„Ich ging in den Südsudan, und im Austausch mit den Menschen wurde mir schnell klar, dass alle die Erfahrung eines tiefen Verlustes teilen. Jede und jeder hat eine Geschichte zu erzählen."“
Robert Fogarty

Nach nahezu fünf Jahrzehnten gewalttätiger Auseinandersetzungen wurde der Südsudan am 9. Juli 2011 ein eigenständiger Staat. Die mit der Staatsgründung verbundenen großen Hoffnungen auf Frieden, Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung haben sich bis heute nicht erfüllt, für einen Großteil der Bevölkerung ist die Lebenssituation nur schwer erträglich.

Ende 2013 brach ein Bürgerkrieg aus. Dieser wurde zwar formal durch ein Friedensabkommen im August 2015 beendet, doch das Leben vieler Menschen im Südsudan ist immer noch durch Vertreibung, Hunger und Zukunftsängste geprägt.

Obwohl Tausende im Bürgerkrieg ihr Leben verloren haben und mehr als zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, zeigen die Fotos auch die große Hoffnung vieler Menschen auf den jungen Staat Südsudan, fünf Jahre nach Staatsgründung.

Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit

Eine Frau hält ein Baby auf dem Arm und küsst es auf die Wange. Auf ihrem Arm ist zu lesen Stop violence against children.
„Stop violence against children“ (Akello Loyca)
 
EIn Mann kreuzt seine Arme vor der BRust. Auf den Unterarmen sind die Worte One Nation zu lesen.
„One nation“ (Khalifa Ereneo Gift)

Mit nur wenigen Worten machen die Bilder die Wünsche sichtbar, die die Menschen nicht nur im Südsudan, sondern auf der ganzen Welt vereint: Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.

EIne Frau vor dem Hintergrund von zwei Zelten hält ihre Handfläche in die Kamera. Auf der Handfläche ist zu lesen I want to hope again.
„I want to hope again“ (Martha Korok)

Für einen dauerhaften Frieden im jüngsten Staat der Welt muss die Übergangsregierung der nationalen Einheit das vereinbarte Friedensabkommen umsetzen und dringend benötigte Wirtschaftsreformen durchführen. In diesem Prozess müssen die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger gehört werden.

Eine Frau hält ihre beschreibenen Arme in die Kamera. Dort ist zu lesen Bury our differences, not our people
„Bury our differences, not our people“ (Ludia Mukhtar)

Die internationale Gemeinschaft steht hier in der Verantwortung, darauf zu achten, dass die Zivilgesellschaft sich stärker politisch beteiligen kann.

EIne Frau hält ihre beschreibene Handinnenfläche in die Kamera. Dort ist zu lesen My children will study.
„My children will study“ (Bling Auol) – Bling Auol ist in das Camp Mangaten geflohen, nachdem ihr Mann gestorben ist. Ihre stärkste Erinnerung an ihren Mann ist, dass ihm ihre Ausbildung und die ihrer Kinder sehr wichtig waren. Sie hofft, dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen und sich zu ebenso guten Menschen entwickeln, wie ihr Mann einer war.