Das erste Treffen des Vorbereitungsausschusses der UN-Generalversammlungfür ein globales Abkommen zur Kontrolle des Waffenhandels fand vom 12. bis 23. Juli in New York statt. Oxfam und andere internationale Nichtregierungsorganisationen (NRO), die die zweiwöchigen Debatten am Hauptsitz der Vereinten Nationen kritisch verfolgt haben, beurteilen das Ergebnis der ersten Verhandlungsrunde trotz mancher Kritikpunkte grundsätzlich positiv.

So finden sich in der schriftlichen Zusammenfassung des Vorsitzenden alle zentralen NRO-Forderungen wieder. Dieses Dokument bildet die Grundlage für die zweite Verhandlungsrunde Ende Februar 2011. Einige Elemente, die aus NRO-Sicht für ein künftiges Kontrollabkommen unverzichtbar sind, waren jedoch unter den Regierungsdelegierten umstritten. So lehnte zum Beispiel eine Minderheit ein Verbot von Waffenlieferungen ab, die zu schweren Menschenrechtsverletzungen beitragen würden. Manche Delegierte sprachen sich auch dagegen aus, neben bestimmten Großwaffen, Schusswaffen und weiteren konventionellen Waffen und Rüstungsgütern auch die dazugehörige Munition zu kontrollieren.

Oxfam, Amnesty und das internationale Aktionsnetzwerk zu Kleinwaffen (IANSA), die im internationalen Bündnis "Control Arms" ("Waffen unter Kontrolle!") zusammenarbeiten, forderten alle Regierungen auf, sich bei den weiteren Verhandlungen für ein möglichst umfassendes Kontrollabkommen einzusetzen, das verantwortungslose Waffenlieferungen weitgehend verhindert.

Slideshow zum "kugelsicheren" AbkommenWelche Anforderungen ein solches "kugelsicheres" Abkommen erfüllen muss, veranschaulichten Aktivist/innen des "Control-Arms"-Bündnisses mit einer Aktion am Rand der UN-Verhandlungen in New York.

Zwischenzeitlich waren die über 50 Vertreter/innen der Zivilgesellschaft von den UN-Verhandlungen ausgeschlossen. Einige Regierungen forderten daraufhin den Vorsitzenden des Vorbereitungsausschusses auf, die nächste Verhandlungsrunde offener und transparenter zu gestalten und NRO-Vertreter verstärkt einzubeziehen.