Pakistan: Mutter-Kind-Gesundheit (Projekt abgeschlossen)

Öffentliche Gesundheitseinrichtungen sind für Menschen in abgelegenen und schwer zugänglichen Bergdörfern im Norden Pakistans kaum erreichbar. Besonders gravierende Auswirkungen hat die mangelnde Gesundheitsversorgung für Frauen während der Schwangerschaft und der Geburt. Unsere pakistanische Partnerorganisation Saibaan setzt sich deshalb für eine Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit im Distrikt Mansehra ein.

Im Norden Pakistans mangelt es vielerorts an medizinischem Fachpersonal und grundlegender Infrastruktur. Viele Gesundheitseinrichtungen, die während des schweren Erdbebens 2005 zerstört wurden, konnten noch nicht wieder aufgebaut werden. Eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung der Bevölkerung ist nicht gewährleistet.

Schwer zugängliche Berggebiete

Dies gilt besonders für abgelegene Gebiete im Distrikt Mansehra. Hier leben die Menschen vorwiegend in bergigem, schwer zugänglichem Gelände. Harsche Wetterbedingungen und fehlende Zugangsstraßen erschweren Krankentransporte oder machen sie unmöglich. Bei Geburtskomplikationen kann der Transport zum nächsten Krankenhaus mehr als einen Tag dauern.

Die Bevölkerung ist deshalb in der Regel darauf angewiesen, die Gesundheitsvorsorge auf Dorfebene zu organisieren. Die Bedingungen dafür sind denkbar schwierig. Mangels sauberen Trinkwassers und Latrinen breiten sich zahlreiche Krankheitserreger aus. Bei der Mehrheit der Geburten handelt es sich um Hausgeburten, die von Familienangehörigen oder ungelernten Helferinnen begleitet werden. Entsprechend hoch sind die Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten.

Unsere Partnerorganisation Saibaan begegnet dieser komplexen Problematik mit einer Reihe von einander ergänzenden Maßnahmen. In 13 Dörfern im Distrikt Mansehra werden Geburtshelferinnen ausgebildet und mit staatlichen Gesundheitszentren vernetzt. Dies ermöglicht den Geburtshelferinnen, Risikoschwangerschaften frühzeitig zu erkennen und entsprechende Überweisungen vorzunehmen.

Bewusstsein stärken und Perspektiven schaffen

Für die Bevölkerung findet eine Reihe von Schulungen im Gesundheitsbereich statt. Durch innovative Ansätze wie Theateraufführungen, Rollenspiele, Radiospots und Dorfgesundheitstage soll das Bewusstsein für Gesundheitsthemen gestärkt werden. In jedem Dorf werden Wasserspeicher, Trinkwasserleitungen und Modelllatrinen gebaut. Außerdem werden die Zufahrtswege von den Dörfern zu den nächstgelegenen geteerten Straßen ausgebaut, damit die Menschen – und insbesondere Frauen während der Schwangerschaft und Geburt – in medizinischen Notfällen die Gesundheitseinrichtungen rechtzeitig erreichen können.

Dieses Projekt trägt dazu bei, die Millenniumsentwicklungsziele 4 und 5 zu erreichen. Das heißt, die Sterblichkeitsrate bei Kindern zu senken und die Gesundheitsversorgung von Müttern zu verbessern. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Oxfam bis Mitte 2015 unterstützt.

Externe Schlussevaluierung zieht positive Bilanz! Den kompletten Evaluierungsbericht in englischer Sprache sowie eine deutschesprachige Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse finden sich hier: