Mahlzeit

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Darum geht es bei Mahlzeit!
Aufbruch in ein neues Ernährungszeitalter. Anders produzieren, weniger verschwenden, anders konsumieren!
Für eine gerechte Welt. Ohne Hunger. Innerhalb der ökologischen Grenzen.

So, wie wir mit Essen, der Umwelt und dem Hunger umgehen, kann es nicht weitergehen. Wie können wir sicherstellen, dass im Jahre 2050 neun Milliarden Menschen satt werden, wenn Land und Wasser immer knapper werden und klimabedingte Wetterextreme zunehmen?

Wir brauchen einen grundlegenden Wandel, um die Welt zu ernähren und zugleich die ökologischen Grenzen unseres Planeten nicht zu überschreiten. Wir müssen uns einmischen und Einfluss darauf nehmen, wie mit der Welt und dem Hunger umgegangen wird.

„Mahlzeit!“ ist eine Einladung mitzumachen. Eine Zukunft ohne Hunger ist machbar!

Kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern!

Die kleinbäuerliche Landwirtschaft hat das größte Potential für den ökologischen und sozial nachhaltigen Anbau von Nahrungsmitteln. Kleinbäuerinnen und -bauern müssen dabei unterstützt werden, ihre Produktion zu steigern und so die Versorgung einer wachsenden Bevölkerung in armen Ländern zu sichern. Doch weltweit bilden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern die größte Gruppe von Hungernden. Grund dafür sind Diskriminierungen in vielfacher Art und Weise. Viele Menschen haben kein oder zu wenig Land, um darauf genug für ihre Familien anbauen zu können. Wir fordern Regierungen und Konzerne auf, den Zugang zu Land, Wasser und lokalen Märkten zu gewährleisten!

Kaufen Sie mehr saisonale und regionale Produkte.

Auf die Frauen kommt es an!

Frauen spielen bei der Produktion von Nahrungsmitteln eine entscheidende Rolle. Zugleich sind 60 Prozent der Hungernden weiblich. Die weltweiten Ernteerträge könnten um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden, hätten Frauen in der Landwirtschaft die gleichen Chancen wie Männer. Frauen brauchen besseren Zugang zu Land, Wasser, Vieh, Kredit und angepassten Technologien. Mehr Gleichberechtigung bedeutet weniger Hunger!

Beteiligen Sie sich an Demonstrationen, Kampagnen oder Petitionen für die Stärkung der Frauen.

Essen auf den Teller – Nicht in den Tank!

Die zunehmende Verwendung von Pflanzen für die Produktion von Agrarkraftstoff verknappt das Angebot an Nahrungsmitteln und führt zu steigenden Weltmarktpreisen für Getreide. Wir fordern ein Ende der Beimischquote und der staatlichen Förderung von „Biosprit“!

Fahren Sie mehr Fahrrad und lassen Sie das Auto so oft wie möglich stehen.

Dem Klimawandel trotzen!

Der Klimawandel und seine negativen Folgen wie Dürre, Überschwemmungen und Ernteausfälle lassen sich durch konsequenten Klimaschutz zwar begrenzen, aber nicht mehr verhindern. Vor allem in armen Ländern sind die Folgen des Klimawandels längst zu spüren. Die Betroffenen brauchen finanzielle und technologische Unterstützung, um sich an die klimatischen Veränderungen anzupassen. Denn die reichen Länder tragen die Hauptverantwortung für den Klimawandel.

Fahren Sie mehr Bahn, anstatt zu fliegen.

Landgrabbing stoppen!

Agrarkonzerne, Staaten und Investmentfonds sichern sich immer mehr Land und Wasser in armen Ländern. Seit 2000 wurden so knapp 30 Millionen Hektar Land in Anspruch genommen, davon über die Hälfte in Afrika. Viele Kleinbäuerinnen und -bauern, indigene Bevölkerungsgruppen und Nomaden sind gezwungen in Städte abzuwandern, andere werden vertrieben. Die Menschen verlieren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage. Wir fordern, die Land- und Wasserrechte der Landbevölkerung umfassend zu sichern!

Fordern Sie Bundestags- und Landtagsabgeordnete auf, sich aktiv für die Bekämpfung von Hunger einzusetzen.

Fleischkonsum einschränken!

