Südafrika: Arbeitsrechte für Farmarbeiterinnen

Arbeitsrechte für Farmarbeiter/innen wurden in Südafrika erst 1994, nach dem Ende der Apartheid, eingeführt. Doch werden sie nicht auf allen kommerziellen Farmen eingehalten, und der Staat überwacht ihre Umsetzung nicht ausreichend. Darunter leiden ganzjährig und vor allem saisonal beschäftigte Arbeiter/innen, die häufig nicht organisiert und deren Rechte untergraben werden.

Oxfams Partnerorganisation Women on Farms Project (WFP) setzt sich seit Jahren für die Umsetzung der Rechte von Farmarbeiter/innen ein. Das besondere Augenmerk legt WFP dabei auf die Rechte von Frauen auf kommerziellen Farmen. Auf nationaler Ebene ist die Organisation stark in aktuelle Debatten, etwa über die Durchsetzung von Mindestlöhnen, involviert. Auf lokaler Ebene unterstützt WFP Farmarbeiterinnen bei der Überwindung der während der Apartheid geprägten patriarchalen Abhängigkeit. Diese mündet häufig in Bevormundung, Ausbeutung, Arbeitsrechtsverletzungen und schlechten Arbeitsbedingungen. Frauen wissen oft nicht um ihre Rechte und können deshalb ihre Ansprüche nicht geltend machen.

Oxfam Deutschland unterstützt WFP dabei, die Arbeitsbedingungen von Frauen auf kommerziellen Farmen zu verbessern. Unser Partner hilft den Frauen, sich zu organisieren, informiert über Arbeitsrechte und wie sie in Anspruch genommen werden, bildet Allianzen und setzt sich mit den Frauen dafür ein, dass der Staat seiner Fürsorgepflicht nachkommt. Denn nur wenn die Arbeitsrechte von Frauen aktiv durchgesetzt werden, ist wirtschaftliche Gerechtigkeit für sie gewährleistet.

Nach einer Pilotphase bis 2014 kann dieses Programm nun mit anteiliger Unterstützung durch das BMZ auf weitere Farmen am Westkap ausgedehnt und zusätzlich am Nordkap eingeführt werden. Farmarbeiterinnen von rund 60 kommerziellen Farmen werden nun Wissen um Arbeitsgesetze erwerben, sich organisieren und ihre Rechte gemeinsam besser durchsetzen. Zudem werden Arbeitsrechtsverletzungen dokumentiert und veröffentlicht. Eine weitere Komponente dieses Programms ist Ernährungssicherung, denn Farmarbeiterinnen, die meist nur saisonal beschäftigt sind, verfügen nicht über ausreichende Mittel, um ihre Familien ganzjährig zu ernähren. Deshalb entstehen innerhalb von drei Jahren 270 biologisch angebaute Gemüsegärten, um für einen ausgewogeneren Speiseplan der Familien zu sorgen und das Haushaltseinkommen durch den Verkauf von Überschüssen zu verbessern.

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Frauen erhalten Informationsmaterial zu ihren Arbeitsrechten.

Südafrika

Oxfam fördert in Südafrika lokale Organisationen, die über HIV/Aids informieren und sich um erkrankte Menschen kümmern. Mit einer weiteren Partnerorganisation machen wir uns für Rechte von Farmarbeiter/innen stark.

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