• 05. April 2012

Tröpfchenbewässerung sichert Ernten

Weil der Monsun nicht mehr regelmäßig kommt, soll ein neues Bewässerungssytem die Ernten sichern
Yema Gharti beim Bau des neues Bewässerungssystems.
Menschen des Dola Villages bauen ein Bewässerungssystem, um die Probleme mit den unzuverlässiger werdenden Regenfällen zu bewältigen, darunter auch Yema Gharti.

In den Bergregionen Nepals lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes. Die Bedingungen für Landwirtschaft sind ungünstig, sodass die meisten Familien zusätzlich teure Lebensmittel aus anderen Regionen kaufen müssen. Unberechenbar gewordene Niederschläge infolge des Klimawandels dezimieren die Ernten oder vernichten sie komplett. Die schlechten Lebensbedingungen auf dem Land zwingen immer mehr Männer, ihre Familien für die meiste Zeit des Jahres zu verlassen und als Saisonarbeiter in entfernten Regionen des Landes oder gar in Indien zu arbeiten.

Von der Ernte bleibt kein Saatgut übrig

„Wir arbeiten sehr hart auf den Feldern. Weil aber nicht genug Regen fällt, können wir nicht genug anbauen, um unsere Familien zu ernähren. Ich habe miterlebt, wie sich das Wetter verändert hat. Letztes Jahr gab es keinen Regen und wir konnten von dem geernteten Getreide kein Saatgut für das kommende Jahr aufheben“, sagt Yema Gharti aus dem Dorf Dola im Himalaya-Gebirge. Die Erfahrungen von Frau Gharti decken sich mit den Modellen der Klimawissenschaftler/innen, wonach sich durch den Klimawandel die Intensität des Monsuns und somit auch die Niederschlagsmuster in Nepal verändern. „Um ohne Getreide zu überleben, sind wir gezwungen, unser Vieh zu verkaufen. Wir haben alle mit den gleichen Problemen zu kämpfen und wenn wir nicht einmal genügend Lebensmittel für die eigene Familie ernten, können wir uns gegenseitig kaum unterstützen“, so Yema Gharti.

Ein neues Bewässerungssystem

Um die Probleme mit den unzuverlässiger werdenden Regenfällen zu bewältigen, bauen die Menschen aus Dola ein neues Bewässerungssystem. „Wenn es fertig ist, werde ich hoffentlich genug ernten können, um meine Familie zu ernähren und etwas Getreide als Saatgut für die Aussaat im nächsten Jahr aufheben zu können.“

Die Tröpfchenbewässerung macht die Landwirtschaft unabhängiger vom Niederschlag. Dabei werden Schläuche in den Gärten verlegt, bei denen in regelmäßigen Abständen Auslässe angebracht sind, über die nur geringe, exakte Wassermengen abgegeben werden. Oxfam unterstützt den Aufbau finanziell und bildet die Dorfgemeinschaft im Bau des Bewässerungssystems, dem Betrieb und der Instandhaltung aus.