Entwicklungshilfe und Agrarkonzerne

Seit einigen Jahren setzen reiche Länder, auch Deutschland, verstärkt auf die Kooperation mit Konzernen, denen sie eine Schlüsselfunktion in der Armuts- und Hungerbekämpfung zuschreiben – ohne ernsthafte Beteiligung der betroffenen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Initiativen wie die Neue Allianz für Ernährungssicherung in Afrika und die German Food Partnership gewinnen an Größe und strategischer Bedeutung. Dieser Trend ist besorgniserregend.

German Food Partnership

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Die German Food Partnership ist eine Initiative des Entwicklungsministeriums (BMZ) und führender deutscher Agrarkonzerne.

Hauptproblem: Das BMZ hilft Konzernen mit Entwicklungsgeldern, ihre Produkte anzupreisen und neue Märkte zu erschließen.

Beispiel: In Zusammenarbeit mit Bayer und BASF will das Entwicklungsministerium den Anbau von Hybridreis in Asien und Afrika fördern. Bayer Crop Science ist eines der weltweit führenden Saatgut und Pestizidunternehmen für Hybridreis. Der große Nachteil: Das Saatgut muss jedes Jahr neu eingekauft werden, weil sonst die Erträge sinken. So werden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in die Abhängigkeit von Konzernen getrieben.

Prominente Partner unter den mehr als 30 Unternehmen und Verbänden sind die mächtigen Chemiekonzerne Bayer, BASF, Syngenta und der Maschinenhersteller AGCO. Gemeinsam erwirtschafteten sie 2013 einen Gewinn nach Steuern von zehn Milliarden Euro. Alle vier Konzerne verdienen ihr Geld mit der industriellen Landwirtschaft, die auf dem massiven Einsatz von lizensierten Hochertragssaaten, Pestiziden, synthetischen Düngemitteln und schwerer Agrartechnik beruht.

Für die GFP-Projekte sollen insgesamt 80 Millionen Euro bereitgestellt werden: 20 Millionen davon werden vom BMZ, 20 Millionen von der Gates-Stiftung und 40 Millionen von der Wirtschaft in Aussicht gestellt. Die Projektvereinbarungen mit den Unternehmen wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Die GFP und ihre Projekte wurden in enger Abstimmung mit den Konzernen und privaten Stiftungen, aber ohne Beteiligung von Kleinbäuerinnen und -bauern oder ihrer Organisationen entwickelt. Menschen, die von Hunger betroffen sind, stehen nicht im Mittelpunkt. Die Gefahren, die mit der starken Abhängigkeit von Konzernen und ihren Produkten wie Industriesaatgut und Pestiziden verbunden sind, werden ausgeblendet. Stattdessen hilft die Bundesregierung mit ihren Förderprogrammen Konzernen, sich neue Märkte für Saatgut und Pestizide zu erschließen. In Kenia konnte Bayer beispielsweise dank einer „produktneutralen“ Schulung über 20 Prozent mehr Pestizide an Kleinbauern und Kleinbäuerinnen verkaufen.

Die Neue Allianz für Ernährungssicherung

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In der 2012 gegründeten Neuen Allianz arbeiten die Länder der G8 (u. a. Deutschland) mit den weltweit größten und mächtigsten Agrarkonzernen zusammen.

Hauptproblem: Die Neue Allianz forciert politische Reformen in Entwicklungsländern zugunsten der Agrarkonzerne.

Beispiel Tansania: Die tansanische Regierung will Investoren 350.000 Hektar Land zur Verfügung stellen. Das entspricht in etwa der Fläche von Mallorca. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern droht die Verdrängung von ihrem Land und damit der Verlust ihrer Existenzgrundlage.

Beteiligt sind, neben den G8-Staaten, über 100 Unternehmen und bislang zehn afrikanische Staaten. In Kooperationsabkommen verpflichten sich die afrikanischen Staaten zu politischen Reformen, die vor allem darauf zielen, Rahmenbedingungen zugunsten privater, kommerzieller Investitionen in die Landwirtschaft zu verändern. Im Gegenzug stellen Geberländer finanzielle Entwicklungshilfe und Unternehmen Investitionsvorhaben in Aussicht.

