Null Toleranz für weibliche Genitalverstümmelung

Am 6. Februar ist der „International Day of Zero Tolerance for Female Genital Mutilation“. Auch Oxfam setzt sich mit Projekten gegen weibliche Genitalverstümmelung ein. Zum Beispiel in Mali, wo 89 Prozent der Mädchen und Frauen betroffen sind.
Mitarbeiter/innen von APSEF und Dorfvertreter/innen bei einer Informationsveranstaltung in Nyamina
Mitarbeiter/innen von APSEF und Dorfvertreter/innen bei einer Informationsveranstaltung in Nyamina

Mehr als 200 Millionen Frauen sind laut UNICEF weltweit von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, darunter rund 44 Millionen Mädchen im Alter unter 14 Jahren. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden Teile des weiblichen Genitals aus nicht-medizinischen Gründen abgeschnitten oder verletzt. Die Folgen für die physische und psychische Gesundheit der betroffenen Mädchen und Frauen sind gravierend, oft tödlich.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Verletzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit, zahlreiche Länder haben entsprechende internationale Konventionen zu den Rechten von Mädchen und Frauen unterzeichnet. Trotzdem sanktionieren viele der Länder die Verletzungen dieser Rechte nicht. Wie zum Beispiel Mali. In den meisten Regionen des Landes ist die weibliche Genitalverstümmelung bis heute eine weit verbreitete und tief verwurzelte Tradition.

Langfristige Überzeugungsarbeit für echtes Umdenken

In der ländlichen Gemeinde Nyamina im Westen Malis sind 98 Prozent der Mädchen und Frauen beschnitten. Oxfams lokale Partnerorganisation APSEF (Association pour la Promotion des Droits et du Bien Être de la Famille) leistet daher seit 2011 in den Dörfern der Gemeinde Überzeugungsarbeit und klärt die Menschen über die gravierenden Folgen für die betroffenen Mädchen und Frauen auf.

Um echtes Umdenken zu erreichen, setzen die Mitarbeiterinnen von APSEF dabei auf langfristige Überzeugungsarbeit: Radiosendungen, öffentliche Theateraufführungen und Diskussionsveranstaltungen in den Dörfern nehmen das Thema auf. Hinzu kommen Schulungen für das Personal von Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Der dialogische Ansatz von APSEF bindet zudem Beschneiderinnen und Respektspersonen wie religiöse Führer und Lehrer/innen ein: Sie können als Mittler/innen und Vorbilder den gesellschaftlichen Wandel unterstützen, der zur Aufgabe der weiblichen Genitalverstümmelung nötig ist.

Die Sensibilisierungsarbeit ist erfolgreich: Zwei Dörfer in Nyamina haben bereits gemeinschaftlich beschlossen, keine weibliche Beschneidung mehr zuzulassen. Sechs weitere Dörfer haben seit vier Jahren keine Beschneidung an Mädchen mehr durchgeführt.

Hata Koita, Bewohnerin des Dorfes Torokorobougou, berichtet: „Früher schickte der Dorfchef jedes Jahr nach der Beschneiderin. Meist waren dann 60 Mädchen oder mehr betroffen. Dass der Dorfchef jetzt nichts mehr in dieser Richtung unternimmt, ist ein klares Zeichen an uns alle.“

 

„Weibliche Genitalverstümmelung“, „Beschneidung von Frauen“, „Female Genital Cutting“: viele Begriffe für ein komplexes Thema. Lesen Sie hier mehr zur Erklärung der Begriffe und über ihre Verwendung bei Oxfam.

Länder und Regionen

Frauen werden über Folgen weiblicher Beschneidung aufgeklärt

Mali

Oxfam arbeitet in Mali zu den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Vorsorge gegenüber Krisen und Naturkatastrophen, gute Regierungsführung sowie Prävention von Ebola-Infektionen.

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