Rathnamali Kariyawasam war immer stolz darauf, dass sie ihre Familie selbst ernähren konnte. Die dreifache Mutter stammt aus dem Dorf Panama in Sri Lanka, hier bewirtschaftete sie ein kleines Stück Land mit Mais, Erdnüssen und Kokosnüssen. Ihr Ehemann fischte in der nahegelegenen Lagune, mit den Erträgen kam die Familie gut über die Runden. Bis ihnen vor sechs Jahren jäh die Lebensgrundlage entzogen wurde.

Ein ausgetretener Pfad führte zu den 10 000 qm fruchtbaren Landes, das Rathnamali Kariyawasams Familie bewirtschaftete. Das Land ist Teil einer größeren Fläche, die seit Jahrzehnten der Dorfgemeinschaft Panamas gehört. „Doch nach dem Krieg kam eines Tages die Marine und nahm es uns weg“, erzählt Rathnamali Kariyawasam.

Hinweisschild "Unerlaubtes Betreten des Grundstücks verboten"
"Unerlaubtes Betreten des Grundstücks verboten"

Die Marine wollte die Fläche für Militärcamps und ein Hotel nutzen, Rathnamali und ihre Kinder sind nur eine von 350 Familien, die gewaltsam von ihrem Land vertrieben wurden.

Provosorische Unterkunftunft
Provisorische Unterkunft

Anfangs wurde den vertriebenen Familien Ersatzland in Aussicht gestellt, doch das stellte sich als leeres Versprechen heraus. Deshalb beschlossen die Dorfbewohner zu protestieren. Obwohl sie friedlich demonstrierten, wurde ihr Protest mit Einschüchterungsversuchen und Gewalt beantwortet.

Die Drohungen haben den Willen der Dorfbewohner, ihr Land wiederzubekommen, nicht gebrochen. „Wir erkannten aber, dass wir nicht alleine weitermachen konnten“, erinnert sich Rathnamali. Nach Jahren des Protests mit gemeinschaftlicher Unterstützung durch Oxfam und PARL (People's Alliance for the Right to Land) entschied die neue Regierung 2015 endlich, dass das Land an die ehemaligen Bewohner zurückgegeben werden muss. Doch bis zum heutigen Tag ist nichts geschehen.

Rathnamali Kariyawasam spricht bei einem Treffen mit der Dorfgemeinschaft
Rathnamali Kariyawasam spricht bei einem Treffen mit der Dorfgemeinschaft

Rathnamalis Familie hat mittlerweile Ersatz-Land gepachtet, doch das reicht bei weitem nicht aus: „Wir müssen zusätzlich viel Geld für Lebensmittel ausgeben“, klagt sie. Dieses Geld fehlt an anderer Stelle, zum Beispiel bei der Ausbildung ihrer älteren Kinder. Trotzdem lässt sich Rahtnamali nicht unterkriegen: „Wir müssen weitermachen und diesen Kampf gewinnen, es geht hier nicht nur um uns, sondern auch um die Zukunft unserer Kinder!“

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