Oxfam-Mitarbeiter bezahlten in Haiti Prostituierte – ein Sex-Skandal?

In Kürze

Nach dem Erdbeben 2010 in Haiti schickte Oxfam Großbritannien Nothilfeteams ins Land, um den Menschen zu helfen. 2011 wurde bekannt, dass einige der Oxfam-Mitarbeiter Prostituierte in Haiti für Sex bezahlt hatten. Auch 2006 im Tschad hatten Oxfam-Mitarbeiter Sex mit Prostituierten, wie im Februar dieses Jahres bekannt wurde.

Das Verhalten dieser Männer war abscheulich und wir schämen uns sehr, dass es dazu kommen konnte. Die sexuelle Ausbeutung der Frauen durch Mitarbeiter von Oxfam ist in keiner Weise mit den Werten Oxfams vereinbar und macht uns tief betroffen.

Tatsächlich ein Sex-Skandal?

Doch handelte es sich tatsächlich um einen Sex-Skandal bei Oxfam, wie einige Medien titelten? Ein Skandal war das Verhalten dieser Männer ohne Frage. Der eigentliche Skandal jedoch ist der Machtmissbrauch, den diese Männer betrieben haben.

Sie haben ihre Position und die Notlage der Frauen schändlich ausgenutzt, um sich Sex mit ihnen zu kaufen. Dieses Verhalten widerspricht allem, wofür Oxfam steht, und wir tun alles, damit es sich nicht wiederholt.

Und wir, das meint uns alle. Denn zwar waren es Mitarbeiter von Oxfam Großbritannien, die ihre Machtposition missbraucht haben. Doch es ist völlig klar: Wir alle – auch Oxfam Deutschland – tragen die Verantwortung dafür, alles zu tun, damit so etwas nicht wieder passiert.

Bei Oxfam ist kein Platz für sexuelle Ausbeutung, sexuellen Missbrauch und jede andere Form von sexualisierter Gewalt oder Machtmissbrauch!

Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch

Bereits nach Bekanntwerden der Vorfälle in Haiti 2011 haben wir unsere Schutzmaßnahmen noch weiter ausgebaut – und arbeiten daran stetig weiter. So wurde eine unabhängige Kommission ins Leben gerufen, die sexuelles Fehlverhalten und den Umgang damit bei Oxfam untersucht. Sie ist Teil eines umfassenden Aktionsplans, mit dem wir offensiv gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch bei Oxfam vorgehen.

Auf dieser Webseite finden Sie Informationen zu den Vorfällen und zu unseren Maßnahmen. Sollten Sie Fragen haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht an info@oxfam.de.

Informationen über die Arbeit der Untersuchungskommission, die Umsetzung des Aktionsplans und die Arbeit Oxfams erhalten Sie zudem in unserem Newsletter. Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren.