„Zusammen mit meinen vier Söhnen hatte ich acht Angestellte. Die Energieversorgung funktionierte und die Arbeit lief gut. Jetzt habe ich weder Rohstoffe noch Aufträge. Wenn die Situation sich nicht ändert, werde ich mein Geschäft schließen müssen.“

Die Möbelindustrie hat früher 8 Prozent der palästinensischen Exporte ausgemacht, doch seit 2007 ist der Sektor weitgehend zum Erliegen gekommen.

Nun fertige ich Särge anstelle von Türen
Anwar, Möbelproduzent im Gaza-Streifen

„Ich war auf das Tischlern von Türen spezialisiert, doch 2014 wurde der Import von Holz, das ich für den Bau von Türen brauchte, vollständig gestoppt. Das einzige verfügbare Holz sind minderwertige Reste. Nun fertige ich Särge anstelle von Türen und ich habe bis auf meine Söhne keine weiteren Mitarbeiter mehr.“

Israel verhängte 2007 weitreichende Restriktionen für den Import und Export von Gütern und für die Ein- und Ausreise der palästinensischen Bevölkerung. Diese Blockade schwächt die Wirtschaft und die Folgen sind für jeden Einzelnen spürbar. Der Handel mit Holz und weiteren wichtigen Baustoffe kam nahezu zum Erliegen. Diese Baustoffe wurden von der israelischen Regierung auf eine sogenannte „Dual Use“-Liste aufgenommen, die Güter umfasst, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden können.

Diese Einstufung geht aber weit über entsprechende internationale Standards hinaus und hat zur Folge, dass kaum Waren eingeführt können, die für den Wiederaufbau des nach drei Kriegen stark zerstörten Gebietes notwendig sind. So konnten bisher weniger als 10 Prozent der zerstörten Häuser wieder vollständig aufgebaut werden, 75.000 Menschen konnten immer noch nicht in ihre Wohnungen zurück.

Die Grundrechte der Bevölkerung sind außer Kraft gesetzt

Auch die Reisefreiheit zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen ist massiv eingeschränkt, seit Oktober 2014 war der Grenzübergang in Rafah nur 42 Mal geöffnet.

Die israelische Blockadepolitik gibt den Menschen keine Chance, sich aus der Armut zu befreien und trägt auch nicht zur Sicherheit Israels bei. 80 Prozent der Bevölkerung im Gaza-Streifen sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Oxfam fordert, die Blockade umgehend aufzuheben, um den Menschen in Gaza wieder ein Leben in Freiheit, Frieden und Würde zu ermöglichen.

„Ich habe nur noch drei Prozent der Kundschaft im Vergleich zu früher; die Preise für Rohstoffe sind um 380 Prozent gestiegen. Zwanzig Menschen wohnen in meinem Haus, und wir alle leben vom Ertrag dieser Werkstatt. Viele Kunden können ihre Aufträge nicht mehr bezahlen, sodass auch ich oft meine Rechnungen nicht bezahlen kann.“