Die Europäische Agrarpolitik hat sich nicht bewährt! Die Produktion und der Export von Überschüssen werden weiter subventioniert. Bäuerinnen und Bauern in armen Ländern, die mit der billigen Konkurrenz aus der EU nicht mithalten können, haben das Nachsehen. Ihre Lebensgrundlagen werden bedroht. Mit der jetzigen Verteilung der Subventionen werden sogar auch all jene honoriert, die Arbeitsplätze wegrationalisieren, Massentierhaltung betreiben, die Umwelt schädigen und den Verlust der Artenvielfalt vorantreiben. Das kann wohl kaum im Interesse der Allgemeinheit sein.
Die europäische Fast-Food-Landwirtschaft hat viele unschöne Gesichter: Auf Hochleistung getrimmte Kühe mit Gelenkerkrankungen, Küken vom Fließband, Soja von durch Regenwaldabholzung gewonnenen Flächen für die Produktion von Billigfleisch, Hungerlöhne für Saisonarbeiter/innen. Statt Frischmilch gibt es zunehmend nur noch H-Milch im Angebot, Früchte werden durch Aromastoffe ersetzt und Nahrungsmittel mit Geschmacksverstärkern aufgepeppt, weil die in industrieller Landwirtschaft hergestellte billige Massenware an geschmacklicher Intensität einbüßt.
Bäuerliche Betriebe werden durch diese Politik vom Markt verdrängt. Agrarsubventionen sind extrem ungerecht verteilt. 1,3 % der Betriebe erhalten knapp 30 % der Subventionen (> 100.000 Euro pro Betrieb). Flächenstarke rationalisierte Betriebe erhalten umgerechnet bis zu 120.000 Euro pro Arbeitskraft, während die Betriebe durchschnittlich jedoch weniger als 8.500 Euro pro Arbeitskraft an EU-Förderung erhalten. Dagegen wäre ein Subventionssystem, das gezielt Anreize für eine bäuerliche, regionale, ökologisch verträgliche und tiergerechte Landwirtschaft setzt, auch entwicklungspolitisch sinnvoll.