Um billiges Fleisch zu produzieren, wird importiertes Soja aus Monokulturen in Massentierhaltung verfüttert. Auch immer mehr Getreide landet im Trog statt auf dem Teller. Um eine Kalorie eines Schnitzels zu erzeugen, sind sieben Kalorien aus Futterpflanzen erforderlich. Wir alle können etwas für Mensch, Tier und Umwelt tun, indem wir weniger Fleisch und nur noch Fleisch aus nachhaltiger Tierhaltung und Produktion essen.

Legen Sie öfter mal vegetarische Tage ein.

Mit Essen spielt man nicht!

Banken und Fonds spekulieren auf steigende oder fallende Preise von Rohstoffen wie Weizen und Mais; in unserem Land sind die Allianz und die Deutsche Bank die größten Spekulanten. Die Folge dieser Spekulation: Die Preise für Nahrungsmittel hängen nicht mehr allein von Angebot und Nachfrage ab, sondern von manipulierten Börsenkursen. Das trifft vor allem Familien in armen Ländern. Steigen die Preise, steigt der Hunger. Um dies zu verhindern, muss die Spekulation mit Nahrungsmitteln gestoppt werden!

Investieren Sie in sozial und ökologisch sinnvolle Geldanlagen.

Es gibt Ansätze und Lösungsvorschläge, wie wir die Herausforderung, alle Menschen ausreichend und ausgewogen zu ernähren, annehmen und bewältigen können. Doch diese Aufgabe kann keiner allein bestreiten: Helfen Sie mit, eine Veränderung voranzutreiben!

Wenn Sie erfahren möchten, was unter anderem der Kochprofi Ole Plogstedt und Musiker Jan Delay mit „Mahlzeit!“ zu tun haben, abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben informiert!

Die Themen:

Spekulation mit Nahrungsmitteln

Die Gesetzmäßigkeiten der Finanz­märkte und die Motive der Finanzakteure bestimmen und treiben immer mehr die Preise von Nahrungsmitteln wie Weizen, Mais, Soja, Zucker, Kaffee und Kakao.

Klimawandel

Arme Länder sind besonders von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen.

Biosprit / Agrarkraftstoff

Immer mehr Nahrungsmittel landen im Tank statt auf dem Teller.

Kleinbäuerliche Landwirtschaft

In der Stärkung der kleinbäuerlichen, ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft liegt enormes Potenzial für eine nach­haltig sichere Nahrungsmittelversorgung.

Landgrabbing

Durch den großflächigen Erwerb von Land und Wasserrechten durch Agrarkonzerne werden Kleinbauern ihrer Ressourcen beraubt.


Kleinbauern Fofana, Mali
Kleinbauernfamilie Fofana, Mali © Svenja Koch/Oxfam
16 | Juni | 2014

In Kleinbäuerinnen und Kleinbauern investieren

Die 54 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) vereinbarten 2003 sich verstärkt gegen Hunger einzusetzen. In der sogenannten Maputo-Erklärung beschlossen sie zehn Prozent des Staatshaushaltes für die Förderung der Landwirtschaft aufzubringen. Darüber hinaus sollte der landwirtschaftliche Sektor jährlich um sechs Prozent wachsen und Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gestärkt werden.

Doch auch elf Jahre nach der Maputo-Erklärung hat sich in vielen Ländern nichts verändert. Nur zehn der 54 Staaten haben das Zehn-Prozent-Ziel erreicht. Das Potenzial von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wird weiterhin oft ignoriert und stattdessen in ein industrielles Agrarmodell investiert.

Ab dem 9. Juli findet die nächste Konferenz der AU in Addis Abeba, Äthiopien, statt. Im Jahr der Landwirtschaft und Ernährungssicherung („2014 Year of Agriculture and Food Security in Africa“) wird die Konferenz richtungsweisend für die Zukunft der afrikanischen Landwirtschaft sein. 70 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft. Oxfam und ONE fordern mit einer Unterschriftensammlung die afrikanischen Regierungen auf, ihre in Maputo zugesagten Versprechungen einzuhalten und gezielt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu stärken. Über zwei Millionen Menschen haben bereits unterschrieben. Unterschreiben auch Sie!

