    Die Aufnahmebedingungen für alle nach Europa kommenden Menschen adäquat und menschlich gestalten
•    Schutzbedürftige Menschen wie Frauen und allein reisende Kinder in den Fokus rücken
•    Allen Menschen an den EU-Grenzen ein faires Asylverfahren garantieren
•    Die Menschenrechte und die Würde aller in Europa ankommenden Menschen wahren –ungeachtet ihrer Nationalität

Brief der 21 Organisationen an die EU-Regierungschef/-innen