Heute hat die Globale Bildungskampagne (GBK) die Botschaften der Schulaktionswochen 2013 „Gesucht: Weltklasse!-Lehrer/innen für alle!“ an den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Hans-Joachim Fuchtel übergeben. Hunderte Schüler/innen hatten sich im vergangenen Frühjahr an der Aktion beteiligt und gefordert, dass die Bundesregierung mehr tut, um den globalen Lehrkräftemangel zu bekämpfen. Laut aktuellem UNESCO-Weltbildungsbericht müssten 1,6 Millionen qualifizierte Lehrer/innen zusätzlich eingestellt werden, um noch das Millenniumentwicklungsziel 2 universelle Primarschulbildung für alle zu erreichen. Der Zugang zu Bildung wird 57 Millionen Kindern weltweit noch immer verwehrt, 250 Millionen Kinder und Jugendliche in armen Ländern lernen weder lesen, schreiben noch rechnen – selbst wenn sie eine Schule besuchen.

Die Geschäftsführer/-innen der GBK-Mitgliedsorganisationen bekräftigten gegenüber dem Staatssekretär die Forderung, dass die neue Bundesregierung ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen und wesentlich mehr in eine qualitativ gute Grundbildung investieren muss.

Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland: „Gut gebildete Menschen sind der Motor für eine nachhaltige Entwicklung. Investitionen in Bildung und Lehrkräfte sind dringend erforderlich, um qualitativ guten Unterricht für alle anbieten zu können. Die Gebergemeinschaft darf arme Länder jetzt nicht im Stich lassen und muss die Ausbildung und Beschäftigung von Lehrkräften zur politischen Priorität machen.“

In vielen armen Ländern fehlen für Ausbildung und Bezahlung von Lehrkräften ausreichende finanzielle Mittel. Obwohl die internationale Gemeinschaft – darunter Deutschland – im Jahr 2000 versprochen hatte, dass die Umsetzung des Ziels Bildung für alle in keinem Land an mangelnden Ressourcen scheitern darf, sanken in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit die Mittel für Bildung zwischen 2010 und 2011 um sieben Prozent.

Im Juni steht die Finanzierungskonferenz der Global Partnership for Education an, der einzigen multilateralen Finanzierungsinitiative für Bildung. Die Bundesregierung könnte künftig beispielsweise mit Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer mehr in Bildung investieren.