05 | Juni | 2014

Bahati Muriga – Female Food Hero in Tansania

Bahati Muriga aus Mwanza ist die diesjährige Gewinnerin des tansanischen Wettbewerbes „Mama Shujaa wa Chakula“ (Female Food Hero). Gemeinsam mit lokalen Partnern vergibt Oxfam diesen Preis, um Frauen für ihre landwirtschaftliche Arbeit zu würdigen. Auf ihren zwei Hektar Land baut Bahati Muringa Mais, Zuckerrohr und Erdnüsse an. Sie beharrt darauf, dass Kleinbäuerinnen und Kleinbauern die Auswirkungen des Klimawandels in ihrer Feldarbeit berücksichtigen müssen. Denn nur mit dem Wissen, verdeutlicht Bahati, können sie angepasste Pflanzen verwenden und die Erde schützen.

Sie kommt selber aus einer Kleinbauernfamilie. Mit ihrem Einkommen aus der Landwirtschaft kann sie die Kosten der schulischen Ausbildung ihrer Kinder und der Gesundheitsvorsorge decken. Außerdem sind Kleinbäuerinnen mit einem eigenen Einkommen unabhängiger von ihren Männern und können sich besser vor Gewalt und Missbrauch schützen.

Bahati Muriga sieht sich als eine starke Frau, die für mehr Unterstützung von Kleinbäuerinnen in Tansania kämpft. In vielen Teilen der Welt sichern Frauen die Versorgung ihrer Familien. Sie produzieren Nahrung, holen Wasser, sammeln Holz und beschaffen Kleidung. Doch anstatt dabei Unterstützung zu erfahren, haben Frauen oft keinen Zugang zu Land, Wasser und Krediten. Zugleich sind 60 Prozent der Hungernden weiblich. Die Idee hinter dem Wettbewerb „Female Food Hero“ und der Übertragung durch das nationale Fernsehprogramm als „Reality-TV-Show“ entstand vor zwei Jahren. Der Welt soll gezeigt werden, wie Frauen in Afrika mit geringen Ressourcen und täglichen Schwierigkeiten ihre Familie ernähren und zugleich nachhaltige Landwirtschaft betreiben. Kleinbäuerinnen erhalten so eine stärkere Stimme. Der enthusiastische Fernsehmoderator verdeutlicht: „Wir wollen diese Frauen feiern, weil unser Leben an ihnen hängt!“

Burkina Faso
© Pablo Tosco/Oxfam
22 | Mai | 2014

Die Neue Allianz der G8 verschärft das Hungerrisiko in Burkina Faso

Die Neue Allianz für Ernährungssicherung der G8 droht in Burkina Faso Kleinbäuerinnen und -bauern in den Hunger zu treiben. Dazu hat Oxfam eine neue Studie veröffentlicht. Die Untersuchung „For whose benefit?“ zeigt am Beispiel von Burkina Faso, dass die G8-Länder unter dem Etikett der Hungerbekämpfung Kleinbäuerinnen und -bauern schaden, weil sie vor allem Unternehmen fördern, anstatt die Landbevölkerung zu unterstützen. Die Neue Allianz für Ernährungssicherung unterwandert ihr eigenes Ziel. Sie gefährdet arme Menschen, anstatt ihnen aus der Armut zu helfen.

Zu Lasten der kleinbäuerlichen Produzenten wird derzeit in Burkina Faso ein günstiges Investitionsklima für Unternehmen und damit eine großflächige Landwirtschaft geschaffen. Zum Beispiel verspricht die Regierung Burkina Fasos Investoren im „Wachstumskorridor“ Bagré Pole Steuer- und Handelserleichterungen sowie die Bereitstellung von bewässertem Land. Die ansässigen Kleinbäuerinnen und -bauern haben das Nachsehen: 3000 Menschen sollen für den Bau des Bewässerungssystem im Bagré-Gebiet temporär umgesiedelt werden. Erfahrungen mit Umsiedlungen zeigen, dass die betroffenen Menschen hinterher häufig schlechter gestellt werden. Nach aktuellen Planungen bekommen sie nach der Umsiedlung nur einen Teil ihres Landes zurück. Der bewässerte Grund umfasst zunächst 12.712 Hektar, wovon die Kleinbäuerinnen und-bauern nur magere 20 Prozent bewirtschaften dürfen. Unternehmen profitieren außerdem von langfristigen Pachtverträgen mit Laufzeiten zwischen 18 und 99 Jahren. Oxfam fordert die Bundesregierung als Mitglied der G8 auf, sich für eine grundlegende Reform der Neuen Allianz einzusetzen oder sich aus ihr zurückzuziehen.

