Nachhaltig reisen

7 Tipps für mehr Klimaschutz im Kurzurlaub

Mit der Bahn reisen, minimalistisch packen oder nachhaltig wohnen – unterwegs kann man einiges tun, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wir geben 7 Tipps, wie Sie bei Ihrem nächsten Tagesausflug, verlängerten Wochenende oder Kurzurlaub weniger CO₂ verursachen und damit mehr für den Klimaschutz tun können.
Ein Mann sitzt nebst Rucksack, Kamera und Strohhut an einem Bahnsteig und studiert eine Karte.
Dieser junge Herr weiß, wie man nachhaltig und klimafreundlich reist: Mit der Bahn auf dem Weg zum Campingplatz transportiert er im Rucksack pflanzliche Bioprodukte aus der Region in wiederverwendbaren Behältern.

Vor allem die Sommermonate laden dazu ein, in die Ferne zu schweifen. Doch die vermehrten Reisen verursachen Umweltschäden, wobei besonders Flüge das Klima stark belasten. Besser für das Klima sind Reisen in die nähere Umgebung, für die man nicht weit fahren oder ins Flugzeug steigen muss. Was man auf seinem nächsten Kurzurlaub sonst noch beachten sollte, erfahren Sie in unseren Nachhaltigkeits-Tipps für mehr Klimaschutz.

1. Nahreisen mit Bahn, Bus oder Fahrrad

Warum in die Ferne schweifen, wenn es zu Hause doch viel zu entdecken gibt? Generell gilt: Je weiter der Weg zum Urlaubsziel, desto größer der CO2-Ausstoß, um das Ziel mit Verkehrsmitteln zu erreichen. Kennen Sie etwa schon alle Seen, Parks oder Naturschutzgebiete in Ihrer Nähe? Statt ins Auto zu steigen, erreichen sie diese klimafreundlicher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Wenn einen dann doch das Fernweh packt, sollte man statt ins Flugzeug auf Bahn und Bus umsteigen, da Fliegen besonders viel klimaschädliches CO2 verursacht.

Mit dem Zug erreichen Sie viele Urlaubsziele in Deutschland und Europa ohne Stau und Fahrstress wie etwa  die Nordsee, die Alpen, Schweden, oder per Nachtzug auch Rom und die Küste von Kroatien. Wer seinen Zug früh bucht, kann häufig günstige Tickets ergattern. Wer am Urlaubsort die Umgebung erkunden möchte, sucht sich am besten ein Reiseziel, wo man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut herum kommt – oder wer es sportlich mag, leiht sich vor Ort ein Fahrrad oder E-Bike.

2. Nachhaltig wohnen

Auch bei der Wahl der Unterkunft kann man Umwelt und Klima schonen. Es gibt beispielsweise Biohotels mit nachhaltiger Arbeitsweise und Lebensmitteln aus ökologischem Anbau. Um Wasser und Waschmittel zu sparen, bieten die meisten Hotels an, die Handtücher nicht mehr jeden Tag zu wechseln. Nachhaltigkeitssiegel können bei der Buchung eine Orientierung bieten, welche Hotels und Reiseanbieter tatsächlich nachhaltig sind. Inzwischen gibt es aber eine unüberschaubare Menge solcher Siegel. Manche Siegel taugen etwas, andere weniger. Wer es noch klimafreundlicher mag, geht Campen! Sehr viel weniger Wasser und Energie als im Hotel verbraucht man nämlich auf dem Campingplatz.

3. Minimalistisch packen

Kennen Sie das: Sie packen viel zu viele Bücher oder Schuhe ein, weil Sie sich einfach nicht entscheiden können? Lassen Sie das nächste Mal Unnötiges einfach zu Hause. Denn das klimafreundliche Reisen fängt schon beim Packen an. Wer weniger einpackt, spart Gewicht und damit Kraftstoff beim Transport. Dadurch fällt bei der Fahrt in den Urlaub weniger CO2 an. Wer mit kleinem Gepäck reist, wird auch vor Ort weniger kaufen. Das gilt vor allem für Souvenirs, die zuhause meist irgendwo verstauben, bis sie weggeworfen werden. Schöne Fotos oder Gewürze, mit denen man neu entdeckte Gerichte nachkochen kann, nehmen nicht viel Platz weg und sind viel persönlichere Erinnerungsstücke.

