Überschwemmungen in Bosnien-Herzegowina und Serbien (Projekt abgeschlossen)

Starke Regenfälle führten im Mai und Juni 2014 zu den schwersten Überschwemmungen auf dem Balkan seit 120 Jahren. Schätzungsweise drei Millionen Menschen in Bosnien-Herzegowina und Serbien waren betroffen, über 70.000 mussten evakuiert werden.  Zu den am stärksten betroffenen Gebieten gehörten der nördliche Teil von Posavien in Bosnien-Herzegowina, speziell die Gemeinden Domaljevac, Modriča, Odžak und Šamac, sowie die Gegend von Bijeljina im Nordosten. Ebenfalls stark betroffen war die serbische Region Obrenowatz, aufgrund der Nähe zu den Flüssen Save und Kolubara.

Felder und Häuser standen teilweise bis zu zehn Tage unter Wasser, bevor das Hochwasser wieder zurückging. Viele Gebäude wurden irreparabel beschädigt, ebenso Ackerböden, Pflanzungen und landwirtschaftliche Produktionsanlagen. Ein Großteil der Viehbestände und Ernteerträge wurde vernichtet. Verunreinigtes Wasser gelangte aufgrund der Überschwemmungen in das Grundwasser.

Oxfam arbeitet seit den 1990er Jahren in Bosnien-Herzegowina und Serbien, schwerpunktmäßig in den Bereichen Fortbildung, Training und Unterstützung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Im Rahmen der Fluthilfe arbeitete Oxfam eng mit Orts- und Kreisverbänden des Roten Kreuzes in Bosnien-Herzegowina zusammen sowie mit zwei lokalen Partnerorganisationen in Serbien.

Insgesamt konnten über 41.000 Menschen unterstützt werden. Die Priorität in den ersten Wochen war die Verteilung von Hygiene-Sets und Nahrungsmittelpaketen, um der Ausbreitung von Krankheiten vorzubeugen und die Ernährung vorübergehend zu sichern. Ein weiterer Schwerpunkt war die Wiederinstandsetzung der Wasserinfrastruktur. Oxfam reparierte gebrochene Wasserleitungen, überprüfte und desinfizierte Brunnen, rüstete Haushalte mit Wasserfiltern aus und stellte Wassertanks mit Trinkwasser an zentral gelegenen öffentlichen Plätzen auf. Da die betroffene Bevölkerung zum großen Teil von Subsistenzwirtschaft lebt, fanden auch Verteilungen von Saatgut, Werkzeug und Dünger statt, um die Betroffenen dabei zu unterstützen, möglichst rasch ihre  kleinbäuerliche Produktion wieder aufzunehmen, die ihre Existenzgrundlage darstellt.

Insgesamt wurden 45 Tonnen Nahrungsmittel und über eine Tonne Saatgut und Dünger bereit gestellt. Gemeinsam mit seinen Partnern verteilte Oxfam 1.360 Hygiene-Sets, machte 360 Brunnen und Wasserleitungen wieder funktionstüchtig und installierte 200 Wasserfilter auf Haushaltsebene.