Eigentlich ging es in Marrakesch vor allem um die nächsten Umsetzungsschritte des Pariser Klimaschutzabkommens, das wenige Tage vor den Verhandlungen völkerrechtlich in Kraft trat. Revolutionäre Ergebnisse gab es nicht, aber die Verhandlungen kamen einigermaßen voran. Viel wichtiger ist die zentrale Botschaft aus Marrakesch: Die Staatengemeinschaft steht hinter dem Pariser Klimaschutzabkommen, auch wenn seine Umsetzung nun mühselige Detailarbeit ist und die Ausarbeitung des Regelwerks für das Abkommen noch bis 2018 dauern soll.

Mutig und entschlossen: Besonders bedrohte Länder

Im Pariser Klimaschutzabkommen haben die Staaten das Ziel verbindlich festgelegt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C bzw. auf maximal 1,5 °C zu begrenzen. Doch die Klimaschutzziele der einzelnen Länder machen einen Anstieg um rund 3 °C wahrscheinlich, mit fatalen Folgen.

Über kurzfristige Maßnahmen zum Klimaschutz bis 2020 (der außerhalb des Pariser Abkommens verhandelt wird, denn das Abkommen gilt für die Zeit ab 2020) wurde wenigstens gesprochen, wenn auch nicht mit der Absicht, die bestehenden Ziele anzuheben. Für die Zeit ab 2020 müssen alle Länder alle fünf Jahre neue Klimaschutzziele unter dem Abkommen einreichen. Deren erste Runde stand überhaupt nicht auf der Agenda – obwohl bekannt ist, dass die Klimaschutzziele dringend nachgeschärft werden müssen. Denn andernfalls werden schon in wenigen Jahren solche Mengen an Treibhausgasen in der Luft sein, dass die Temperatur-Obergrenzen nicht mehr eingehalten werden können.

Ein ermutigendes Signal kam noch am letzten Tag der Konferenz: 47 vom Klimawandel besonders bedrohte Entwicklungsländer haben sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2050 vollständig auf erneuerbare Energiequellen umzusatteln. Diese Entschlossenheit ist beachtlich, denn obwohl diese Länder schwer mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben, übernehmen sie mit ihrer Vision jetzt eine Vorreiterrolle, zu der die meisten Industrieländer nicht bereit sind.

Klima-Hilfen reicher Länder ungenügend

Eher enttäuschend endeten die Verhandlungen zur finanziellen Unterstützung für die armen Länder zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen. Zwei Wochen wurde darüber letztlich ergebnislos verhandelt, trotz einiger Finanzzusagen (darunter Deutschland) für den Adaptation Fund, der kleinere Projekte zur Anpassung in Entwicklungsländern unterstützt. Dabei ist unübersehbar, dass die geplanten Klima-Hilfen keinesfalls ausreichen werden. Die Unterstützung ist dringend nötig – etwa für den Umstieg auf trockenresistente Getreidesorten oder zum Schutz gegen zunehmende Unwetterkatastrophen.