Bauernorganisationen und Nichtregierungsorganisationen waren bei den Verhandlungen der Kooperationsabkommen nicht oder lediglich auf einer Ad-hoc-Basis involviert. Die Verhandlungen wurden im Geheimen und losgelöst von existierenden Strukturen zur Beteiligung der Zivilgesellschaft durchgeführt. Die Festlegung der politischen Reformagenda wurde sehr stark von den G8-Ländern bestimmt. Die Reformen stellen eine existenzielle Bedrohung für Kleinbäuerinnen und -bauern dar.

Sie sind dem Risiko ausgesetzt, von ihrem Land vertrieben zu werden, weil große Landflächen für Investoren ausgewiesen werden. Zudem nehmen neue Saatgutgesetze Bäuerinnen und Bauern das Recht, Saatgut wie bisher gewohnheitsmäßig frei auszutauschen und zu verkaufen, was in Tansania bereits Proteste der Zivilgesellschaft ausgelöst hat.

Kleinbäuerinnen stärken:
Eine andere Landwirtschaft ist möglich

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Um Hunger und Armut zu bekämpfen, müssen die Regierungen den Schwerpunkt auf öffentliche Investitionen legen, die die Lebenssituation von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessern und mit ihnen gemeinsam entwickelt werden.

Wenn wir das enorme Potenzial der kleinbäuerlichen Landwirtschaft erschließen und ihre Funktion als Rückgrat des Ernährungssystems stärken, wird die Produktion von Nahrungsmitteln steigen und die Welt weniger anfällig für Ernährungskrisen.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern produzieren trotz der häufig schlechteren Böden schon heute einen großen Teil unserer Nahrung. Paradoxerweise aber sind die Hälfte der weltweit Hungernden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern – vor allem, weil sie seit Jahrzehnten von Regierungen weltweit vernachlässigt und diskriminiert werden. So ist der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe für die Landwirtschaft von 17 Prozent im Jahr 1980 auf 6 Prozent im Jahr 2010 gefallen.

Mit der richtigen Unterstützung können Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ausreichend Nahrung für sich und die wachsende Weltbevölkerung produzieren. Die wohl umfassendste Studie[1] hat 286 ökologisch nachhaltige Agrarprojekte in 57 Ländern untersucht und im Schnitt eine Steigerung der Ernteerträge um 79 Prozent festgestellt.

Die Förderung einer kleinbäuerlichen, ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft zahlt sich dreifach aus: Sie verbessert die Ernährungssituation, reduziert Armut und mindert die Folgen des Klimawandels durch umweltverträglichen Anbau.

Beispiel: Nachhaltiger Reisanbau in Vietnam

Das System of Rice Intensification (SRI) ist ein agroökologisches Anbauverfahren für Reis. SRI zielt darauf, die Produktivität des Reisanbaus nicht wie in der konventionellen Praxis durch mehr Inputs, sondern durch eine bessere Pflanztechnik zu erhöhen. SRI ist flexibel, es wird von Bäuerinnen und Bauern getestet und je nach lokalem Kontext angepasst und weiterentwickelt. In der Regel werden Reissetzlinge früher als üblich umgepflanzt, die Versetzung erfolgt einzeln und nicht in Bündeln. Die Setzlinge werden mit größerem Abstand voneinander und in Reihen statt zufällig eingepflanzt, und die Felder werden feucht, aber nicht überflutet gehalten.[2]

In Vietnam wenden inzwischen mehr als eine Million Kleinbäuerinnen und -bauern das Verfahren an, die Resultate sind beeindruckend. Studien zeigen: SRI steigert die Ernten um 47 Prozent, benötigt 80-90 Prozent weniger Saatgut, 20 bis 50 Prozent weniger Wasser und weniger Stickstoffdünger. Die Kosten sind dadurch um 23 Prozent niedriger, die Einkommen um 68 Prozent höher.[3] SRI verbreitet sich rasch und wird heute von vielen kleinbäuerlichen Betrieben in Asien und Afrika angewandt.

