G7 bietet nur Stückwerk, um Ungleichheit zu verringern

Die wachsende Spaltung unter den G7 ist eine schlechte Nachricht für Millionen von Frauen und Männern auf der ganzen Welt, die um ein besseres Leben ringen.
So sähe es aus, wenn unsere Regierungschefs die gleiche unbezahlte Arbeit wie Frauen machen müssten. Es ist Zeit, für die wirtschaftliche Emanzipation von Frauen einzutreten!
Oxfam-Stunt beim G7-Gipfel macht unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit sichtbar. Die Zeit ist reif für mehr Geschlechtergerechtigkeit!

In Reaktion auf das Ergebnis des G7-Gipfels in Quebec, Kanada, äußert sich Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International:
 


"Die wachsende Spaltung unter den G7 ist eine schlechte Nachricht für Millionen von Frauen und Männern auf der ganzen Welt, die um ein besseres Leben ringen. Die extreme wirtschaftliche und geschlechtsspezifische Ungleichheit, verursacht durch jahrzehntelange fehlgeleitete Politik der G7, ist ein Hemmschuh im Kampf gegen die Armut, höhlt die Grundfesten unserer Gesellschaften aus und ist ein Nährboden für Unruhen und Gewalt.


Unsere Volkswirtschaften gründen auf der systematischen Ausbeutung der ärmsten Frauen und Mädchen und generieren riesigen Reichtum vor allem für einige superreiche Männer. Das kann so nicht weitergehen. Die G7-Staats- und Regierungschefs müssen dringend den Kurs ändern."


Zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen:
 


"Während ich Premierminister Trudeau für die Einberufung des G7-Gleichstellungsbeirats applaudiere, bin ich gleichzeitig enttäuscht, dass die Staats- und Regierungschefs hier keine konkreten Zusagen gemacht haben, eine Wirtschaft zu schaffen, die auch für Frauen funktioniert. Unbezahlte Sorge- und Pflegearbeit, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, diskriminierende Gesetze und soziale Normen sowie ein Mangel an qualitativ hochwertiger sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung – das sind Herausforderungen, denen sich die G7 stellen müssen.


Die G7 müssen in hochwertigen bezahlten Elternurlaub und universelle, öffentlich finanzierte frühkindliche Bildung und Betreuung investieren. Sie sollten auch die Entwicklungsländer dabei unterstützen, in Infrastruktur zu investieren, die die Belastung unbezahlter Sorge- und Pflegearbeit für Frauen verringert. Um diese Leistungen zu finanzieren, sollten die G7-Länder abgestimmt vorgehen, um weltweit Steuerschlupflöcher zu schließen, die es reichen Unternehmen und Einzelpersonen ermöglichen, sich um ihren gerechten Anteil zur Finanzierung des Gemeinwohls zu drücken."


Zur neuen Initiative zur Bildung von Frauen und Mädchen in Krisen- und Konfliktsituationen:
 


"Wir begrüßen es, dass die von Kanada geleitete Initiative einige der Hindernisse beseitigt, die Frauen und Mädchen in Konflikt- und Krisensituationen daran hindern, eine qualitativ hochwertige Bildung zu erhalten. Der Rest der G7-Länder sollte sich dazu verpflichten, die Initiative substanziell zu stärken, und noch weiter zu gehen. Es existieren noch viele andere Hindernisse, die Frauen und Mädchen davon abhalten, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Entscheidend ist, dass die angekündigten Mittel neues Geld sind und nicht einfach aus Umwidmungen im BMZ-Haushalt stammen und dann letztlich an anderer Stelle fehlen. Das wäre Augenwischerei. Deutschland sollte mindestens 150 Mio. Euro beisteuern. Die Mittel sollten in die bestehenden Instrumente zur Bildungsfinanzierung fließen: Erstens in die Global Partnership for Educaction (GPE), im Haushalt sind hierfür bisher 18 Mio. Euro vorgesehen, der faire Anteil Deutschlands liegt aber bei 100 Mio. Euro, und zweitens in die 'Education Cannot Wait'-Initiative, hier hatte Deutschland im vergangenen Jahr 18 Mio. Euro eingestellt, für 2018 aber keine Mittel mehr vorgesehen. Der faire Anteil Deutschlands läge hier bei 50 Mio. Euro.“ 


Zum Klimawandel:



"Dass ein G7-Führer den Gipfel vor den Sitzungen zu Klima und Umwelt verlässt, ist beschämend. Dürren, Wirbelstürme und Überschwemmungen – durch den Klimawandel in ihren Ausmaßen enorm verstärkt – ruinieren das Leben von Millionen armer Menschen. Steigende Meeresspiegel bedrohen die Zukunft der kleinen Inselstaaten.


Die G7-Länder müssen die spezifischen Bedürfnisse armer Frauen berücksichtigen, viele von ihnen Kleinbäuerinnen, die auf ihr Land angewiesen sind, um sich selbst und ihre Familien zu ernähren. Die finanziellen Mittel zur Hilfe bei der Klimaanpassung müssen diese Frauen und ihre Gemeinschaften erreichen."

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