Die Neue Allianz für Ernährungssicherung unterwandert ihr eigenes Ziel. Sie gefährdet arme Menschen, anstatt ihnen aus der Armut zu helfen.

Zu Lasten der kleinbäuerlichen Produzenten wird derzeit in Burkina Faso ein günstiges Investitionsklima für Unternehmen und damit eine großflächige Landwirtschaft geschaffen. Zum Beispiel verspricht die Regierung Burkina Fasos Investoren im „Wachstumskorridor“ Bagré Pole Steuer- und Handelserleichterungen sowie die Bereitstellung von bewässertem Land. Die ansässigen Kleinbäuerinnen und -bauern haben das Nachsehen: 3000 Menschen sollen für den Bau des Bewässerungssystem im Bagré-Gebiet temporär umgesiedelt werden. Erfahrungen mit Umsiedlungen zeigen, dass die betroffenen Menschen hinterher häufig schlechter gestellt werden. Nach aktuellen Planungen bekommen sie nach der Umsiedlung nur einen Teil ihres Landes zurück. Der bewässerte Grund umfasst zunächst 12.712 Hektar, wovon die Kleinbäuerinnen und-bauern nur magere 20 Prozent bewirtschaften dürfen. Unternehmen profitieren außerdem von langfristigen Pachtverträgen mit Laufzeiten zwischen 18 und 99 Jahren. Oxfam fordert die Bundesregierung als Mitglied der G8 auf, sich für eine grundlegende Reform der Neuen Allianz einzusetzen oder sich aus ihr zurückzuziehen.