4. Leihen statt kaufen

Für jedes Produkt, das hergestellt wird, muss Energie aufgewendet werden – dabei entsteht klimaschädliches CO2. Unser ökologischer CO2-Fußabdruck ist auch deshalb so groß, weil wir viele Produkte kaufen, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Besonders auf Reisen benötigen wir Dinge, die wir im Alltag eher selten benutzen. Vieles davon können Sie einfach ausleihen! In vielen Städten gibt es inzwischen so genannte Leihläden. Dort kann man sich z.B. seine Outdoor-Kleidung oder seine Campingausrüstung gegen eine geringe Gebühr ausleihen. Reiseführer oder Straßenkarten bekommt man in der örtlichen Bibliothek. Abgesehen davon können Sie auch Ihre Freund/innen fragen, ob Sie sich deren Koffer, Spiele oder Schlafsack borgen können.

5. Klimafreundliches Aufbewahren

Eine Frau sortiert Plastikflaschen in große Behälter
Eine Arbeiterin sortiert Plastikflaschen auf Haiti. Plastikflaschen sind ein globales Problem, da die Produktion Treibhausgase freisetzt und der weggeworfene Plastikmüll die Umwelt verschmutzt.

Auf der Reise oder beim Picknick in der Natur gilt: Kampf dem Plastik! Denn Plastik verschmutzt nicht nur unsere Umwelt und die Weltmeere. Die Produktion jeder Plastikverpackung setzt auch Treibhausgase frei. Besonders ins Gewicht fallen dabei Einmalverpackungen.

Dabei lässt sich Plastikmüll einfach vermeiden: Für Ihren Reiseproviant gibt es wiederverwendbare Behälter wie etwa stabile Brotdosen. Bringen Sie zum Einkauf im Urlaub Ihren eigenen Jutebeutel mit und wählen Sie statt der eingepackten, die losen Tomaten. Fürs Picknick selbst können Sie sich statt Einmalgeschirr leichtes, wiederverwendbares Besteck und Teller zulegen. Kaufen Sie statt Plastikflaschen lieber Glasflaschen oder noch besser: Greifen Sie unterwegs auf eine stabile und wiederbefüllbare Flasche aus Edelstahl oder Kunststoff zurück. Auch beim Kaffee zum Mitnehmen können Sie auf den umweltschädlichen Wegwerfbecher verzichten. Schaffen Sie sich stattdessen einen wiederverwendbaren Mehrfach- bzw. Thermobecher an. In vielen Cafés bekommt man damit sogar Rabatt!

6. Regionale Spezialitäten probieren

Über den Wochenmarkt schlendern, regionales Gemüse und lokale Produkte ausprobieren – hier kann man viel Neues entdecken und gleichzeitig Gutes fürs Klima tun. Regional erzeugtes Gemüse der Saison hat nämlich eine deutlich bessere Klimabilanz als importiertes Gemüse, bei dem wegen der weiten Transportwege hohe CO2-Mengen anfallen. Dazu schmeckt es viel besser! Halten Sie vor allem Ausschau nach regionalen Bio-Lebensmitteln. Denn diese haben im Vergleich zu konventionell  angebauten Lebensmitteln in Sachen Klimaschutz die Nase vorn. Wer außerdem im Urlaub auf Fleisch verzichtet, verbessert seinen ökologischen Fußabdruck zusätzlich, weil bei der Herstellung von Fleisch viel mehr Ressourcen verbraucht werden und viel mehr CO2 entsteht – z.B. durch die Tierhaltung und die Herstellung von Tierfutter – als bei der Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln.

7. Solarenergie nutzen

Wer etwa beim Wandern unterwegs ist und keine Steckdose weit und breit findet, der kann seine elektronischen Geräte mit einem Solarauflader klimafreundlich aufladen. Um ein Smartphone mit der Energie der Sonne aufzuladen, reichen bereits Geräte mit relativ kleinen Solarpanels. Wer richtig abschalten will, legt am besten einen Offline-Urlaub ein und schaltet sein Handy einfach mal für ein paar Tage aus.

Viele dieser Nachhaltigkeits-Tipps für mehr Klimaschutz können Sie übrigens nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag beherzigen und damit das Klima nachhaltig schützen.

Darum ist Klimaschutz so wichtig

Drei Frauen gehen mit einem Esel durch eine sehr trockene Landschaft

Die Folgen des Klimawandels treffen besonders den Globalen Süden: Zunehmende Dürren wie in Äthiopien führen dazu, dass Ernten ausfallen, Wasser knapp wird und immer mehr Menschen hungern müssen. In Äthiopien, Kenia und Somalia sind zur Zeit Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen.

Oxfam ist vor Ort und leistet akute Nothilfe. Wir stellen vor allem Trinkwasser sowie Nahrungsmittel bereit und unterstützen Familien finanziell, damit sie lebensnotwendige Dinge erwerben können. Seit Ausbruch der Krise haben wir in Äthiopien, Kenia und Somaliland, einer autonomen Region in Somalia, bereits 1,3 Millionen Menschen erreicht. Doch das ist nicht genug.

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