Mauretanien: Ernährung sichern und Existenzgrundlage stärken

Unterstützung der ländlichen Bevölkerung bei der Anpassung an den Klimawandel
Dja Abdullah legt mit seiner Rinderherde auf der Suche nach frischem Weideland hunderte Kilometer zurück.

Der Klimawandel bedroht die ohnehin schwache Agrarproduktion Mauretaniens und verursacht ein chronisches Nahrungsmitteldefizit. 60-70 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs müssen durch Importe gedeckt werden. In der ertragsschwachen Saison muss die ländliche Bevölkerung, größtenteils Kleinbauern und Viehzüchter, schon seit jeher Nahrungsmittel von den lokalen Märkten zukaufen, um ihre Familien zu versorgen.  Dafür benötigen sie ein Mindestmaß an Einkommen aus der eigenen Produktion. Doch unstete, unvorhersehbare Regenfälle führten in den vergangenen Jahren verstärkt zu Nahrungsmittelkrisen durch Ernteausfälle. Viele ländliche Haushalte mussten ihre Existenzgrundlagen wie Saatgut und Vieh verzehren oder zu Tiefstpreisen verkaufen. Sie  sind fortan nicht mehr in der Lage, sich selbst ausreichend zu versorgen.

Der Trend ist alarmierend: Die ertragsschwache Saison nimmt stetig weiter zu. 2015 dauerte sie statt der durchschnittlichen fünf beinahe zehn Monate. Zehn Prozent der landesweiten Bevölkerung sind mangelernährt, in Regionen wie Brakna und Gorgol mit besonders vielen armen Haushalten sogar über 15 Prozent. Die dichte Folge extremer Krisenjahre schwächt die Bevölkerung.

Kurzfristige Überbrückung und langfristige Maßnahmen

Oxfam unterstützt 1200 besonders gefährdete Haushalte in den Regionen Brakna und Gorgol, ihre Ernährung zu sichern und ihre Existenzgrundlagen zu stärken. Das vom  Auswärtigen Amt unterstützte Projekt umfasst zum einen die kurzfristige Überbrückung der ertragsschwachen Saison. Mit Hilfe von Bargeldtransfers und „Cash for Work“-Programmen können die Menschen gezielt ihren individuellen Bedarf auf den Märkten decken. So müssen sie nicht mehr ihre Existenzgrundlagen verkaufen und stärken zugleich die lokale Wirtschaft. Familien mit Säuglingen und Kleinkindern erhalten zudem angereichertes Mehl, um Nährstoffdefiziten vorzubeugen.

Darüber hinaus stärkt Oxfam die Existenzgrundlagen der Haushalte und macht sie widerstandsfähiger gegen klimatische Krisen. Familien erhalten Saatgut, Ziegen und Tierfutter, was sie beim  Wiederaufbau verlorener Lebensgrundlagen unterstützt. Für eine verbesserte Tiergesundheit werden, zusammen mit den lokalen Tierärzten und Behörden, 20 Hilfstierärzte in den Zielgemeinden ausgebildet.

Mittels „Cash for Work“-Programmen wird die fortschreitende Bodenerosion bekämpft: Bezahlte Arbeiter/innen setzen die nicht mehr bestellbaren Äcker instand. Zehn Vertreter/innen jeder Zielgemeinde werden in landwirtschaftlichen Methoden und Kulturen geschult, die besser an den Klimawandel angepasst und resistenter gegenüber Krankheiten sind. Im zweiten Schritt geben diese ihr Wissen an die Dorfgemeinschaft weiter.

Behandlung von Unterernährung

Große Bedarfe existieren auch in der Prävention und Behandlung von Unterernährung, vor allem bei Kleinkindern. Mit dem MUAC-Schnelltest (Mid-Upper Arm Circumference) wird anhand des Oberarmumfangs der Ernährungszustand von Kleinkindern bestimmt. In Verbindung mit Schulungen zur Vermeidung von Mangelernährung sollen die Unterentwicklungs- und Sterblichkeitsraten von Kleinkindern stark begrenzt werden. Mangelernährte Kinder werden im nächstgelegenen Ernährungszentrum versorgt. Da diese besonders anfällig für Krankheiten sind, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden, baut und wartet Oxfam in den zehn Ernährungszentren  Wasserversorgung, Latrinen und Verbrennungsöfen für medizinische Abfälle und Duschen. Gleichzeitig werden Eltern und Kinder für Hygiene sensibilisiert.

Gezielte Unterstützung von Frauen

Von Frauen geführte Haushalte haben es in Mauretanien besonders schwer, sich angemessen zu versorgen, und werden daher im Projekt besonders berücksichtigt. Um die Kapazitäten der mauretanischen Zivilgesellschaft zu stärken und ihr Wissen zu nutzen, arbeitet Oxfam im Projekt mit seiner langjährigen Partnerorganisation Association Mauretanienne pour l’Auto-Développement (AMAD) zusammen.

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Obwohl in Mauretanien nur 3,5 Millionen Menschen leben und das Land über wichtige natürliche Ressourcen wie Öl, Eisenerz und Fischgründe verfügt, zählt es zu den ärmsten Ländern der Erde. Besonders hoch ist die Zahl der in Armut lebenden Menschen in den ländlichen Gebieten des Landes, wo etwa...

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