• 13. Dezember 2012

Für die Kaffeebohne wird es zu warm

Kaffee ist das schwarze Gold von Honduras, doch die Erträge werden zunehmend durch den Klimawandel bedroht.

Joaquin Pacheco aus Honduras war Zeit seines Lebens Kaffeebauer - wie auch sein Großvater und auch sein Vater. Seit einigen Jahren beobachtet Joaquin Pacheco klimatische Veränderungen. „Der Regen ist immer unberechenbarer geworden. Wir wissen nicht mehr, wann es regnen wird und wann wir ernten können. Es wird außerdem immer wärmer. Früher konnten wir den Bourbon-Kaffee auf einer niedrigen Höhe anbauen. Jetzt ist es dort dafür zu warm, und der Bourbon kann nur noch in höheren Lagen angebaut werden.“ Nicht nur Regen und Wärme machen den Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern in Honduras zu schaffen. Joaquin Pacheco berichtet auch über vermehrten Schädlingsbefall: „Es gibt mehr Insektenplagen als früher, gerade in den niedrigeren Höhenlagen. Wir haben Angst, dass sich der Schädlingsbefall auch auf die höher gelegenen Plantagen ausweiten könnte, da es auch dort immer wärmer wird.“

Joaquin Pacheco passt sich, so gut es geht, den veränderten Anbaubedingungen an, um sein Einkommen nicht zu verlieren. Seit drei Jahren beobachtet er genau, wann es wie viel regnet und führt darüber Buch. Er ist auch auf eine andere Sorte umgestiegen - die neue Kaffeebohne kommt besser mit den veränderten klimatischen Bedingungen zurecht. Außerdem hat Joaquin Pacheco  Bäume gepflanzt, die seine Kaffeeplantagen vor der Wärme schützen sollen. Zwei Plantagen besitzt Joaquin Pacheco, von denen die höher gelegene höhere Erträge abwirft. „Die höhere Kaffeeplantage liegt auf 1800m, die andere auf 1400m. Die höhere gibt den besseren Kaffee, weil es dort deutlich kühler ist.“ Wegen der steigenden Temperaturen hätte er gerne eine Plantage, die noch höher in den Bergen liegt. In einem Land wie Honduras, wo Land besonders knapp ist, wird sich diese Hoffnung wohl kaum erfüllen. Joaquin Pacheco: „In meinen 37 Jahren habe ich gesehen, wie sehr sich das Klima verändert. Ich bin besorgt darüber, was uns die Zukunft bringen wird.“