Jordanien: Neue Perspektiven für geflüchtete Frauen

Viele Menschen sind vor dem Krieg in Syrien nach Jordanien geflohen – unter ihnen: Maha. Ohne Hoffnung und traumatisiert von den Erlebnissen ist sie auf Oxfams Partnerorganisation Jordanian Women’s Union gestoßen. Der Arbeitsansatz der Organisation, die Maha einen Weg aus den Traumata der Flucht weisen konnte: Frauen in Not sofort schützen und unterstützen.
Zataari Refugee Camp in Jordanien
Viele Menschen sind vor dem Krieg in Syrien nach Jordanien geflohen. Der Großteil von ihnen kommt nicht in Camps, sondern in den urbanen Gebieten Jordaniens unter. Für geflüchtete Frauen ist die Situation dort besonders herausfordernd.

Es sind Menschen wie Maha, die der Situation vieler Geflüchteter ein Gesicht geben: Die Flucht vor dem Krieg in Syrien hatte sie in einen traumatischen Zustand versetzt. Über die Grenze war die junge Frau nach Jordanien gelangt – gezeichnet von den grausamen Erlebnissen und ohne Hoffnung auf einen Ausweg aus ihrer traumatischen Situation.

Schutz und Unterstützung

Doch wie viele andere geflüchtete Frauen aus Syrien fand sie in Jordanien umfassende Unterstützung durch Oxfams Partnerorganisation Jordanian Women’s Union (JWU). Der Arbeitsansatz der Frauenorganisation: Frauen in Not, aus Jordanien wie von außerhalb, sofort schützen und unterstützen, und ihnen mit langfristiger Begleitung berufliche und soziale Selbstständigkeit ermöglichen. Denn neben körperlichen Verletzungen leiden viele unter Traumata und psychischen Problemen. Das Projekt kombiniert daher die schnelle medizinische und psychologische Unterstützung für rund 500 Frauen. Es liefert juristischen Beistand, sichere Unterkunft und berufliche Weiterbildung zur dauerhaften Stärkung der Frauen.

Selbstvertrauen durch neue Kenntnisse

Die aus Syrien geflohene Maha trainiert inzwischen schutzsuchende Frauen im Friseurhandwerk

Auch Maha konnte am Berufstrainingsprogramm in den Räumen der JWU teilnehmen. Dort wurde sie im Friseurhandwerk ausgebildet. Durch ihre neuen Kenntnisse gewann Maha schnell an Selbstvertrauen, das ihr letztlich auch einen Weg aus den Traumata der Flucht weisen konnte. Die Ausbilderinnen sind von ihr begeistert: Da Maha im Training so großes berufliches Talent entfaltete, assistiert sie inzwischen selbst bei der Ausbildung schutzsuchender Frauen.

Druck auf politischer Ebene

Darüber hinaus setzt sich JWU gemeinsam mit anderen jordanischen Frauenrechtsorganisationen auf politischer Ebene für Frauenrechte ein. Die Arbeit des vergangenen Jahres trägt Früchte: Die Strafffreiheit für Vergewaltiger, wenn diese ihr Opfer anschließend heirateten, wurde vom Parlament abgeschafft. Zudem wurden die mildernden Umstände bei der Verurteilung von Tätern bei sogenannten familiären Ehrenmorden aufgehoben. Für das neue Jahr arbeitet JWU bereits emsig an der Koordination von weiteren Lobbyaktivitäten.

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Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier: Berufsausbildung und Unterstützung für Frauen in Jordanien

Länder und Regionen

Kinder holen Wasser in einem Camp in Jordanien

Jordanien

Wohlstand und Einkommen sind in Jordanien sehr ungleich verteilt. Rund ein Drittel der Menschen sind erwerbslos, das Bevölkerungswachstum verschärft die schwierige Situation im Arbeits-, Gesundheits- und Bildungssektor zusätzlich. Arbeitsrechte werden oftmals, vor allem gegenüber Hausangestellten, nicht eingehalten.

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