Aufgrund der Ankündigung der irakischen Regierung, Mitte Oktober militärisch in Richtung Mossul vorzurücken, ist für die kommenden Tage eine starke Zunahme der Kämpfe zu erwarten. Oxfam fordert alle Kriegsparteien auf, sichere Fluchtwege zu schaffen, auf denen die Menschen Zuflucht und Hilfe erlangen können. „In bebauten und bewohnten Gebieten müssen alle bewaffneten Kräfte auf den Einsatz schwerer Waffen verzichten und ihr Möglichstes tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen.“ so Andres Gonzales, Oxfams Landesdirektor im Irak.

Die Menschen in Mossul haben schon genug gelitten.
Andres Gonzales, Oxfams Landesdirektor im Irak

Seit März 2016 sind mindestens 150.000 Menschen aus Angst vor Militäroperationen auf der Flucht. Im Laufe des Angriffs auf Mossul könne die Zahl der Flüchtlinge auf über eine Million steigen, warnt Gonzales. „Tausende bereits von Gewalt traumatisierte und unter Nahrungsmittelknappheit leidende Familien werden voraussichtlich wochenlang im Freien oder in völlig überfüllten Camps aushalten müssen. Wer mit nichts als den Kleidern auf dem Leib geflohen ist, kann dem harten irakischen Winter nicht ohne Hilfe trotzen“, so Gonzales weiter.

Zwar hat die irakische Regierung Standorte für 13 Notaufnahmelager ausgewiesen, ihr Ausbau und ihre Einrichtung haben allerdings bisher kaum begonnen. In den vergangenen Tagen haben Kämpfe in Hawija Familien zur Flucht in verschiedene Gebiete gezwungen, darunter ins Flüchtlingscamp Dibaga, wo Oxfam Trinkwasser bereitstellt.

Oxfam ist seit 2014 in 50 Dörfern und Städten in den Gouvernements Diyala und Kirkuk vertreten. In Lagern und Aufnahmegemeinden versorgt Oxfam Menschen unter anderem mit Trinkwasser. Oxfam baut zudem seine bestehende humanitäre Hilfe im sogenannten Mossul-Korridor massiv auf, um die Geflüchteten mit sauberem Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen, Decken und anderen lebensnotwendigen Gütern zu versorgen. Im Irak sind mehr als zehn Millionen Menschen – die Hälfte davon Kinder – auf humanitäre Versorgung angewiesen, 3,4 Millionen von ihnen sind Flüchtlinge. Der UN-Aufruf zu humanitärer Hilfe für Mossul ist bisher nur zu 48 Prozent finanziert.

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