Mit der Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne“ machen derzeit elf Nichtregierungsorganisationen Druck auf die Bundesregierung, damit diese die Förderung von Agrarkonzernen beendet. Eine Petition dazu haben gemeinsam gestartet: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., BUND, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA-netzwerk, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Katholische Landjugendbewegung Deutschlands, Oxfam Deutschland, Pestizid-Aktions-Netzwerk, Weltladen Dachverband.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Entwicklungsminister Gerd Müller vor den Karren der Agrarkonzerne Bayer, BASF, Monsanto und Co. gespannt. © Swen Siewert
05 | Mai | 2014

Start der Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!“

Anlässlich eines Treffens des Leitungsrates der Neuen Allianz für Ernährungssicherung in Abuja, Nigeria startet Oxfam, das INKOTA-netzwerk und FIAN heute mit einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt die neue Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!“.

Marita Wiggerthale, Agrar-Expertin bei Oxfam: „Wer Armut und Hunger bekämpfen will, muss die Armen und Hungernden unterstützen, nicht Agrokonzernen dabei helfen, Geschäfte zu machen. Die Bundesregierung darf sich nicht vor den Karren von Bayer, BASF, Monsanto und Co. spannen lassen. Sie treibt mit diesen Kooperationen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in die Abhängigkeit von Multis, statt ihren Zugang zu Nahrung, Land und Wasser zu verbessern.“

Die Bundesregierung und das Entwicklungsministerium (BMZ) unterstützen verstärkt Agrarkonzerne wie Bayer, BASF und Monsanto im Rahmen von Kooperationen wie der Neuen Allianz für Ernährungssicherung in Afrika und der German Food Partnership. Diese schmücken sich mit dem Etikett der Armutsbekämpfung, dienen aber vor allem den Profitinteressen der Konzerne. Die Unternehmen erschließen sich zum Beispiel neue Pestizidmärkte oder sichern sich über die Neue Allianz Land- und Saatgutrechte. Das geht vor allem zu Lasten der Mehrheit der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die ins Abseits gedrängt werden. Aber auch die Umwelt leidet, denn die industriellen Monokulturen der Konzerne schädigen die Böden und bedrohen die biologische Vielfalt.

Oxfam und zehn Nichtregierungsorganisationen* fordern von der Bundesregierung und dem BMZ:

  • Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne: Beenden Sie die Förderung von Konzernen wie Bayer, BASF und Monsanto!
  • Mehr Transparenz: Legen Sie offen, wer wofür wie viele Entwicklungshilfegelder im Bereich Landwirtschaft und Ernährungssicherung erhält!
  • Kleinbäuerinnen stärken: Richten Sie die deutsche Entwicklungshilfe an den Forderungen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im globalen Süden nach Ernährungssouveränität, der Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung und der Förderung einer umwelt- und klimagerechten Landwirtschaft aus!

* Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., BUND, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA-netzwerk, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Katholische Landjugendbewegung Deutschlands, Misereor, Pestizid-Aktions-Netzwerk, Weltladen Dachverband

Viele Menschen in Burkina Faso haben als Folge von Dürren und Wetterextremen mit
Viele Menschen in Burkina Faso haben als Folge von Dürren und Wetterextremen mit kargem Weideland und wenig Erträgen zu kämpfen. © Andy Hall/Oxfam
19 | März | 2014

Landwirtschaft in Burkina Faso – Gefahren durch die Neue Allianz der G8

Vergangene Woche reiste Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale nach Ouagadougou, Burkina Faso. Sie führte Gespräche mit Partnerorganisationen von Oxfam, mit Regierungsvertretern und Mitarbeitern der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Dabei konnte sie sich ein genaues Bild der landwirtschaftlichen Probleme und der Regierungspolitik des westafrikanischen Landes machen.

Die Regierung plant inländische und ausländische Investoren anzusiedeln

Anlass für ihre Reise war ein Treffen bezüglich der „Neuen Allianz für Ernährungssicherung der G8“, zu welchem Oxfam zum Austausch mit Vertretern der burkinischen Landwirtschaft und Zivilgesellschaft eingeladen hatte. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Pläne der Regierung, inländische und ausländische Investoren anzusiedeln, um die landwirtschaftliche Produktion zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen.