Mehr zum Thema

Kleinbäuerliche, ökologisch nachhaltige Landwirtschaft

[1] Jules Pretty et al. (2006): „Resource-Conserving Agriculture Increases Yields in Developing Countries“, Environmental Science and Technology

[2] Castillo, Gina E., Minh Nguyet Le und Kimberley Pfeiffer (2012): Oxfam America: Learning from the System of Rice Intensification in Northern Vietnam, Hrsg. IFPRI, Focus 9, Brief 15, Juni 2012.

[3] Africare, Oxfam, WWF (2010): More Rice for People. More Water for the Planet. System of Rice Intensification.


Material zum Download

Oxfam-Bericht: Gefährliche Partnerschaft – Wie die Bundesregierung unter dem Etikett der Armutsbekämpfung die Wirtschaftsinteressen von Agrarkonzernen fördert

Flyer: Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!

09 | Januar | 2015

Oxfam auf der „Wir haben es satt!“-Demo am 17.01. in Berlin

Hunger-Bowling mit Merkel und Entwicklungsminister Müller
Mit Masken verkleidete Aktivisten von Oxfam, INKOTA und FIAN | © Mike Auerbach/Oxfam

Am Samstag, den 17.01.2015 findet die 5. „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin statt. Das diesjährige Motto: „Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende!“. Um 12 Uhr ist die Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz.

Das Oxfam Team läuft bei der Demo mit und freut sich über weitere Unterstützung. Bei Bedarf geben wir Fahnen, Banner und anderes Material aus. Sei dabei!

Oxfams Treffpunkt zum Mitlaufen

Wann: Von 10:00 bis 12:00 Uhr

Wo: Oxfam Info-Stand, Potsdamer Platz (südlicher Eingang zum Regionalbahnhof)

Außerdem machen wir mit unserer Bowling-Aktion auf uns aufmerksam: Am Ende der Demo-Route beim Bundeskanzleramt überrollen Angela Merkel und Entwicklungsminister Müller mit einer 3-Meter-Bowlingkugel, die mit den Logos von Monsanto, Bayer und BASF versehen ist, kleine Bauernfiguren.

Hintergrund ist unsere Bündniskampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!“. Denn die Bundesregierung und das Entwicklungsministerium unterstützen verstärkt Agrarkonzerne wie Monsanto, Bayer und BASF. Leidtragende sind häufig kleinbäuerliche Betriebe, die ins Abseits gedrängt werden. Ihr Zugang zu Land, Saatgut und Wasser wird gefährdet.

Wer uns bei der Bowling-Aktion unterstützen möchte (Flyer verteilen, Platz absichern u.ä.), meldet sich bitte bei Jonas: jlumpe@oxfam.de, 030/453069-664

Vielen Dank für Euer Engagement!

01 | Dezember | 2014

Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne: Oxfam kritisiert Festhalten des BMZ an umstrittener Nachrichtenmeldung

Das BMZ korrigiert seine Nachricht über angebliche Partnerschaft mit NGOs nicht

In einem offenen Dialog gehören Differenzen auf den Tisch und nicht unter den Teppich. Und wenn mehr als 65.000 Bürger/innen drei klare Forderungen an das BMZ richten, erwarten sie zu Recht eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihren Argumenten. Viele haben daher beim BMZ protestiert, als sie feststellen mussten, dass das BMZ auf seiner Webseite die Übergabe ihrer Unterschriften, die die Forderungen aus der Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne“ unterstützen, einfach als eine harmonische gemeinsame Aktion beschrieb.

Trotz vieler Protestmails und einiger Gespräche ist das BMZ nicht bereit, seine Darstellung zu korrigieren. Wir bedauern diese Haltung. Doch statt uns mit dem BMZ an Grundsätzen guter politischer Kommunikation zu reiben, konzentrieren wir uns lieber darauf, die inhaltliche Arbeit des BMZ konstruktiv-kritisch zu begleiten.

