Profit geht vor: Allianz, Deutsche Bank und Co. spekulieren weiter mit Nahrungsmitteln
Die Allianz ist die Nummer eins in Deutschland. Leider nicht nur unter den Versicherungen, sondern auch bei der Spekulation mit Nahrungsmitteln. In fünf Fonds hat die Allianz rund sechs Milliarden Euro in Agrarrohstoffen angelegt
Niemand in Deutschland wettet so ausdauernd und ausufernd auf Grundnahrungsmittelpreise wie Allianz und Deutsche Bank. Etwa 6,7 Milliarden Euro legt die Allianz in Agrarrohstoffen an; die Deutsche Bank 3,7 Milliarden. Zusammen kommen deutsche Finanzinstitute sogar auf mehr als elf Milliarden Euro. Das entspricht einem Siebtel des weltweiten Anlagevermögens in Agrarrohstoffen. Ihr Geschäft mit dem Hunger ist profitabel. Allianz und Deutsche Bank haben 2012 allein mit der Verwaltung von Anlagen in Agrarrohstoffen mehr als 100 Millionen Euro eingenommen.
Öffentlich bestreiten Allianz und Deutsche Bank, dass ihre Geschäfte den Hunger schüren. Doch tatsächlich wissen sie viel mehr. Laut einem internen Allianz-Papier von Juni 2012 sei „nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Spekulation übermäßige Preisentwicklungen zumindest fördert“. Die Forschungsabteilung der Deutschen Bank stellte schon 2009 fest: „Auch die Spekulation hat zu Preissteigerungen beigetragen.“ Allianz und Deutsche Bank müssen endlich Konsequenzen ziehen!
Hauptversammlung der Allianz: Oxfam weist „Spekulanten in die Schranken!“
Oxfam stellte wie bereits 2012 mit den „Kritischen Aktionären“ einen Antrag gegen die Entlastung des Allianz-Vorstands, der während der Aktionärshauptversammlung am 7. Mai 2013 zur Abstimmung stand.
Oxfam-Mitarbeiter/innen forderten auf der Hauptversammlung im Münchner Olympiapark die Allianz auf, auf ihre Forschungsabteilung zu hören und die Spekulation mit Nahrungsmitteln endlich aufzugeben. Vor dem Eingang fand ein Protestaktion unter dem Motto „Casino Allianz“ statt. Dabei empfingen Aktivist/innen die Aktionäre, um sie über die Verwicklung der Allianz in die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu informieren.
Mit der Kampagne „Spekulanten in die Schranken!“ sollen Allianz, Deutsche Bank und Co. bewegt werden, endlich aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen. Andere Institute, darunter Commerzbank, DEKA Bank und Landesbank Baden-Württemberg haben vorgemacht, dass es geht.
Handeln Sie jetzt!
Allein in Deutschland hat die Allianz 19 Millionen Kunden und Kundinnen.
Sind Sie auch Allianz-Kunde und lehnen die Spekulation mit Nahrungsmitteln ab?
Nutzen Sie unsere Briefvorlage und fordern Sie Ihren lokalen Allianz-Ansprechpartner und damit die Allianz SE auf, endlich Konsequenzen zu ziehen und aus der Nahrungsmittelspekulation auszusteigen.
Falls Sie Kunde eines anderen Finanzinstituts sind, das in die Spekulation mit Nahrungsmitteln involviert ist, können Sie die Briefvorlage selbstverständlich anpassen und für Ihr Anschreiben nutzen.
Bitte informieren Sie uns über Reaktionen der Allianz-Gruppe und anderer Finanzinstitute.
Mehr Informationen zur Beteiligung der Allianz SE und anderer deutscher Versicherungen und Banken an der Spekulation mit Nahrungsmitteln finden Sie in Oxfams Veröffentlichungen.
Mittlerweile gibt es auch Versicherer, die öffentlich erklärt haben, nicht in das Geschäft mit dem Hunger zu investieren. Das zeigt deutlich: Seriöses Versichern ist auch ohne das Zocken mit Agrarrohstoffen an den Warenterminbörsen möglich.
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