Diese Pläne bergen große Gefahren:

  • Vernachlässigung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft
  • Landgrabbing
  • Umweltprobleme
  • Gentechnik und Abhängigkeit von Konzernen wie Monsanto beim Saatgut

Das Projekt begünstigt eindeutig Investoren und fördert nicht schwerpunktmäßig die kleinbäuerliche Landwirtschaft. Deutschland spielt eine wichtige Rolle in der „Neuen Allianz“, so dass dieses Thema uns weiter beschäftigen wird.

Lesen Sie den kompletten Reisebericht in unserem Blog.

 

Demonstranten mit Oxfam-Fahnen auf den Straßen Berlins
30.000 Demonstrant/innen zogen durch die Berliner Innenstadt und forderten: Schluss mit der Klientelpolitik für die Agroindustrie! © Oxfam
20 | Januar | 2014

„Wir haben es satt!“ 30.000 Menschen fordern Ende der Klientelpolitik für die Agroindustrie

Angeführt von Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren sind wir am Samstag auf der vierten Agrardemo durch die Berliner Innenstadt gezogen.

Gemeinsam mit 30.000 Demonstrant/innen forderten wir ein Ende der Hilfen für die Agroindustrie und einen grundlegenden Kurswechsel in der Agrarpolitik. Eine ökologisch und global nachhaltige Agrarwende ist dringend notwendig!

Die Auswirkungen der agroindustriellen Massenproduktion sind für Bäuerinnen und Bauern im globalen Süden und Norden dramatisch: Landnahme durch Großinvestoren und Staaten, Saatgutverordnungen und unfaire Handelsbedingungen verstärken den Hunger auf der Welt.

Die Route der Demonstration führte nach der Auftaktveranstaltung am Potsdamer Platz vorbei am Finanz- und weiter zum Landwirtschaftsministerium. Zahlreiche Initiativen veranstalteten politische Rollenspiele oder musizierten und erheiterten so die Demonstrant/innen. Auch dank des strahlenden Sonnenscheins und der guten Stimmung blieb keine Zeit zum Frieren.

Vielen Dank noch einmal an alle, die so zahlreich mit dabei waren!

Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Währung bei einer Abstimmung
Daumen hoch: Das Europäische Parlament hat sich für die Stärkung der Regeln für den Handel mit Agrarrohstoffen eingesetzt. © European Union 2013 - EP
15 | Januar | 2014

Endlich: EU setzt der Spekulation mit Nahrungsmitteln Grenzen

Einigung erreicht: Ein großer Dank an alle Engagierten

In der Nacht zum Mittwoch haben das Europäische Parlament und die griechische Ratspräsidentschaft eine Einigung über die Neufassung der Europäischen Finanzmarktrichtlinie (Markets in Financial Instruments Directive, MiFID) erzielt. Der Kompromiss beinhaltet auch neue Regeln, um die Spekulation mit Finanzderivaten auf Weizen, Mais, Soja, Zucker und anderen Agrarrohstoffen einzuschränken.

Die Einigung wurde erzielt, obwohl die britische und einige andere Regierungen bis zuletzt versucht haben, eine effektive Regulierung zu blockieren. Insbesondere die Vertreter/innen des Europäischen Parlaments haben sich in den Verhandlungen aber für eine Stärkung der Regeln eingesetzt.

Wir freuen uns darüber, dass unsere politische Arbeit gemeinsam mit deutschen und europäischen Bündnispartnern in den Kampagnen „Mit Essen spielt man nicht!“ und „Spekulanten in die Schranken!“ zu diesem politischen Erfolg beigetragen hat. Dabei war das Engagement von unseren Unterstützerinnen und Unterstützern ganz entscheidend. Wir sagen: Danke!

Erfreulicher Kompromiss, aber Gefahr von Schlupflöchern
Zwischen den europäischen Finanzplätzen droht ein regulatorischer Wettlauf nach unten.David Hachfeld
Handels-Experte bei Oxfam

Die Einigung schafft die Voraussetzungen zur Eindämmung von Wetten auf Lebensmittelpreise, deren Auf und Ab für Millionen Menschen in Entwicklungsländern eine Frage von Leben und Tod ist. Die Vereinbarung schreibt Obergrenzen für die Spekulation fest; auch der außerbörsliche Handel mit Rohstoffderivaten wird von den Limits erfasst. Für Millionen Menschen in armen Ländern, die bis zu 75 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden müssen, ist das eine gute Nachricht – ebenso für Produzenten, die auf stabile Agrarrohstoffpreise angewiesen sind. Der Kompromiss ist somit ein wichtiger Fortschritt.

