• 21. März 2012

Malaria breitet sich aus

Mit den höheren Temperaturen kommt die Malaria-Mücke

Vom Fieber geschüttelt sitzt Sen Sles auf dem Holzfußboden seines Hauses. Geschwächt berichtet er von seiner Malaria-Erkrankung: „Ich fühle mich sehr schlecht und habe hohes Fieber, aber kein Geld mehr, um mir weiter Medizin zu kaufen.“ Sen Sles hat sich mit Malaria infiziert, als er im Wald Feuerholz zum Verkaufen sammelte. „Ich habe ein sehr kleines Stück Land, das schon unter normalen Umständen kaum für die Ernährung meiner Familie ausreicht. Aber dieses Jahr hat eine Überschwemmung meine gesamte Ernte zerstört. Die einzige Möglichkeit zu überleben war das Feuerholzsammeln im Wald, doch das hat mich jetzt krank gemacht“, erzählt er.

Malaria-Mücken reagieren schon auf kleinste Klimaveränderungen

Seit dem letzten Jahr ist die Zahl der Malariapatienten in der kambodschanischen Provinz Kratie, wo Sen Sles’ Dorf Lovethom liegt, dramatisch angestiegen. Stechmücken, die Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber übertragen, reagieren schon auf kleinste Klimaveränderungen. Bei erhöhten Temperaturen entwickeln sich die Moskitos schneller, auch zusätzliche Regenfälle außerhalb der Regenzeit begünstigen ihre Vermehrung und ihr Überleben.

Dr. Cheam Sa Em, Direktor des Gesundheitsamtes der Provinz Kratie, erklärt, dass Moskitonetze verteilt würden. Außerdem würden die Bewohner/innen entlegener Regionen darüber aufgeklärt, wie sie sich vor Krankheiten wie Malaria und Denguefieber schützen können. „Allerdings“, fügt er hinzu, „hat das Amt nur begrenzt Gelder zur Verfügung.“ Angesichts der Vorhersagen, dass der Klimawandel die Regen- und Temperaturmuster in den kommenden Jahrzehnten noch mehr durcheinander bringen wird, sind die Probleme der Menschen in Lovethom nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird.