Eine gute Ernte: Geschichten aus unserer Arbeit

Benoîte Odibamon kann nach erfolgreicher Ausbildung als Schneiderin in die Selbstständigkeit starten.
Benoîte Odibamon (links) kann nach erfolgreicher Ausbildung als Schneiderin in die Selbstständigkeit starten.

Die große Unterstützung unserer Spender/innen zeigt Wirkung: 2016 konnten die Projekte von Oxfam Deutschland viele Menschen im globalen Süden darin unterstützen, sich Perspektiven aufzubauen.

Benin: Von der Marktschule zur selbstständigen Schneiderin

In Benin leben geschätzte 100.000 Vidomègon – Kinder, die ihr Leben unter Vormundschaft in fremden Familien verbringen. In der Hoffnung auf Bildungschancen werden sie vom Land in die Städte geschickt, müssen sich aber zumeist ihren Lebensunterhalt hart erarbeiten und sind faktisch rechtlos. Ihrer Hoffnung auf Bildung bleibt in der Regel unerfüllt.

Unsere Partnerorganisation ASSOVIE setzt sich seit 2001 für die Einhaltung von Frauen- und Kinderrechten sowie die Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern durch aktive Bildungsarbeit ein. Seit 2009 arbeitet ASSOVIE mit Oxfam Deutschland zusammen, um Vidomègon, meist Mädchen, die auf den städtischen Märkten arbeiten, die Möglichkeit einer selbstbestimmten Zukunft durch Schulbildung und Ausbildung zu geben.

Ein Gesicht des Erfolgs in 2016 ist Benoîte Odibamon (im oberen Bild links): Eine fleißige Schülerin und begabte Tänzerin, die von ihrem Tanzlehrer Monsieur Sossou schon als für das Staatsballett von Benin tauglich befunden wurde. In diesem Jahr zählte sie zu den 16 Mädchen, denen feierlich ihr Ausbildungsdiplom überreicht wurde. Benoîte hat damit ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und startet als Schneiderin in die Selbstständigkeit. Für den erfolgreichen Berufseinstieg erhielt sie von ASSOVIE ein „Berufsstarter-Kit“ mit einer Nähmaschine sowie Arbeitshilfen wie Bügeleisen und Spiegel. Noch betreibt Benoîte ihre kleine Schneiderstube im Vorzimmer der engen Behausung, die sie sich mit ihrem Bruder teilt. Doch sie konnte sich bereits in kurzer Zeit einen festen Kundenstamm erarbeiten, der ihr regelmäßige Aufträge verschafft, und spart fleißig für ein eigenes, größeres Schneideratelier. Im Geiste sieht sie das Schild schon über dem Eingang prangen:  „Benoîte Couture“.

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Burundi: Spargruppen und Erosionsschutz als Investition in die Zukunft

EIn burundischer Bauer auf seinem Feld

Kleinbäuerinnen und -bauern in Burundi stehen vor zahlreichen Herausforderungen: Die kultivierbaren Flächen an den steilen Hügelhängen sind klein und nicht sehr fruchtbar, Pflanzenkrankheiten zerstören Ernten, zudem schwächen schwierige Transportbedingungen und mangelnde Vernetzung die Vermarktungschancen der kleinbäuerlichen Produzent/innen.

Mit seinen Partnerorganisationen ADISCO und OAP unterstützt Oxfam Kleinbäuerinnen und –bauern in Burundi dabei, die Wertschöpfung ihrer landwirtschaftlichen Produktion zu steigern und mit Nutzviehhaltung, Obst- und Gartenbau zu diversifizieren. So werden verlässliche alternative Einkommensquellen geschaffen und eine ausgewogene Ernährung ermöglicht. Auch Schulungen zur Gründung von Spargruppen, Kooperativen und kleinen Unternehmen unterstützen die Teilnehmer/innen bei der Schaffung von stabilen erhöhten Einkommen.