Allerdings ist es der mächtigen Finanzlobby gelungen, Ausnahmen und Schlupflöcher in Richtlinie einzubauen: „Die Obergrenzen werden nicht auf europäischer Ebene, sondern von den nationalen Aufsichtsbehörden festgelegt und könnten zu weich ausfallen, sodass eine Eindämmung der exzessiven Spekulation mit Nahrungsmitteln nur bedingt erreicht wird. Diese Gefahr besteht insbesondere in Großbritannien. Zwischen den europäischen Finanzplätzen droht ein regulatorischer Wettlauf nach unten“, befürchtet Oxfam-Experte David Hachfeld.

Die Europäische Kommission und die Europäische Aufsichtsbehörde ESMA müssen bei der nun anstehenden Implementierung der Richtlinie darauf achten, die Schlupflöcher zu stopfen und eine wirksame Begrenzung der Nahrungsmittelspekulation an allen europäischen Handelsplätzen durchsetzen.

Foto: Demonstration gegen Nahrungsmittelspekulation
Bei der Abschlussaktion 2013 forderten die Demonstranten: „Welternährung sichern – Spekulanten in die Schranken!“ und „Nahrung ist ein Menschenrecht!“. © Mike Auerbach
17 | Dezember | 2013

So haben wir 2013 „Spekulanten in die Schranken!“ gewiesen

Anfang 2013 haben wir beschlossen, unsere Arbeit zum Thema Nahrungsmittelspekulation fortzusetzen, denn entgegen dem ursprünglichen Zeitplan haben die europäischen Finanzminister die Verhandlungen über eine neue Finanzmarktrichtlinie um mehrere Monate verschleppt.

Um das Feld nicht der mächtigen Finanzlobby zu überlassen, die sich mit aller Kraft gegen eine stärkere Regulierung der Rohstoffmärkte einsetzt, haben wir unsere Kampagne unter dem Motto „Spekulanten in die Schranken!“ in eine zweite Runde geschickt, um den Druck auf Banken und politisch Verantwortliche aufrechtzuerhalten.

Banken: Aussteiger und Unverbesserliche

Bei der Finanzbranche haben wir mit unserer Kampagne Erfolge aber auch Rückschläge erfahren. Die anhaltende öffentliche Debatte um die Auswirkungen der Spekulationsgeschäfte hat Teile der Finanzbranche zum Nachdenken gebracht: Mehrere deutsche und internationale Institute, darunter die BayernLB, die DZ-Bank als Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken sowie die französische Bank Crédit Agricole haben dem Geschäftsmodell Nahrungsmittelspekulation den Rücken gekehrt. Die Deutsche Bank und die Allianz haben sich hingegen bewusst gegen einen Ausstieg entschieden. Wir haben auf den Jahreshauptversammlungen von Allianz und Deutscher Bank sowie in Briefwechseln und Artikeln auf die Widersprüche in den Argumenten der beiden Finanzkonzerne hingewiesen. Parallel beschäftigte uns und unsere Bündnispartner/innen der europäische Prozess zur Regulierung der Finanz- und Rohstoffmärkte. Wir haben gefährliche Schlupflöcher in den Gesetzesentwürfen offengelegt und erreicht, dass auch das deutsche Finanzministerium sich dafür einsetzt, einige davon zu schließen. Doch noch können wir uns nicht zurücklehnen, denn das Regelwerk zur Spekulation mit Nahrungsmitteln ist immer noch nicht in trockenen Tüchern. Insbesondere die britische Regierung versucht im Interesse der Finanzindustrie weiterhin, die Finanzmarktrichtlinie zu schwächen. Darum werden wir auch Anfang 2014 noch am Ball bleiben.

