Arbeitsrechte in Unternehmen

Teepflücker/innen in Mulanje, im Süden Malawis. Nach elf Stunden Arbeit haben sie selten mehr als drei Euro am Tag verdient.

In Kürze

Die Einkaufspraktiken global agierender Unternehmen wie H&M, El Corte Inglés, Wal-Mart oder auch großer Sportartikelfirmen wie Puma, Nike und adidas sind eine der Hauptursachen für die oft ausbeuterischen Arbeitsbedingungen am unteren Ende der Lieferkette. Die Einkaufsteams der Unternehmen üben Druck auf die Zulieferer in Entwicklungsländern aus und verlangen immer billigere und schnellere „Just-in-time"-Lieferungen. Die Zulieferer wälzen dann den Druck auf die Arbeiter/-innen in ihren Betrieben ab. Dies führt zu Überstunden, Hungerlöhnen und unsicheren Arbeitsverhältnissen.

Oxfam fordert daher die Unternehmen auf, ihre Einkaufspolitiken zu ändern. Ebenso wichtig ist, dass die Politik gesetzlich regelt, dass Unternehmen für die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in ihrer Lieferkette sorgen müssen.

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Hintergründe

Heutzutage stammen die Waren in Supermärkten und Bekleidungsgeschäften aus Fabriken und Farmen auf der ganzen Welt. Doch anstatt dass sich die Arbeiter/-innen aus der Armut befreien, werden sie systematisch um ihren gerechten Anteil an den Früchten der Globalisierung betrogen.

Üblicherweise auf der Basis von Kurzzeitarbeitsverträgen beschäftigt oder ganz ohne Arbeitsvertrag arbeiten die meisten Frauen unter großem Zeitdruck für Hungerlöhne unter oft gesundheitsschädlichen Bedingungen. Oft sind sie gezwungen, viele Überstunden einzulegen, um mit ihrem Lohn auszukommen. Die meisten bekommen weder Mutterschutz noch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die wenigsten treten in eine Gewerkschaft ein.

Eine der Hauptursachen für die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse ist das neue Unternehmenskonzept: Durch internationale Fusionen und aggressive Preispolitiken hat sich die Marktmacht in der Hand einiger weniger Einzelhandelsunternehmen konzentriert. Unternehmen in der Größenordung von Wal-Mart (Umsatz im US-amerikanischen Finanzjahr 2009 401 Milliarden US-Dollar) oder Metro (Umsatz im Jahr 2008 68 Milliarden €) haben eine enorme Machtposition, durch die sie ihre Kosten und Geschäftsrisiken auf ihre Lieferanten verlagern können. Und diesen Druck verlagern die Lieferanten dann auf ihre Beschäftigten.

  • Seit der "Play Fair bei Olympia"-Kampagne im Jahr 2004 fordert Oxfam von Unternehmen, dass sie ihre Einkaufspraktiken ändern und so ihren Lieferanten ermöglichen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen durchzusetzen.Oxfam Deutschland ist aber auch der Auffassung, dass gesetzliche Reglungen eingeführt werden müssen, die vorsehen, dass Unternehmen bei sich und in ihrer Lieferkette menschenwürdige Arbeitsbedingungen durchsetzen.
  • Insbesondere sollte die Politik Publizitätspflichten einführen, nach denen Unternehmen offenlegen müssen, wo und unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen sie produzieren.
  • Es sollten Haftungsregeln eingeführt werden, nach denen Unternehmen für die von ihnen zu verantwortende Missachtung der Menschen- und Arbeitsrechte durch ihre Zulieferer haften.

Oxfam Deutschland engagiert sich daher auf nationaler Ebene in dem Netzwerk Corporate Accountability ( CorA, www.cora-netz.de) und auf EU-Ebene in dem Netzwerk European Coalition for Corporate Justice (ECCJ, www.corporatejustice.org), die sich für die Einführung gesetzlicher Regelungen für die Durchsetzung sozialer und Umweltstandards in der Lieferkette von Unternehmen einsetzen.

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