Dabei verfolgen und vermitteln die Projekte einen integrierten landwirtschaftlichen Ansatz. Ein vom OAP-Projekt geförderter Kleinbauer, dessen Feld wie viele in der Region an einem steilen Hügel liegt, hat Erosionsschutzgräben angelegt. So kann er sein Feld langfristig vor Bodenerosion schützen. Durch das Projekt erhielt er eine Kuh, durch die er das Feld düngen kann. Der Boden konnte dadurch deutlich verbessert werden, demonstriert er beim Feldbesuch: Die Erde ist sichtbar fruchtbarer als zuvor, und seine bevorstehende Maniok-Ernte sieht schon sehr vielversprechend aus. Auch seine Nachbarn sind inzwischen überzeugt: Erosionsschutz zahlt sich aus!

Wie gut das Konzept der Spargruppen aufgeht, zeigt ein Teilnehmer, der in einer schweren Phase seines Lebens einem freiwilligen Animateur von ADISCO begegnete. Dieser berichtete ihm von den lokalen Spargruppen, zu denen sich Kleinbauern und -bäuerinnen zusammenschießen können, um gemeinsam zu investieren, und zeigte ihm auf, wie gemeinsame Anstrengung Früchte tragen kann. Also investierte der Kleinbauer gemeinsam mit seiner Frau in die Spargruppe – und erhielt schon bald seine ersten Erträge daraus, von denen er sich ein kleines Häuschen außerhalb des Dorfes bauen konnte. Inzwischen ist er auf seinem eigenen Motorrad unterwegs und kann sein altes Fahrrad vermieten. Sein nächstes Ziel steht schon fest: Ein größeres Haus im Dorf kaufen, und viele andere von den Möglichkeiten überzeugen, die lokale Spargruppen bieten.

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Burundi: Vom ehemaligen Kämpfer zum eigenen Friseursalon

Ex-Kombattant arbeitet nun als Friseur

Nach dem Ende des zwölfjährigen Bürgerkrieges in Burundi stehen viele ehemalige Kämpfer (Ex-Kombattanten) ohne Perspektiven da. Arbeitslos, auf sich allein gestellt und oft gesellschaftlich ausgegrenzt, verfügen sie weder über eine ausreichende Schulbildung noch über ein tragfähiges soziales Netz. Angesichts der aktuell anhaltenden politischen Krise in Burundi um die dritte Amtszeit des Präsidenten Pierre Nkurunziza besteht ein hohes Risiko, dass Ex-Kombattanten erneut rekrutiert werden und zur weiteren Eskalation des Konflikts beitragen.

Mit seiner Partnerorganisation OAP leistet Oxfam hier einen wichtigen Beitrag, die zumeist jungen ehemaligen Kämpfer auf ihrem Weg zurück in das zivile Leben zu begleiten, durch Alphabetisierungskurse und handwerkliche Ausbildung berufliche Perspektiven zu schaffen und mit Friedenskomitees und Veranstaltungen die gesellschaftliche Versöhnung zu fördern. So sinkt auch die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Rekrutierung der ehemaligen Kämpfer erheblich.

Gerade weil die Reintegrationsarbeit nicht immer leicht ist, beeindrucken die Erfolgsgeschichten des letzten Jahres umso mehr: Etwa die eines jungen Ex-Kämpfers, der nach der Berufsausbildung durch das Projekt 2016 einen eigenen Friseursalon in seinem Dorf eröffnet hat, und zugleich als Mitglied in eine lokale Spargruppe aufgenommen wurde. Durch die Mitgliedschaft konnte er genug Geld ansparen, um sich ein Solarpanel zu kaufen – und versorgt damit seither seinen Salon mit Strom. Inzwischen floriert sein Geschäft und gibt ein gutes Beispiel für gelungene Reintegration ehemaliger Kämpfer als akzeptierte Mitglieder der Gesellschaft.

