Humanitäre Hilfe für südsudanesische Flüchtlinge in Äthiopien (Projekt abgeschlossen)

Sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung in der Grenzregion Gambella
Äthiopien, Junge trinkt Wasser aus Hahn

Über 4 Millionen Menschen sind seit Dezember 2013 vor den kriegerischen Auseinandersetzungen im Südsudan in die benachbarten Länder geflohen. Laut der Flüchtlingsorganisation UNHCR sind in Äthiopien inzwischen ca. 440.000 südsudanesische Flüchtlinge registriert. Allein im äthiopischen Gambella suchen inzwischen rund 421.000 Menschen Schutz in den örtlichen Flüchtlingscamps. Immer mehr Menschen strömen über die Grenze.

Da die Sanitär- und Trinkwasserversorgung der Flüchtlinge in Gambella völlig unzureichend ist, nutzen die Menschen zum Teil ungereinigtes, keimbelastete Oberflächenwasser, zum Beispiel aus dem Fluss Baro. Dies birgt ein hohes Risiko zur Ausbreitung von lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen wie z. B. Cholera.

Um diese Gefahr einzudämmen, baut Oxfam in den Camps stabile Wasserversorgungssysteme auf. 2017 wurde der Bau einer Versorgungsanlage für die rund 61.000 Bewohner/innen des Jewi Camps fertig gestellt. Über ein Rohrleitungssystem mit Pumpstationen wird hierfür das aufbereitete Flusswasser in Speichertanks im Camp geleitet. Derzeit ist eine weitere Anlage im Camp Nguenyiel im Bau. Hier leben bereits rund 97.000 Menschen.

Ziel ist es, den Menschen in den Camps täglich mindestens 20 Liter sauberes Wasser pro Person zur Verfügung zu stellen. Diese Menge entspricht dem von UNHCR definierten Mindeststandard für Flüchtlingscamps. Training und Ausstattung befähigen die lokalen Wasserkomitees, den Betrieb und kleinere Wartungsarbeiten an den Anlagen nach Projektende zu übernehmen.

Frauen, die in der Region traditionell für das Wasserholen zuständig sind, profitieren besonders vom Bau des Wasserversorgungssystems, da sie nicht mehr rund fünf Kilometer zum Fluss zurücklegen müssen. So sparen sie Zeit und sind nicht mehr dem Risiko von Übergriffen auf dem Weg ausgesetzt.

Auch die Sanitär- und Hygieneversorgung in den Camps ist unzureichend. Es stehen zu wenig Latrinen und Duschen zur Verfügung. Darüber hinaus ist den Menschen häufig nicht bewusst, wie wichtig das eigene Hygieneverhalten ist, um die Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten im Camp zu vermeiden. Oxfam baut in den Camps Sanitäranlagen und klärt die Menschen über die wichtigsten Hygieneregeln auf.

Oxfam ist in Äthiopien seit über 60 Jahren in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Das vom deutschen Auswärtigen Amt unterstützte Projekt im Jewi Camp ist Teil eines umfassenden Programms zur Unterstützung von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen im und aus dem Südsudan.

 

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Dieses Projekt läuft von Februar 2017 bis Ende September 2018.