Oxfam in Aktion

Gegensätzliche Meinungen und der fehlende wissenschaftliche Konsens zu den Auswirkungen der Spekulation mit Nahrungsmitteln bestimmte die Berichterstattung in den Medien. Mit Interviews und Publikationen aber auch in Hintergrundgesprächen und Fachdiskussionen haben wir unsere Argumente nachdrücklich dargelegt. Zahlreiche Menschen engagierten sich öffentlich gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln, etwa auf Aktionstagen in den Oxfam Shops, auf Konzerten der Toten Hosen und mit Aktionen vor Allianz-Vertretungen. Zum Abschluss unserer Kampagne „Spekulanten in die Schranken“, an der sich mehr als 50.000 Menschen beteiligten, erhoben auf einer Demonstration im Frankfurter Bankenviertel viele Menschen ihre Stimme für den Ausstieg von Allianz und Deutscher Bank aus der Nahrungsmittelspekulation sowie für ein klares Regelwerk zur Eingrenzung solcher Geschäfte.

Wo stehen wir jetzt?

Die Finanzriesen Allianz und Deutsche Bank zeigen weiterhin keinerlei Einsicht, während es bei der Finanzmarktreform deutliche Anzeichen gibt, dass das Bundesfinanzministerium unsere Forderungen mit in die Verhandlungen trägt. Auch die neue Bundesregierung bekräftigt im Koalitionsvertrag ihren Willen zur Eindämmung der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Oxfam wird sich weiter zum Thema Nahrungsmittelspekulation einbringen. Wir werden unsere Argumente so lange in die Öffentlichkeit tragen, bis effektive und lückenlose Regeln für die Finanz- und Rohstoffmärkte beschlossen werden.

Demo vor der Deutschen Bank in Frankfurt am Main: Spekulanten in die Schranken!
© Mike Auerbach
05 | Dezember | 2013

Steigt die Deutsche Bank aus der Nahrungsmittelspekulation aus?

Zeitungsberichten zufolge will die Deutsche Bank ihr Geschäft mit Agrarrohstoffen abwickeln.

„Wenn die Deutsche Bank es dieses Mal erst meint, ist dieser Schritt zu begrüßen“, kommentiert David Hachfeld, Experte für Wirtschaft und Globalisierung bei Oxfam Deutschland. „Wir sind jedoch erst einmal skeptisch, ob es sich nicht um ein weiteres hohles PR-Manöver handelt.“

Bereits vor zwei Jahren hat die Deutsche Bank ein selbst ausgerufenes Moratorium für Agrarrohstoff-Anlagen gebrochen. Die Deutsche Bank gehört zu den weltweit führenden Banken, die im Geschäft um die Spekulation mit Nahrungsmitteln tätig sind. Nach Oxfam-Recherchen verwalten alleine die Fondgesellschaften Agrarrohstoffderivate im Wert von 3,79 Mrd. Euro.

Sollte die Deutsche Bank tatsächlich ihre Wetten auf Nahrungsmittelpreise einstellen, wäre das ein Paradigmenwechsel und ein wichtiges Signal an andere Banken. Andere Finanzinstitute wie die Allianz, die in ihren Fonds 6,7 Mrd. Euro an Agrarrohstoffderivaten verwaltet, sollten das erkennen und aufhören ihre Geschäfte mit fragwürdigen Argumenten zu verteidigen.

Doch noch sind keine Details bekannt. Ob die Bank tatsächlich alle Fonds und ihren spekulativen Eigenhandel vollständig einstellen will, oder ob sie nur einen kleinen Teil ihres Geschäftes meint, muss geprüft werden.

Update 11. Dezember 2013:

Nachdem die Deutsche Bank die Meldungen relativiert hat, ist Oxfams Experte David Hachfeld der Sache auf den Grund gegangen. Dabei ist er auf verdächtige Widersprüche gestoßen. Mehr dazu im Blog:

Hat die Deutsche Bank erneut geflunkert?

25 | November | 2013

Neue Studie zu Nahrungsmittelspekulation

Kein Grund zur Entwarnung – Prof. Bass legt neue Studie zum Forschungsstand in Sachen Nahrungsmittelspekulation vor

Am 21. November 2013 hat foodwatch eine neue Studie von Prof. Dr. Hans-Heinrich Bass (Hochschule Bremen) veröffentlicht. Darin untersucht der Wissenschaftler den Stand der wissenschaftlichen Forschung zu den Wirkungszusammenhängen und Folgen der Finanzspekulation mit Nahrungsmitteln. Bass widerspricht jenen Forschern, die diese Form der Spekulation für gänzlich unbedenklich halten. Sein Fazit lautet: „Ein (…) wirksamer Beitrag zur Lösung der Welternährungskrise kann aus unserer Sicht die Eindämmung der Finanzialisierung der globalen Nahrungsmittelmärkte sein.“ Interessant dürfte die Studie auch für die Allianz, die Deutsche Bank und andere Finanzinstitute sein, die ihre Spekulationsgeschäfte in den letzten Monaten immer wieder mit dem Verweis auf eine angeblich einhellige wissenschaftliche Entlastung verteidigen.

