G8/G20-Gipfel in Kanada
Fotostunt "Die nackte Wahrheit", Huntsville
25. Juni 2010, Fotostunt, Huntsville, Kanada: Oxfam-Aktivisten, als G8 Staats- und Regierungschefs verkleidet, entblößen alles, um auf die dramatische Notlage tausender Frauen aufmerksam zu machen, die jeden Tag an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt sterben. © Allan Lissner/Oxfam Kanada
Angela Merkel und Nicolas Sarkozy schließen ihren Bund zur Robin-Hood-Steuer.
27. Juni 2010, Oxfam-Aktion in Toronto, Kanada: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy schließen ihren Bund zur Robin-Hood-Steuer (Finanztransaktionssteuer). Sie werden von Robin Hood getraut. © Kelvin Abong/Oxfam
Angela Merkel und Nicolas Sarkozy schließen ihren Bund zur Robin-Hood-Steuer.
27. Juni 2010, Oxfam-Aktion in Toronto, Kanada: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy schließen ihren Bund zur Robin-Hood-Steuer (Finanztransaktionssteuer). Sie werden von Robin Hood getraut. © Kelvin Abong/Oxfam
Foto: 28. Juni 2010: Fotostunt, Kanada
28. Juni 2010, Fotostunt, Kanada: Oxfam-Aktivisten zeigen die G8 Staats- und Regierungschefs als orientierungslose Touristen und prangern somit symbolisch deren Führungsschwäche an. © Allan Lissner
Foto: 28. Juni 2010: Fotostunt, Kanada
28. Juni 2010, Fotostunt, Kanada: Angesichts des weltweiten Hungers geraten die als ahnungslose G8 verkleideten Oxfam-Aktivisten ins Stolpern. © Allan Lissner
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

G8/G20-Gipfel in Kanada

Die Gruppe der 8 (G8) trägt eine besondere Verantwortung im Kampf gegen die weltweite Armut: Die weltweit führenden Industrienationen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA) plus Russland haben versprochen, die weltweit zur Verfügung gestellte Entwicklungshilfe gemeinsam mit anderen Geberländern innerhalb von fünf Jahren, d.h. bis 2010 um 50 Milliarden Dollar zu erhöhen. Nach derzeitigem Stand werden sie dieses Ziel um bis zu 23 Milliarden Dollar verfehlen. Oxfam fordert von den G8, ihre Versprechen zu halten!

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise und des wirtschaftlichen Aufstiegs von Ländern wie Brasilien, China oder Indien wird zudem das Forum der 20 weltweit führenden Industrie- und Schwellenländer, die G20, immer wichtiger. Hier werden zunehmend die Weichen für die Entwicklungschancen armer Länder gestellt. Oxfam fordert von den G20 unter anderem ein finanzielles Hilfspaket für arme Länder zum Abfedern der Krisenfolgen, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sowie entschiedene Maßnahmen zur Trockenlegung von Steueroasen.

29 | Juni | 2010

G8/G20 – Gipfel der Enttäuschung

Das diesjährige Treffen der führenden Staats- und Regierungschefs zum G8-Gipfel in Kanada muss als Gipfel des Wortbruchs verbucht werden.

Die konkreten Versprechen zur Erhöhung der Entwicklungshilfe um 50 Mrd., davon 25 Mrd. für Afrika, die 2005 in Gleneagles abgegeben wurden, fanden mit keiner Silbe mehr Erwähnung. Davon kann auch die Initiative für Mütter- und Kindergesundheit nicht ablenken. Ohne eine generelle Erhöhung der Haushaltsmittel für Entwicklungszusammenarbeit, wird das für die Initiative zugesagte „zusätzliche“ Geld aus anderen wichtigen Sektoren, wie Ernährungssicherheit oder Bildung abgezogen werden müssen. Darum ist die Einhaltung der Versprechen von Gleneagles unerlässlich.

Auch die G20 konnten sich bei den Themen Besteuerung des Finanzsektors und Klimawandel nicht einigen und vertagten wichtige Beschlüsse auf den kommenden Gipfel in Südkorea, der im November 2010 stattfindet.