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DR Kongo: Neue Saatgutbank und Bananenpflanzungen ermöglichen ausgewogene Ernährung

Eine Frau bei der Feldarbeit auf dem Hochplateau von Minembwe

Auf dem Hochplateau von Minembwe im Osten der DR Kongo lebt die Bevölkerung überwiegend von Viehzucht und Ackerbau für den Eigenbedarf. Doch trotz harter Arbeit steht vielen Familien nur eine Mahlzeit pro Tag zur Verfügung. Oxfam und seine Partnerorganisation UGEAFI unterstützen die Familien darin, sich durch die lokale Erzeugung von verbessertem Saatgut ein ausgewogenes Nahrungsangebot aufzubauen.

Die eigens dafür errichtete Saatgutbank konnte dieses Jahr in Betrieb genommen werden – und hat bereits mehr als 10 Tonnen Saatgut für Mais und Bohnen, zwei Hauptnahrungsmittel in der Region, an über 1.000 lokale Familien vergeben, die beim Anbau auf ihren Feldern von landwirtschaftlichen Fachkräften begleitet werden. So sichern die Familien ihre Ernährung und können Überschüsse auf den lokalen Märkten verkaufen.

Auch die systematische Anpflanzung von Dessert- und Kochbananen über 2 Hektar, die Oxfam und UGEAFI unterstützen, zeitigt dieses Jahr bereits Erfolge: Die Bananenstauden werden demnächst Früchte tragen, und der karge Speiseplan auf dem Hochplateau ist auf dem besten Wege, nachhaltig mit Vitaminen bereichert zu werden, um den Menschen eine gesunde Ernährung zu ermöglichen.

Zugleich werden auf 14 Hektar Demonstrationsfelder für Mais und Bohnen angelegt, um das Wissen um den Anbau und die Saatguterzeugung weiter zu verbreiten. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Aktivitäten zur Verbesserung des Futtermittelangebots für die Viehzucht, Alphabetisierungskurse für Frauen sowie weitere Schulungen, Trainings, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit.

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Mali: Immer mehr Dörfer stellen sich gegen weibliche Genitalverstümmelung

Oxfams lokale Partnerorganisation klärt über die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung auf

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist in den meisten Regionen Malis immer noch an der Tagesordnung. In den stark traditionellen Dörfern der ländlichen Gemeinde Nyamina, im Westen Malis, leistet unsere lokale Partnerorganisation APSEF seit 2011 Überzeugungsarbeit gegen diese tief verwurzelte Tradition und klärt über die gravierenden Konsequenzen für die betroffenen Frauen und Mädchen auf. Schon seit den 1990er Jahren setzt sich APSEF in der Region für Frauen- und Kinderrechte ein.

Nun zeigen fünf Jahre erfolgreicher Sensibilisierungsarbeit mehr und mehr ihre Wirkungen: Mit Sirakorobougou hat im März 2016 das zweite Dorf der Gemeinde Nyamina gemeinschaftlich beschlossen, keine weibliche Beschneidung mehr zuzulassen und dies mit einem öffentlichen Festakt bekräftigt. Sechs weitere Dörfer der Gemeinde Nyamina haben seit drei Jahren keine Beschneidung an Mädchen mehr durchgeführt, sind aber noch nicht ganz so weit, dies als offizielle Absage an die traditionelle Praxis öffentlich zu machen. Hata Koita, Bewohnerin des Dorfes Torokorobougou, berichtet: „Seit drei Jahren wurde die Beschneiderin nicht mehr in unser Dorf gebeten, wir reden noch nicht einmal mehr davon. Früher schickte der Dorfchef jedes Jahr mit den Familienoberhäuptern nach der Beschneiderin. Meist waren dann jeweils 60 Mädchen oder mehr betroffen. Dass der Dorfchef jetzt nichts mehr in dieser Richtung unternimmt, ist ein klares Zeichen an uns alle.“

Und auch die Überzeugungsarbeit gegen Frühverehelichung zeitigt Erfolge: Dieses Jahr wurden im Einvernehmen mit allen Beteiligten 77 arrangierte Heiratsversprechen rückgängig gemacht, da die Mädchen noch nicht 18 Jahre alt waren. Zudem haben sich ganze 9 der 10 Hochzeitspaare des Jahres 2016 entschieden, ihre Eheschließung auf dem Bürgermeisteramt beglaubigen zu lassen (mariage civil). Das bietet den Frauen mehr Schutz und Rechte im Falle einer Scheidung oder des Todes des Ehemanns.

