Die Gefahr einer Hungersnot ist im Nordosten Nigerias ganz real. Nach Jahren der Gewalt sind Millionen Menschen am Ende ihrer Kräfte. Sie können keine Nahrungsmittel anbauen oder kaufen, sind von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Viele sind bereits gestorben.

Ursprung der Krise in der Tschadsee-Region ist der Konflikt zwischen dem nigerianischen Staat und der bewaffneten Gruppierung Boko Haram. Dieser hat sich in den vergangenen vier Jahren intensiviert und nach Niger, Tschad und Kamerun ausgebreitet. Über 2,6 Millionen Menschen, davon 1,5 Millionen Kinder, sind auf der Flucht, und fast 11 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. In Borno, einem Bundesstaat im Nordosten Nigerias, könnten bis zu 400.000 Menschen Hunger leiden.

Viele Menschen sind weiterhin Menschenrechtsverletzungen und Bedrohungen ausgesetzt, darunter sexuelle Gewalt, Entführungen, Folter, Mord, Zwangsrekrutierungen und willkürliche Verhaftungen. Im Nordosten Nigerias ist Schätzungen zufolge jede dritte Frau von sexueller Gewalt betroffen.

Nothilfe braucht Zugang und zusätzliche Mittel

Zwar haben die nigerianischen Regierungstruppen Gebiete von Boko Haram zurückerobert, die fragile Sicherheitslage und anhaltende Gewalt in diesen Gebieten behindern Oxfam und andere Hilfsorganisationen jedoch dabei, die notleidenden Menschen zu erreichen. Einige Gebiete sind wegen andauernder Kämpfe oder weil sie von Boko Haram kontrolliert werden noch immer völlig unzugänglich für humanitäre Organisationen.

Humanitäre Hilfe konnte die Lebenssituation vieler Menschen verbessern. Doch ohne zusätzliches Geld und den dringend nötigen Zugang zu Gebieten, in denen Menschen von Hilfslieferungen abgeschnitten sind, werden Hunger und Mangelernährung zunehmen, was viele Menschen das Leben kosten wird.

Militärische und politische Ziele beim Kampf gegen Boko Haram dominieren gegenüber humanitären Zielen. Es hat zu lange gedauert, bis Regierungen, Hilfsorganisationen und Geberländer auf die Krise reagiert haben. Inzwischen ist aber eine große Nothilfeoperation im Gange, durch die viele Menschenleben gerettet werden konnten.

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