Eine wirksame europäische Operation müsste finanziell besser ausgestattet sein, klare Priorität auf die Rettung von Menschenleben legen und auch außerhalb der italienischen und maltesischen Küstengewässer operieren.

Im Vergleich mit der früheren Operation Mare Nostrum fällt die bisherige Bilanz der von der EU-Grenzsicherungsagentur Frontex durchgeführten Operation Triton ernüchternd aus. Während es von Januar bis Mitte April 2015 900 registrierte Todesfälle gab, waren es im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als Mare Nostrum noch aktiv war, nur 17.

Oxfam betont, dass sich alle EU-Mitgliedsstaaten an die UN-Flüchtlingskonvention halten müssen – und zwar sowohl an deren Buchstaben als auch an deren Geist. Flüchtlinge benötigen sichere und legale Wege, um Asyl zu beantragen. Die „Festung Europa“ weiterhin zu verstärken, ist der falsche Weg.

Weltweit sind arme Länder von der Flüchtlingsproblematik am stärksten betroffen – Millionen Menschen müssen dort vor Unsicherheit, Armut und Ungleichheit fliehen oder werden vertrieben. Gemessen an seinen Möglichkeiten trägt Europa dagegen bei der Bekämpfung von Flüchtlingskrisen und deren Ursachen viel zu wenig bei.