Das von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im Oktober 2014 ins Leben gerufene Bündnis hat damit inzwischen mehr als 100 Mitglieder, darunter auch Oxfam Deutschland.  

„Wir finden es erfreulich, dass endlich alle relevanten Akteure dabei sind. Dieser Schritt war überfällig“, sagt Franziska Humbert, Arbeitsrechte-Expertin bei Oxfam Deutschland. Nun komme es darauf an, den Aktionsplan des Bündnisses umzusetzen und zu internationalisieren. „Nur wenn wir die globale Textilindustrie mit ins Boot holen, werden sich die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken tatsächlich nachhaltig verbessern.“

Insofern begrüßt Oxfam ausdrücklich die Ankündigung von Minister Müller, das Thema bei den anstehenden G7-Gesprächen dieses Wochenende anzusprechen und bietet gleichzeitig Unterstützung an. Das Bündnis für nachhaltige Textilien soll für bessere Sozial- und Umweltstandards in ausländischen Produktionsstätten deutscher Unternehmen sorgen. Durch die gute Vernetzung Oxfams mit Partnerorganisationen vor Ort könne man helfen, die Umsetzung dieser Ziele zu überprüfen, so Franziska Humbert.

Die Arbeitsrechte-Expertin bekräftigt Oxfams Forderung, auf die Einhaltung von Standards in Lieferketten auch in anderen Wirtschaftsbranchen zu pochen. Schließlich haben Nichtregierungsorganisationen in den letzten Jahren mehrfach soziale und ökologische Probleme im Lebensmittel-, Rohstoff- oder Konsumgüterbereich dokumentiert. Oxfam selbst hat zum Beispiel Studien zu Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen beim Anbau von Südfrüchten wie Bananen oder Mangos veröffentlicht und dabei auch auf die Mitverantwortung deutscher Supermarktketten hingewiesen.

Unternehmen, gleich welcher Branche, sollten deshalb gesetzlich dazu verpflichtet werden, ihrer Sorgfaltspflicht, wie sie in den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte formuliert wird, nachzukommen.