Und noch eine erfolgreiche Premiere hielt das Jahr bereit: Zum ersten Mal wurden zwei Mädchen aus Nyamina auf einem Gymnasium angemeldet. „Unser Dorf verdankt seine Entwicklung den Schulungen, die wir von APSEF bekommen haben“, berichtet ein Vertreter des Ältestenrates aus Sirakorobougou. „Heute gehen alle unsere Kinder in die Schule. Früher wurden Mädchen schon mit 13 Jahren verheiratet. All das gehört der Vergangenheit an.“

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Mali: Mit Gartenbau und Bewässerung sichern Frauen die nachhaltige Ernährung ihrer Familien

Gruppenbild Bäuerinnen aus Mali

Sogar im verhältnismäßig fruchtbaren Landkreis Kita im Südwesten Malis reichen die Ernten nicht mehr aus, um die Menschen ganzjährig zu ernähren. Steigender Bevölkerungsdruck und ausbleibender Regen haben zu einer Verarmung der Menschen und verknappten Naturressourcen geführt. Gemeinsam mit der Partnerorganisation STOP SAHEL unterstützt Oxfam die ländliche Bevölkerung bei der nachhaltigen Verbesserung ihrer Ernährungssituation und dem Zugang zu alternativen Einkommensmöglichkeiten.

Dabei begegnet das Projekt den komplexen Ursachen des Nahrungsmittelmangels mit einem vielschichtigen Ansatz: Durch die Förderung von Gartenbau, Fischzucht, Kleintierhaltung und Reisanbau hilft das Projekt den Kleinbauern und -bäuerinnen, ihren Anbau zu diversifizieren: So betrieben etwa im vergangenen Jahr Frauengruppen in 5 Dörfern auf je 1 Hektar Gartenbau. Dadurch konnten sie nicht nur die Erträge für ihre Eigenversorgung steigern, sondern erwirtschafteten darüber hinaus auch einen Erlös von insgesamt 11.154 EUR. Dank der drei neu errichteten Wasserrückhaltebecken konnten 2016 zudem 159 Kleinbauern und –bäuerinnen, darunter 146 Frauen, in den angrenzenden Überflutungszonen auf 16,8 Hektar Reis anbauen.

2016 hat gezeigt: Die Arbeit von STOP SAHEL und Oxfam konnte viele Menschen im Südwesten Malis dabei unterstützen, sich durch diversifizierten Anbau ein gesichertes Einkommen zu erarbeiten. Das stabilisiert die Ernährungssituation in der Region und gibt vielen Menschen Zuversicht, ihre Familien vom eigenen Grund und Boden ernähren zu können, statt zur gefährlichen Arbeit in die umliegenden Goldminen abwandern zu müssen.

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Pakistan: HomeNet-Kampagne erreicht Gesetz zum Schutz von Heimarbeiter/innen in der Provinz Sindh

Zwei pakistanische Frauen sitzen über einen Stickrahmen gebeugt und sticken

Ein Grund zu feiern für die HomeNet-Kampagne in Pakistan: Am 11. November wurde in der Provinz Sindh ein Gesetz zum Schutz von Heimarbeiter/innen verabschiedet. Es sichert den meist weiblichen Heimarbeiter/innen und Hausangestellten in der Provinz das Recht auf gerechte Löhne, bezahlten Urlaub, soziale Absicherung sowie Schutz vor Kinderarbeit und Gewalt am Arbeitsplatz zu.

Schon seit 2005 setzt sich unser Projektpartner HomeNet Pakistan für die Rechte der oftmals unsichtbaren Heimarbeiter/innen ein und unterstützt die gewerkschaftliche Organisation von Hausangestellten. Diese Gruppen von Heimarbeiter/innen machen einen großen Teil des informellen Arbeitsmarktes in Pakistan aus.