Einig sind wir uns mit dem BMZ, dass die Bekämpfung der Ungerechtigkeit des Hungers höchste Priorität haben sollte und deutlich mehr Mittel erfordert. Die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist dabei ein zentraler Baustein. Die Ankündigung, mit der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ in mehreren Aktionsfeldern tätig zu werden und mehr finanzielle Mittel bereit zu stellen, begrüßen wir. Uneins sind wir uns bisher aber darüber, ob die Strategie des BMZ tatsächlich jene Menschen erreicht, die am stärksten betroffen sind. Eine menschenrechtsbasierte Hungerbekämpfung sollte marginalisierte Kleinbäuerinnen und -bauern und andere benachteiligte Gruppen in den Mittelpunkt stellen. Sie haben das Recht, aktiv einbezogen zu werden und an der Konzeption der Programme mitzuwirken, die ihre Situation verbessern sollen. Dieses Prinzip sehen wir in der Politik des BMZ bisher nicht umgesetzt.

Bei der „German Food Partnership“ (GFP) und der Neuen Allianz zur Ernährungssicherung, die im Mittelpunkt unserer Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne“ stehen, spielen marginalisierte Gruppen gar keine Rolle. Dass die Konzeption wesentlich in der Hand großer Agrarkonzerne liegt, ist den Projekten anzusehen. Bei der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ könnte am Ende vielleicht ein Teil der Maßnahmen auch auf marginalisierte Gruppen ausgerichtet sein. Doch eine substanzielle Einbeziehung der Betroffenen in die Konzeption der Sonderinitiative und ihrer Maßnahmen findet bislang nicht statt. Wir sind davon überzeugt, dass erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit davon lebt, Menschen, deren Rechte verletzt werden, eine Stimme zu geben und sie als aktive gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Akteure zu stärken, anstatt sie als passive Hilfsempfänger/innen zu behandeln.

Wir werden unseren konstruktiv-kritischen Dialog mit dem BMZ fortsetzten und dort, wo es notwendig ist, klar und deutlich auf Probleme und Risiken hinweisen. Zugleich finden wir, und hier sind wir uns mit dem BMZ wieder einig, dass die Frage nach der richtigen Ausgestaltung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nicht nur in Fachgesprächen, sondern auch in der Öffentlichkeit geführt werden muss.

Für die kommende Woche hat das BMZ die Veröffentlichung von Unterlagen zur GFP versprochen, die wir seit über einem Jahr anfragen. Für Jahresbeginn ist ein weiteres Treffen  zu dieser Thematik vorgesehen. Unser Dialog mit dem BMZ geht weiter – in direkten Gesprächen genauso wie in der Öffentlichkeit.

11 | November | 2014

Über 65.000 fordern: Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!

Ole Plogstedt und Jan Delay sagen DANKE an die Unterstützer/innen der Kampagne „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne“ von Oxfam Deutschland.

Zusammen mit Kampagnenbotschafter und Fernsehkoch Ole Plogstedt haben wir Staatssekretär Friedrich Kitschelt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unseren Appell „Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!“ übergeben. Die mehr als 65.000 Unterzeichner/-innen fordern die Beendigung der Entwicklungshilfe für Konzerne wie Bayer und BASF, mehr Transparenz im Bereich Landwirtschaft und Ernährungssicherung sowie eine Stärkung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft.

Frank Brassel von Oxfam Deutschland, Fernsehkoch Ole Plogstedt und Staatssekretär Friedrich Kitschelt bei der Übergabe. © Mike Auerbach/ OxfamMit diesen Forderungen stehen die Unterzeichner/-innen nicht allein: Wie eine von Oxfam in Auftrag gegebene forsa-Umfrage zeigt, hat die Mehrheit der Deutschen zwar prinzipiell nichts dagegen, dass das BMZ zur Hungerbekämpfung mit der Privatwirtschaft zusammenarbeitet. Zwei Drittel aller Befragten sind jedoch der Meinung, dass die Unternehmen ausschließlich ihre Eigeninteressen verfolgen, Profite steigern sowie neue Märkte erschließen wollen. 85 Prozent sprechen sich darum dafür aus, vielmehr eine Landwirtschaft zu fördern, die traditionelle Anbaumethoden berücksichtigt und Böden und Ressourcen schont. Das ist ein klares Signal an die Bundesregierung!

