Wo steht Deutschland beim Menschenrechtsschutz in der globalen Wirtschaft?

Textilfabriken stürzen ein, weil Sicherheitsstandards nicht gewahrt werden. Indigene Völker werden entschädigungslos von ihrem Land vertrieben, damit ausländische Investoren Profit machen können. Und Minenarbeiter werden erschossen, weil sie für einen Lohn oberhalb der Armutsgrenze kämpfen.

Unter welchen Bedingungen unsere Konsumgüter produziert werden, lässt sich kaum noch ignorieren. In Unternehmen und Politik wird vermehrt über Lieferkettenverantwortung diskutiert, ein Umsteuern ist jedoch bislang nicht in Sicht. Während die Rechte von Investoren ausgebaut und mit Schiedsgerichten abgesichert werden, zeigen die Regierungen bislang wenig Bereitschaft, sich auf verbindliche Regeln zum Schutz von Menschen und Umwelt zu einigen. Die Umsetzung der 2011 bei den Vereinten Nationen einstimmig angenommenen UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte beschränkt sich weitestgehend auf Empfehlungen an die Unternehmen. Auch Deutschland verabschiedet dieses Jahr einen Aktionsplan und zeigt keinen Mut, Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen. Gleichzeitig boykottiert es die aktuellen Versuche, bei den Vereinten Nationen einen verbindlichen globalen Rahmen zu schaffen.

Zehn Jahre nach Gründung des CorA-Netzwerks für Unternehmensverantwortung und fünf Jahre nach der Annahme der UN-Leitprinzipien möchten wir gemeinsam mit UN-ExpertInnen, PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen, nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften Bilanz ziehen:

  • Wie werden die UN-Leitprinzipien auf nationaler Ebene umgesetzt und wie ist der deutsche Aktionsplan zu bewerten?
  • Welche regulativen Ansätze gibt es in anderen Ländern?

  • Wie steht es um die Initiative bei den Vereinten Nationen für verbindliche internationale Vorgaben im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte?

  • Wo steht Deutschland in diesen Debatten kurz vor Beginn seiner G20-Präsidentschaft, bei der diese Themen ebenfalls im Fokus stehen?

  • Und wie positionieren sich die einzelnen Parteien in Hinblick auf die Bundestagswahl 2017?

Diskutieren und feiern Sie mit uns!

Am Abend möchten wir gemeinsam das zehnjährige Jubiläum des CorA-Netzwerks mit Buffet und Musik feiern. Anmeldung bitte unter cora1@cora-netz.de.

Datum: 10. November 2016, 11:00 bis 19:15 mit anschließendem Buffet und Konzert
Ort: ver.di-Bundesverwaltung Berlin, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Die CorA-Tagung findet statt in Kooperation mit:

Kooperationspartner des CorA-Netzwerkes

Das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung

Im CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung (”Corporate Accountability”) haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen zum Thema „verbindliche Unternehmensverantwortung“ zusammengeschlossen. Gemeinsam setzen wir uns für verbindliche Regeln ein, die Unternehmen für die Auswirkungen ihres Handelns auf Mensch und Umwelt zur Rechenschaft ziehen und sie zur Einhaltung der Menschenrechte sowie internationaler Sozial- und Umweltstandards verpflichten.

Zur Website