HomeNet Pakistan gibt ihnen als Dachverband der Heimarbeiter/innen-Organisationen eine Stimme und treibt den Erlass von nationalen und Provinz-Gesetzen zu ihrer rechtlichen Anerkennung als Arbeiter/innen voran. Der unermüdliche Einsatz auf allen politischen Ebenen trägt Früchte: In der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab wurde bereits 2012 ein Heimarbeiter/innen-Gesetz verabschiedet und im März 2013 von der Regionalregierung in konkreten Ausführungsbestimmungen umgesetzt.

Nun kommt mit Sindh die zweite der vier Provinzen Pakistans hinzu, und auch auf nationaler Ebene liegt dem Ministerium für Menschenrechte ein entsprechender Gesetzentwurf für Heimarbeiter/innen vor. Die Arbeit von HomeNet Pakistan könnte damit bald 12 Millionen Heimarbeiter/innen erreichen und landesweit Denkmuster und Politiken hinterfragen, die Frauen in Pakistan systematisch daran hindern, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Lebenssituation eigenständig zu verbessern.

Die Geschäftsführerin Ume Laila Azhar trug zu den Arbeitserfolgen von HomeNet Pakistan maßgeblich bei. Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März 2016 wurde sie dafür vom Oxfam-Verbund mit dem Women’s Economic Empowerment Leadership Award ausgezeichnet.

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Südafrika: Ein Buch über die Erfahrungen von Schülerinnen mit Gewalt, Sex und HIV/Aids sensibilisiert für die Frauen- und Kinderrechte

Dr. Zubeda Dangor, Geschäftsführerin von Nisaa, spricht bei der Vorstellung des Buches „We are those girls“
Dr. Zubeda Dangor, Geschäftsführerin von Nisaa, spricht bei der Vorstellung des Buches „We are those girls“

Südafrika gilt als das Land mit der höchsten Vergewaltigungsrate weltweit, mehr als ein Viertel aller Männer hat laut einer Studie des Medizinischen Forschungsrates (MRC) schon mindestens einmal eine Frau vergewaltigt. Oxfams Partnerorganisation Nisaa setzt sich auch deshalb seit Jahren für die Stärkung von Frauenrechten ein. In Präventionsprojekten an Schulen thematisiert Nisaa Geschlechterbilder, Dating und Sex, HIV/Aids und die Rechte junger Menschen mit Schüler/innen und Lehrkräften.

2016 ging aus einem schulischen Präventionsprojekt die Publikation „We are those girls“ hervor: Darin verarbeiten 16 Schülerinnen ihre Erfahrungen mit Gewalt, Sexualität, HIV und AIDS. In einer Geschichte geht es um ein sechsjähriges Mädchen, das mitbekommt, wie ihre Mutter vergewaltigt wird und die Familie dadurch zerbricht; ein anderes Mädchen erzählt von ihrem Umgang mit Gewalt und Alkoholismus im familiären Umfeld. Dank psychosozialer Unterstützung und einem wertschätzenden Ansatz, der einen emotionalen Heilungsprozess fördert, gingen die Mädchen in Schreibworkshops hochmotiviert daran, ihre Erfahrungen niederzuschreiben. Das Buch bildet so einen Querschnitt der Alltagserfahrungen junger Mädchen in Südafrika ab.

Die Mädchen selbst sind durch die Schreiberfahrung selbstbewusster geworden. Gleichzeitig haben die Erzählungen das Potenzial, bei Erwachsenen, etwa in sozialen Diensten oder Gesundheitseinrichtungen, mehr Verständnis für die Erfahrungen der jungen Generation zu wecken.

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Südafrika: Farmarbeiterinnen sichern ihre ausgewogene Ernährung in biologischen Gemüsegärten

Arbeiterinnen auf einer Farm in Südafrika

Arbeitsrechte für Farmarbeiter/innen wurden in Südafrika erst 1994, nach dem Ende der Apartheid, eingeführt. Doch werden sie nicht auf allen kommerziellen Farmen eingehalten, und der Staat überwacht ihre Umsetzung nicht ausreichend. Darunter leiden festangestellte, vor allem aber auch saisonal beschäftigte Arbeiter/innen, die häufig nicht organisiert sind und ihre Rechte nicht durchsetzen können.

Oxfams Partnerorganisation Women on Farms Project (WFP) setzt sich seit Jahren für die Umsetzung der Rechte von Farmarbeiter/innen insbesondere auf kommerziellen Farmen ein. WFP hilft den Frauen, sich zu organisieren, informiert über Arbeitsrechte und wie sie in Anspruch genommen werden, bildet Allianzen und mahnt mit den Frauen die Fürsorgepflicht des Staates an. Nach einer Pilotphase bis 2014, die Oxfam Deutschland mit Eigenmitteln finanzierte, konnte das Programm inzwischen mit anteiliger Unterstützung durch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) auf weitere Farmen am Westkap sowie am Nordkap ausgedehnt werden. So wurden 2016 auch am Nordkap Workshops etwa zu politischer Bildung für Farmarbeiter/innen durchgeführt, mit deren Hilfe unter den Frauen nicht nur das Bewusstsein für ihre Arbeitsrechte, sondern auch die Solidarität untereinander wächst: Inzwischen geben die Frauen alles, was sie aus den Workshops mitnehmen, aktiv an ihre Frauengruppen und ihr Umfeld weiter – von Frauenrechten bis Gemüseanbau.

Eine weitere Komponente dieses Programms ist Ernährungssicherung, denn Farmarbeiterinnen, die meist nur saisonal beschäftigt sind, verfügen nicht über ausreichende Mittel, um ihre Familien ganzjährig zu ernähren. Deshalb entstehen innerhalb von drei Jahren 270 Gemüsegärten mit biologischem Anbau, um für einen ausgewogeneren Speiseplan der Familien zu sorgen und das Haushaltseinkommen durch den Verkauf von Überschüssen zu verbessern. Saisonarbeiterin Frieda Nana aus der Frauengruppe in Kanoneiland berichtet von ihren Fortschritten im Jahr 2016: „Früher wusste ich nur, wie man Blumen zieht. Durch das Projekt habe ich jetzt einen Gemüsegarten. Und ich hatte eine gute Ernte! Unsere Gruppe hat bei der hiesigen großen Firma für Solarenergie angefragt, ob sie uns einen Gemüsetunnel spenden können. Ich bin zuversichtlich, dass wir damit Erfolg haben werden.“

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Länder und Regionen

Frauen erhalten Informationsmaterial zu ihren Arbeitsrechten.

Südafrika

Oxfam fördert in Südafrika lokale Organisationen, die über HIV/Aids informieren und sich um erkrankte Menschen kümmern. Mit einer weiteren Partnerorganisation machen wir uns für Rechte von Farmarbeiter/innen stark.

Frauen im Kurs halten ein Buch

Pakistan

Frauen werden in der pakistanischen Gesellschaft besonders stark unterdrückt und leiden häufig unter Gewalt. Daher liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit in Pakistan auf der Verbesserung der Situation der Frauen.

Kinder trinken Wasser am Brunnen

Burundi

In Burundi unterstützt Oxfam die Bevölkerung gemeinsam mit lokalen Partnern in den Bereichen Ernährungssicherung, Friedensförderung, Schulbau und Wasser.

Benin

Zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation machen wir uns in Benin vor allem im Bereich Bildung stark.

Frauen werden über Folgen weiblicher Beschneidung aufgeklärt

Mali

Oxfam arbeitet in Mali zu den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Vorsorge gegenüber Krisen und Naturkatastrophen, gute Regierungsführung sowie Prävention von Ebola-Infektionen.

Themen

Mann zeigt Kind wie es Hände waschen soll

Leben retten

Oxfam leistet Nothilfe bei Krisen und Katastrophen. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, die Zivilbevölkerung zu schützen und die Ursachen von Konflikten zu beseitigen.

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