Sri Lanka: Landrechte für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Während des 26-jährigen Bürgerkrieges verloren viele Menschen ihr Land und somit ihre Existenzgrundlage. Auch nach dem Krieg mussten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern den Interessen des Militärs oder der Tourismusindustrie weichen. Viele warten immer noch auf die Rückkehr auf ihr Land - Oxfam unterstützt sie bei der Sicherung ihrer Landrechte.
Punchirala Somasiri hat den Aufstand der Kleinbauern und -bäuerinnen in Sri Lanka angeführt.
Punchirala Somasiri hat den Aufstand der Kleinbauern und -bäuerinnen in Sri Lanka angeführt.

Während des Bürgerkriegs nahm die Regierung große Gebiete im Norden und Osten Sri Lankas in Besitz, um Hochsicherheitszonen oder sonstige militärische Sperrgebiete einzurichten und vertrieb damit Tausende von Menschen von ihrem Land. Seit Beendigung des Krieges im Jahre 2009 geht das Landgrabbing weiter, nun aber unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Entwicklung. Ehemalige militärische Sperrgebiete werden zur Profitmaximierung in Sonderwirtschaftszonen umgewandelt. Erneut finden Landvertreibungen statt, um zum Beispiel Hotels zu bauen.

Erste Erfolge

So vertrieb das Militär im Jahr 2009 in der Umgebung von Paanama in der Ostprovinz über 350 Familien von ihrem Land, um eine Militärbasis und ein Luxushotel zu bauen. Oxfam arbeitet seit 2011 mit den betroffenen Familien, führte Schulungen zu Landrechten durch, brachte das Thema in die Medien und half bei der Einreichung einer Klage vor dem Obersten Gerichtshof Sri Lankas. Die Bemühungen haben sich gelohnt: im Februar 2015 beschloss das Kabinett, das Land den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zurückzugegeben.

Die Bemühungen müssen weitergehen

Dieses Versprechen ist ein großer Erfolg für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Paanama. Die Umsetzung ist jedoch schwierig. In vielen Fällen verfügen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern über keinerlei Dokumente, die ihren Rechtsanspruch auf das Land belegen. Zudem wissen sie nicht, wie sie ihre Landrechte in den oftmals komplexen staatlichen Verfahren einfordern können. Oxfam hat deshalb mit verschiedenen Organisationen ein Netzwerk gebildet und unterstützt die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit folgenden Maßnahmen:  

  • Aufklärung über die benötigten Dokumente, um einen Rechtsanspruch auf das Land geltend machen zu können
  • Vernetzung mit anderen Gemeinschaften, die ebenfalls von ihrem Land vertrieben worden sind
  • Gemeinsame Erarbeitung von Strategien zum Wiederaufbau der Lebensgrundlagen
  • Politische Lobby- und Kampagnenarbeit bei den zuständigen Regierungsstellen

Die Sicherung von Landrechten ist ein langer und steiniger Weg. Aber durch beständigen Druck auf die politischen Entscheidungsträger arbeitet Oxfam im Verbund mit anderen Organisationen und den betroffenen Menschen daraufhin, dass die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auf ihr Land zurückkehren und somit wieder ein würdevolles Leben führen können.

Das Projekt wird von Oktober 2016 bis Dezember 2021 durchgeführt.

 

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