Besetztes palästinensisches Gebiet
Im besetzten palästinensischen Gebiet herrscht eine der größten humanitären Krisen weltweit. Im Gefolge der Gewalteskalation im Oktober 2023 ist die Not weiter stark angestiegen.
Der Gazastreifen ist als Folge des aktuellen Kriegs zu großen Teilen zerstört. Trotz eines Waffenstillstands fordern israelische Luftangriffe nach wie vor zivile Opfer, viele Menschen müssen in Zelten leben und können ihre Grundbedürfnisse kaum decken. Rund zwei Drittel der Bevölkerung muss mit weniger als dem empfohlenen Minimum an Trinkwasser auskommen.
Im israelisch besetzten Westjordanland führt der völkerrechtswidrige israelische Siedlungsbau im Verbund mit systematischer Gewalt dazu, dass palästinensische Bäuer*innen und Hirt*innen immer schlechteren Zugang zu Land und Wasser haben. Viele Menschen, zum Beispiel im Jordantal, werden von ihrem Land vertrieben und verlieren ihre Existenzgrundlagen.
Mohamed (Name zum Schutz der Person gekürzt) hat Rechtswissenschaften studiert. Nachdem sein Haus in Gaza-Stadt im Dezember 2023 zerstört worden ist, hat er in einem Oxfam-Projekt gelernt, selbst Gemüse anzubauen. Trotz mehrerer Phasen der Flucht und des Hungers kann er seine Familie aktuell mit seinem Gemüse versorgen. „Meine größte Angst“, sagt er langsam, „ist, dass der Krieg wiederkommt und ich all dies wieder verliere.“
Nothilfe im Gazastreifen und im Westjordanland
Oxfams Arbeit vor Ort
Oxfam unterstützt die Bevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland unter anderem bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und beim Schutz von Menschen- und im Besonderen von Frauenrechten.
Oxfam fordert von allen Konfliktparteien darüber hinaus ein Ende aller Handlungen, die gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen. Nur so kann eine Friedenslösung gefunden werden, die sowohl Palästinenser*innen als auch Israelis dauerhaft ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglicht.
Ein konkreter Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens
Gemeinsam mit palästinensischen Organisationen haben wir außerdem einen Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens skizziert, der die Rechte und Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt und das im Völkerrecht verankerte Prinzip der Wiedergutmachung einfordert.
Israels illegales Siedlungsprojekt hat das Westjordanland zersplittert und die palästinensische Wirtschaft zerstört, was zu weit verbreiteter Armut und Leid geführt hat.
Die Familien, mit denen wir zusammenarbeiten, sind regelmäßig mit Gewalt durch extremistische Siedler, Zwangsumsiedlungen und Enteignungen, drastischen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit sowie einer völligen Verweigerung ihres Rechts auf Selbstbestimmung und Souveränität konfrontiert.



