Von der Markthelferin zur erfolgreichen Schneiderkarriere

Dass dies möglich ist, zeigen Beispiele wie das der 24-jährigen Clarisse. Schon während des Schulbesuchs auf dem Markt von Wologuèdè begann sie ihre Ausbildung als Schneiderin. Mit dem „Startkapital“ von ASSOVIE, einer Nähmaschine, arbeitet sie seither von zu Hause und spart auf ihren Traum vom eigenen Schneideratelier – in dem sie natürlich auch selbst Lehrlinge ausbilden möchte: „Ich bin sehr froh, dass ASSOVIE mir geholfen hat, dahin zu kommen, wo ich heute bin. Meine Familie war sehr arm, ohne ASSOVIE hätte ich nichts erreicht.“

Mit neuem Selbstvertrauen zum Schulabschluss – und dann ans Staatsballett?

Victoire (rechts)

Raymond Sossou, Tanzausbilder vom beninischen Staatsballett, leitet die Tanz-, Theater- und Musikgruppe, in der er mit den benachteiligten Mädchen Stücke probt und gemeinsam aufführt. Dies erfüllt die Mädchen mit großem Stolz und gibt ihnen ein Selbstvertrauen, das sie bisher nicht kannten. Die Darbietungen führen das Publikum stets auch an sensible Themen wie Kinderrechte und das Recht auf Bildung für alle heran.

Zwei Mädchen in seiner Gruppe hält Monsieur Sossou für so begabt, dass sie die Aufnahmeprüfung beim Staatsballett bestehen könnten. Unter ihnen ist auch die 16-jährige Victoire. Als sie in die Alphabetisierungsklasse auf dem Markt von Létongbè kam, war sie sehr schüchtern und traute sich im Unterricht kaum, sich zu Wort zu melden. Heute ist sie kaum wiederzuerkennen: Eine selbstbewusste junge Frau, die als Vortänzerin und Leadvocalist brilliert und als souveräne Schauspielerin selbst in Männerrollen überzeugt: „Ich bin sehr glücklich über ASSOVIE. Ich habe viel für mein Leben gewonnen!“

"Ich wollte schon immer Friseurin werden"

Marie

Die Schulabsolventinnen werden an Ausbildungsbetriebe wie den Friseursalon von Eloise Hounton vermittelt. Madame Hounton arbeitet schon seit drei Jahren mit ASSOVIE zusammen und schätzt den kontinuierlichen, beratenden Kontakt sehr. Eine ihrer beiden auszubildenden Mädchen ist Marie: Die Halbwaise verkaufte auf dem Markt von Vèdokò Kleinartikel für die Cousine, bei der sie lebt, und hatte keine formelle Schulbildung – bis sie die dortige Marktschule von ASSOVIE besuchen konnte. Inzwischen lernt sie das Friseurhandwerk von Madame Hounton mit Hingabe: „Ich wollte schon immer Friseurin werden, weil ich alles an diesem Beruf mag. Meinen Abschluss machen und meinen eigenen Friseurladen eröffnen - das ist mein Ziel!“

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