foodwatch-Studie: Finanzspekulation und Nahrungsmittelpreise

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Landraub in Paraguay

Viele Menschen in Paraguay haben ihr Land an einen Großkonzern verloren, der die Ackerfläche als Anbaufläche für Soja nutzt. Jetzt kämpfen sie für ihr Recht.

Video: Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!

Wir fordern die Bundesregierung und das BMZ auf, statt Agrarkonzerne die kleinbäuerliche Landwirtschaft in armen Ländern zu stärken und so einen umwelt- und klimagerechten Anbau zu fördern.

Demo gegen Nahrungsmittelspekulation in Frankfurt am Main

In Frankfurt am Main demonstrieren Hunderte Menschen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Sie ziehen ein insgesamt 5 Kilometer langes Absperrband in mehreren Stücken durch das Bankenviertel und weisen damit „Spekulanten in die Schranken!“.

Allianz bleibt Spitzenreiter beim Geschäft mit dem Hunger

Oxfam protestiert auf der Allianz-Hauptversammlung gegen diese Anlagen, weil sie das weltweite Hungerrisiko verstärken. Gemeinsam mit den Kritischen Aktionären hat die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation einen Antrag auf Nicht-Entlastung des Allianz-Vorstands eingereicht.

Nahrungsmittelspekulation stoppen: Spekulanten in die Schranken!

Etwa eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern. Ein Grund dafür: Sie können gestiegene Preise für Nahrungsmittel nicht mehr zahlen. Nahrungsmittelspekulation ist maßgeblich mitverantwortlich für extreme Preisschwankungen.

Arbeit auf den Kakaoplantagen - ein harter Alltag für Frauen

Die meisten Frauen auf Kakaoplantagen in westafrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste oder Nigeria sind schlecht bezahlte Saisonarbeiterinnen. Sie verdienen deutlich weniger als Männer und besitzen zudem seltener Land. Dabei hätte eine Unterstützung der Frauen direkten Nutzen für die Ernährungslage und die Kindergesundheit. Oxfam hat mit Frauen auf Kakaoplantagen in Nigeria und in der Elfenbeinküste gesprochen.

Landgrabbing-Protest: Aktivist/innen verkaufen Sehenswürdigkeiten

Was haben das Opernhaus von Sydney, das Washington Monument und die Sagrada Familia in Barcelona gemeinsam?

Nahrung für eine Woche: Familien zeigen, was auf ihrem Speiseplan steht

Wie viel Essen hat eine Familie für eine Woche? Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt zeigen ihre wöchentliche Menge und Auswahl an Nahrungsmitteln.

Oxfam auf der Agrar-Demo in Berlin

Am 19. Januar zeigte Oxfam bei der goßen Agrardemo in Berlin Flagge: Unter dem Motto "Mit Essen spielt man nicht!" protestierten wir gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln, die eine Ursache dafür ist, dass wieder mehr Menschen auf der Welt Hunger leiden müssen.

Allianz: Protest gegen Spekulation mit Nahrungsmitteln

In blauen Anzügen, mit weißen Handschuhen und Masken haben Aktivist/innen von Oxfam und Attac vor den Treptowern der Allianz SE in Berlin demonstriert. Mit großen Schildern mit der Aufschrift „Nahrungsmittelspekulation stoppen!“ forderten sie anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Unternehmens das Ende der Zockerei mit Essen an den Warenterminmärkten.

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Allgemeine Infomaterialien zur „Mahlzeit!“-Kampagne

Allgemeiner Flyer [PDF | 716 KB]

Zeigt verschiedene Gründe und Lösungen zum weltweiten Hungerskandal.

 


Aufbruch in ein neues Zeitalter [PDF | 2,37 MB]

Was sind die Ursachen der aktuellen Nahrungsmittelkrise, was bedeutet sie für Menschen weltweit? Die Studie „Aufbruch in ein neues Zeitalter“ gibt Antworten.