Auch in Sachen Transparenz muss das Entwicklungsministerium noch nachlegen. Oxfam hat schon vor einem Jahr vom BMZ die Offenlegung von Verträgen mit der Privatwirtschaft gefordert. Bis heute gibt das BMZ hierzu jedoch keine Informationen preis. Dabei hat die Öffentlichkeit das Recht zu erfahren, was das Entwicklungsministerium mit Steuergeldern macht, die für die Armutsbekämpfung vorgesehen sind. Deshalb prüft Oxfam jetzt weitere Schritte gegen die Hinhaltetaktik des BMZ. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

02 | September | 2014

EU-geförderte Agrarprojekte verschärfen Konflikte in Afrika

Mega-PPPs in der afrikanischen Landwirtschaft bringen hohes Risiko
Madelena hält die Überreste ihrer Missernte in den Händen, Balaka, Malawi, Juli 2012. Foto: Amy Christian / Oxfam

Regierungen in Afrika gehen vermehrt große Kooperationen mit Gebern und multinationalen Unternehmen ein, um Investitionen in der Landwirtschaft zu fördern. Doch die sogenannten Mega-PPPs (engl. „public-private partnerships") sind riskant und ihre angeblichen Vorteile weitgehend unbewiesen. Es ist wahrscheinlich, dass von ihnen überwiegend die ohnehin Privilegierten und Mächtigen profitieren, während die Risiken von benachteiligten Gruppen geschultert werden. Das hat unsere aktuelle Untersuchung „Hohes Risiko - Moral Hazard“ ergeben.

Es gibt effektivere, erprobte und bewährte Ansätze für Entwicklungshilfe, um jene Menschen zu erreichen, die auf Hilfe und Investitionen angewiesen sind. Öffentliche Investitionen müssten an den Bedürfnissen kleinbäuerlicher Produzent/innen ausgerichtet und lokale Märkte sowie Landrechte geschützt werden.

Die Oxfam-Studie basiert auf einer ausführlichen Literaturrecherche, Experteninterviews und drei Fallstudien aus Burkina Faso, Malawi und Tansania und dokumentiert, welche verheerenden Folgen die Mega-PPPs haben. „Es profitieren die Privilegierten und Mächtigen, während ärmere Bevölkerungsgruppen an den Rand gedrängt werden, vor allem Frauen“, erklärt David Hachfeld, Wirtschaftsexperte bei Oxfam. Gründe hierfür sind unter anderem Konflikte um Land und Wasser, steigende Preise auf lokalen Märkten, Umweltschäden und mangelnde Partizipation.

Lesen Sie mehr unter Agrarkonzerne.

Viele Menschen in Paraguay haben ihr Land an einen Großkonzern verloren, der die Ackerfläche als Anbaufläche für Soja nutzt. Jetzt kämpfen sie für ihr Recht.
Absurd, was Kochprofi Ole Plogstedt uns da servieren will! Auf der Wiese vor dem Reichstag präsentiert er den neugierigen Zuschauer/innen allerhand Zutaten, aber satt wird hier niemand.
Wir fordern die Bundesregierung und das BMZ auf, statt Agrarkonzerne die kleinbäuerliche Landwirtschaft in armen Ländern zu stärken und so einen umwelt- und klimagerechten Anbau zu fördern.
Im März 2014 veröffentlichte die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ den Guide to the German Food Partnership (Guide). In diesem Oxfam-Hintergrund werden die Kernpunkte des Guides analysiert und bewertet.
Neue Oxfam-Studie zu Mega-PPPs in der Afrikanischen Landwirtschaft
Fallstudie zur Neuen Allianz für Ernährungssicherung der G8
Wie die Bundesregierung unter dem Etikett der Armutsbekämpfung die Wirtschaftsinteressen von Agrarkonzernen fördert