25 | Juni | 2010

Fotostunt "Die nackte Wahrheit" in Huntsville, Kanada

Fotostunt "Die nackte Wahrheit". © Allan Lissner/Oxfam KanadaAm 24. Juni sah man Oxfams "Big Heads" nackt und schwanger in Huntsville, Kanada. Mit nur einem Feigenblatt bedeckt, demonstrierten sie die nicht zu verbergende Wahrheit, dass die G8 darin gescheitert sind, ihre Versprechen zur weltweiten Armutsbekämpfung zu halten.

Im Jahre 2005 versprachen die G8 Staats- und Regierungschefs, die Entwicklungshilfe jährlich um 50 Milliarden US Dollar zu erhöhen. Diese Zusage verfehlen sie fünf Jahre später um 20 Milliarden US-Dollar. Allein in diesem Jahr werden 350 000 Frauen aufgrund mangelnder Gesundheitsfürsorge an vermeidbaren Komplikationen bei der Schwangerschaft und Geburt sterben.

10 | Juni | 2010

Zusagen der G8 müssen umgesetzt werden, denn Entwicklungshilfe wirkt!

Am 25. und 26. Juni ist es wieder soweit: Die Staats- und Regierungschefs der G8 treffen sich zu ihrem diesjährigen Gipfel in Kanada.

Die entwicklungspolitischen Erwartungen sind hoch. Zum einen müssen die G8 als führende Industrie-Nationen erklären, warum sie ihr Versprechen aus dem Jahr 2005, innerhalb von fünf Jahren die weltweite Entwicklungshilfe um 50 Milliarden Dollar zu erhöhen, um rund 20 Milliarden verfehlen werden. Um ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, müssen sie nun trotz Finanz- und Wirtschaftskrise Wege finden, um bis spätestens 2012 die Erhöhung um 50-Milliarden zu erreichen.

Die kanadische G8-Präsidentschaft will der Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit besondere Aufmerksamkeit widmen. Das ist dingend notwendig, denn bei diesen beiden im Jahr 2000 verabschiedeten Millennium-Entwicklungszielen (MDGs) gibt es bislang die wenigsten Fortschritte. Noch immer sterben pro Jahr über 350.000 Frauen aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Dies sind Tag für Tag rund 1.000 Todesfälle von Frauen, die nicht sterben müssten, wenn sie Zugang zu Gesundheitsfürsorge hätten.

Die G8 müssen zudem dringend Maßnahmen zur Bekämpfung des weltweiten Hungers ergreifen. Im Zuge der Ernährungskrise ist die Zahl der Hungernden auf über eine Milliarde Menschen gestiegen – jeder sechste Mensch leidet gegenwärtig Hunger! Die Zusage des G8-Gipfels 2009 im italienischen L’Aquila, die Mittel für globale Ernährungssicherung deutlich zu erhöhen, muss daher unbedingt eingehalten werden – mit zusätzlichen Geldern, denn was bringt es, wenn das Geld aus anderen wichtigen Bereichen der Armutsbekämpfung einfach umgeschichtet wird?

Beschämender G8-Gipfel der gebrochenen Versprechen

Oxfams Reaktion auf das G8-Kommuniqué, 26.06.2010

Am Ende des G8-Gipfels wird klar, dass die Staats- und Regierungschefs ihre Versprechen von Gleneagles, die Entwicklungshilfe bis 2010 um 50 Mrd. zu erhöhen, nicht eingehalten haben. Davon kann auch die Initiative gegen Kinder- und Müttersterblichkeit nicht ablenken. mehr...

G20 mit schwacher Vorstellung bei Armutsbekämpfung

Oxfams Reaktion zum G20-Gipfel, 27.06. 2010

Die G20 haben eine große Gelegenheit verpasst, im Kampf gegen die weltweite Armut wichtige Weichenstellungen vorzunehmen. Einigkeit herrschte lediglich bezüglich ihrer Uneinigkeit: Klar ist nur, dass die G20 unterschiedlicher Auffassung sind, ob und wie die Banken für die Kosten der Wirtschaftskrise aufkommen sollen. mehr...

Erfahrungen vor Ort: G8/G20 2010 in Kanada

Entwicklungshilfe ist unbedingt erforderlich, um durch sinnvollen Einsatz etwa im Gesundheits- und Bildungswesen extremer Armut entgegenzuwirken.

Hier können Sie lesen, warum es so wichtig ist, dass die Versprechen umgesetzt werden.

Machen Sie mit bei der Aktion: "Don´t Drop the Ball on Aid - am Ball bleiben für Entwicklung"!