Demo für eine neue gerechte Agrarpolitik am 22.1.2011in Berlin

EU-Agrarpolitik

Die Europäische Union heizt mit Milliarden Subventionen die Überschussproduktion zugunsten großer Lebensmittelkonzerne an. Verlierer sind bäuerliche Betriebe, die ums Überleben kämpfen, die Umwelt, die unter den Folgen der Intensivlandwirtschaft leidet sowie die Kleinbäuerinnen und -bauern in den sogenannten Entwicklungsländern, die mit den billigen, subventionierten Nahrungsmitteln aus der EU nicht konkurrieren können.

Oxfam setzt sich für eine Wende in der Subventionspolitik ein, hin zu einer bäuerlichen, ökologisch verträglichen und tiergerechten Landwirtschaft ohne Schaden für arme Länder.


Factsheets zum Thema:
26 | Januar | 2011

Oxfam auf der Straße für eine neue, gerechte Agrarpolitik

Unter dem Motto „Wir haben es satt! – STOPPT Gentechnik, Massentierhaltung und Export-Dumping“ sind wir am 22. Januar 2011 in Berlin mit auf die Strasse gegangen.

Während der Grünen Woche in Berlin trafen sich am 22. Januar 2011 die EU-Landwirtschaftsminister/innen und internationale Agrarkonzerne auf Einladung der Bundesregierung. Aus diesem Anlass demonstrierte Oxfam zusammen mit einem breiten Bündnis aus Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen und anderen Verbänden für eine gerechte und ökologische Agrarpolitik. Über 20.000 Menschen nahmen teil!

Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale sagte in ihrer Rede auf dem Washington-Platz am Berliner Hauptbahnhof klar und deutlich: „Schluss mit einer Politik, die Armut und Hunger exportiert. Wir brauchen eine neue Europäische Agrarpolitik: fair, umweltgerecht und global verantwortlich!“

Die Europäische Agrarpolitik hat sich nicht bewährt! Die Produktion und der Export von Überschüssen werden weiter subventioniert. Bäuerinnen und Bauern in armen Ländern, die mit der billigen Konkurrenz aus der EU nicht mithalten können, haben das Nachsehen. Ihre Lebensgrundlagen werden bedroht. Mit der jetzigen Verteilung der Subventionen werden sogar auch all jene honoriert, die Arbeitsplätze wegrationalisieren, Massentierhaltung betreiben, die Umwelt schädigen und den Verlust der Artenvielfalt vorantreiben. Das kann wohl kaum im Interesse der Allgemeinheit sein.

Die europäische Fast-Food-Landwirtschaft hat viele unschöne Gesichter: Auf Hochleistung getrimmte Kühe mit Gelenkerkrankungen, Küken vom Fließband, Soja von durch Regenwaldabholzung gewonnenen Flächen für die Produktion von Billigfleisch, Hungerlöhne für Saisonarbeiter/innen. Statt Frischmilch gibt es zunehmend nur noch H-Milch im Angebot, Früchte werden durch Aromastoffe ersetzt und Nahrungsmittel mit Geschmacksverstärkern aufgepeppt, weil die in industrieller Landwirtschaft hergestellte billige Massenware an geschmacklicher Intensität einbüßt.

Bäuerliche Betriebe werden durch diese Politik vom Markt verdrängt. Agrarsubventionen sind extrem ungerecht verteilt. 1,3 % der Betriebe erhalten knapp 30 % der Subventionen (> 100.000 Euro pro Betrieb). Flächenstarke rationalisierte Betriebe erhalten umgerechnet bis zu 120.000 Euro pro Arbeitskraft, während die Betriebe durchschnittlich jedoch weniger als 8.500 Euro pro Arbeitskraft an EU-Förderung erhalten. Dagegen wäre ein Subventionssystem, das gezielt Anreize für eine bäuerliche, regionale, ökologisch verträgliche und tiergerechte Landwirtschaft setzt, auch entwicklungspolitisch sinnvoll.

Unter dem Motto „Wir haben es satt! -- STOPPT Gentechnik, Massentierhaltung und Export-Dumping" sind wir am 22. Januar 2011 in Berlin mit auf die Strasse gegangen.