G7 unter Druck lassen wichtige Aufgaben unerfüllt

Einigkeit bröckelt auf Kosten der ärmsten Menschen dieser Welt
Beim Gipfel in Taormina haben es die Staats- und Regierungschefs der G7 versäumt, einige der drängendsten Aufgaben unserer Zeit anzugehen. Vor allem US-Präsident Trump blockiert Übereinkommen zu Fragen, die das Leben von Millionen der ärmsten Menschen weltweit betreffen.
Aktivist/innen mit Masken der Staats- und Regierungschefs essen Spaghetti, während im Hintergrund auf Fernsehern die Meldung erscheint: "Hunger crisis hits 30 million people – Yemen, Nigeria, Somalia, South Sudan"
Während sich die G7 in Italien treffen, sind 30 Millionen Menschen in Nigeria, Südsudan, Somalia und Jemen von Hunger bedroht.

Die G7 verlassen den Gipfel, ohne einige der drängendsten Aufgaben unserer Zeit auch nur im Entferntesten angegangen zu sein.

Dass sie sich mit dem Thema Sicherheit befasst haben, ist angesichts der jüngsten Ereignisse verständlich, entlässt sie aber nicht aus der Verantwortung, endlich gegen die Hungerkrisen in Nigeria, Südsudan, Somalia und Jemen aktiv zu werden und konstruktive Konzepte zu Flucht und Migration zu entwickeln.

Vor allem Präsident Trump gefällt sich in der Rolle des Spielverderbers vom Dienst und blockiert Übereinkommen zu diesen drängenden Fragen, die das Leben von Millionen der ärmsten Menschen weltweit betreffen. Am Ende seiner ersten präsidialen Auslandsreise drängt sich unerbittlich die Frage auf, ob dieser Club der Reichen so noch eine Daseinsberechtigung hat.

Klimawandel

Ein Hoffnungsschimmer existiert beim Thema Klima: Wir sind erleichtert, dass sich die übrigen sechs Staats- und Regierungschefs trotz der verantwortungslosen Haltung des US-Präsidenten klar hinter das Pariser Klimaschutzabkommen gestellt und ihren Willen bekräftigt haben, es zu erfüllen. Während Donald Trump weiterhin dem Unfug nachhängt, die amerikanische Kohleindustrie wiederzubeleben und die klimafreundliche Modernisierung der amerikanischen Wirtschaft verzögert, verhungern in Ostafrika die Menschen infolge der schweren Dürre, an deren Auswirkungen auch der Klimawandel beteiligt ist. Die Zeit bis zum G20-Gipfel in Hamburg muss nun genutzt werden, den US-Präsidenten mit Druck und Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen in die Wirklichkeit des Klimawandels zu führen und ihn dazu zu bringen, die USA im Pariser Abkommen zu belassen.

Hungerbekämpfung und Ernährungssicherheit

Die G7 haben nicht annähernd genug für die 30 Millionen von Hunger bedrohten Menschen in Nigeria, Südsudan, Somalia und Jemen getan. Dass keines der G7-Länder seinen – gemessen an der Wirtschaftskraft – fairen Hilfsbeitrag geleistet hat, ist trauriger Ausdruck ihrer Führungsschwäche in diesem Punkt. Trotz viel Rhetorik zum Thema Sicherheit sucht man vergeblich nach einem Hinweis auf Maßnahmen zur Beendigung der brutalen Konflikte, welche diese Hungerkrisen verursachen.

Es ist außerdem eine Katastrophe, dass die von der italienischen Präsidentschaft vorgeschlagene Taormina-Initiative zur Ernährungssicherheit nicht genügend Unterstützung erfahren hat.

Migration

Obwohl der Gipfel nur einen Steinwurf vom Mittelmeer stattfand, wo so viele Menschen auf der Flucht ihr Leben ließen, gelang es weder, konkrete Schritte zum Schutz von geflüchteten Menschen voranzubringen, noch die Ursachen dieser Flucht anzugehen. Die Hoffnung, sich auf eine „Vision der menschlichen Mobilität“ zu einigen, wurde von Präsident Trump und anderen blockiert – wofür Millionen von vertriebenen und geflüchteten Familien den Preis zahlen müssen.

Ungleichheit

Oxfam begrüßt, dass die G7 nun anerkennen, dass Ungleichheit eines der drängenden Probleme unserer Zeit ist. Trotzdem wurden keine konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung von Ungleichheit beschlossen. Um den ärmsten Menschen zu helfen, ist ein solider und integrativer Aktionsplan notwendig sowie die Erkenntnis der sieben Staats- und Regierungschefs, dass ihre Politiken in vielen Fällen zu einem Wettlauf nach unten beitragen, der die Ungleichheit verschärft und das Vertrauen der Menschen in die Regierungen untergräbt.

Länder und Regionen

Eine Frau sitzt mit drei kleinen kIndern und einer Ziege in einer notdürftigen Unterkunft aus zusammengelegten Teppichen

Ostafrika

Ostafrika steckt inmitten einer verheerenden Hungerkrise. In Äthiopien, Kenia und Somalia haben 11 Millionen Menschen nicht genug zu essen! Oxfam ist vor Ort und leistet akute Nothilfe.

Europäische Union

Für die Interessen von Menschen, die in Armut leben, mischen wir uns in die EU-Politik ein. In der Flüchtlingspolitik der EU fordert Oxfam ein energisches Umsteuern.

Themen

Interaktive Klimakarte

Folgen des Klimawandels

Unsere interaktive Karte erzählt mit anschaulichen Berichten, Photos und Videos von den konkreten Folgen des Klimawandels, die zunehmend die Lebengsrundlagen der Menschen beeinträchtigen. Wir stecken mittendrin, im Klimawandel.

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