Ein Mann und eine Frau stehen inmitten von Bienenstöcken. Der Mann zeigt gerade etwas mit der Hand, die Frau schreibt etwas auf Papier.
Besetztes palästinensisches Gebiet

Stärkung der Lebensgrundlagen und nachhaltige, resiliente Entwicklung im Westjordanland

Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2029
Projekttitel: Resilienzaufbau in Gemeinden des Westjordanlands (C-Gebiete) zur Bewältigung der aktuellen Krise und Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft
Finanziert durch: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Oxfam Deutschland (5 % Eigenanteil) und Oxfam oPt (5 % Eigenanteil)
Projektregion: Ramallah, Ostjerusalem, Jericho, Jordantal
Partnerorganisationen: Economic & Social Development Centre of Palestine (ESDC), Ma‘an Development Centre, Palestinian Initiative for the Promotion of Global Dialogue and Democracy (Miftah) 
Themen: Nachhaltige Welternährung, Trinkwasser, Sanitärversorgung, Hygiene (WASH), Geschlechtergerechtigkeit

Die Situation vor Ort

Die Sicherheitslage für die Menschen im Westjordanland ist schlecht: Zwischen Oktober 2023 und Juni 2026 wurden mindestens 1.113 Palästinenser*innen (darunter mindestens 243 Kinder) im Westjordanland getötet. Junge Männer sind besonders häufig Gewalt und Verhaftungen ausgesetzt.

Bewegungsbeschränkungen durch Checkpoints und Militäreinsätze hindern die Menschen am Zugang zu Infrastruktur und Dienstleistungen.

Der sozioökonomische Druck für die Menschen im Westjordanland ist sehr hoch. Für das Jahr 2025 erwartete die Internationale Arbeitsorganisation ILO eine Arbeitslosenrate von 38,5 %. Jugendliche und Hochschulabsolvent*innen sind besonders betroffen.

Zudem erhalten 170.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst keine Gehälter. Weitere 200.000 Familien haben durch den Entzug ihrer Arbeitserlaubnis durch die israelische Regierung ihre Arbeit in Israel verloren und brauchen dringend alternative Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten im Westjordanland. Der Bedarf an lokalen Einkommensmöglichkeiten im Westjordanland ist auch durch Schließungen in Landwirtschaft und Tourismus hoch.

Die wirtschaftliche und politische Teilhabe von Frauen ist durch patriarchalische Normen und die Besatzung durch Israel eingeschränkt. Auch andere marginalisierte Gruppen wie Menschen mit Behinderungen sind häufig von Dienstleistungen und wirtschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen.  

Die Menschen im Westjordanland erleben zahlreiche strukturelle Herausforderungen:  

  • Israel kontrolliert über 84 % der Wasserversorgung im Westjordanland und priorisiert den Zugang zu Wasserquellen für eigene Siedlungen.
  • Israel kontrolliert 60 % der Landfläche im Westjordanland, wodurch der Zugang zu Land für die Menschen stark eingeschränkt ist.
  • Aufgrund der restriktiven Land- und Wasserpolitik Israels ist die Ernährungssicherheit der palästinensischen Bevölkerung stark gefährdet.
  • Klimarisiken (Dürren, Hitzewellen) bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen, besonders die der Bäuer*innen im Jordantal.
  • Durch finanzielle Zwänge und eine begrenzte Souveränität kann die Palästinensische Autonomiebehörde Krisen nur eingeschränkt bewältigen.
  • Ein Beschwerdesystem für die Bevölkerung ist formal vorhanden, aber kaum wirksam. Gründe hierfür sind u. a.  fehlende Möglichkeiten zur Rückmeldung, geringe Transparenz von Entscheidungen, keine unabhängige Aufsicht.
  • Die Bevölkerung hat geringes Vertrauen in staatliche Institutionen und nutzt informelle Netzwerke.

Unser Ziel

Wir stärken die Widerstandsfähigkeit, das sozioökonomische Wohlergehen und den sozialen Zusammenhalt besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen in West-Ramallah, Jerusalem/J2 und im Jordantal nachhaltig. Dazu kombinieren wir sofortige kurzfristige Hilfe mit langfristigen Entwicklungsmaßnahmen. Wir stimmen unsere Aktivitäten auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ab, sodass alle Zielgruppen gleichberechtigt an Basisdienstleistungen, Existenzgrundlagen und Entscheidungsprozessen teilhaben können.

Dabei haben wir besonders Frauen, Jugendliche und benachteiligte Gruppen im Fokus.

So erreichen wir unser Ziel:

1. Wir sichern die Grundversorgung und verbessern die Lebensgrundlagen durch integrierte Nahrungsmittelhilfe, verbesserte WASH-Infrastruktur und Beschäftigungsförderung

  • kurzzeitige Beschäftigungsmaßnahmen (Wiederherstellung von landwirtschaftlichen Flächen, Sanierung von WASH-Einrichtungen und Gemeindeinfrastruktur wie Schulen und Straßen sowie Bildungsförderung in Form von Förderunterricht und Business-Schulungen)
  • Reparatur und Wartung wichtiger WASH-Infrastruktur und kommunaler Infrastruktur (beispielsweise Wasser- und Abwassersysteme)
  • Integrierte Nahrungsmittelhilfe: Ernährungsunsichere Haushalte erhalten Nahrungsmittel von besonders gefährdeten Nahrungsproduzent*innen (beispielsweise von Frauen geführte Unternehmen)

2. Wir stärken lokale und grüne Wirtschaftssysteme durch nachhaltige Unternehmensentwicklung, Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und wirtschaftliche Kompetenzentwicklung

  • Fachliche und finanzielle Unterstützung von 100 Unternehmen und Kleinproduzent*innen (Schwerpunkt auf Unternehmen, die von Frauen geführt werden)
  • Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität durch Bereitstellung von Saatgut oder Werkzeugen und Schulungen, sowie Schaffung von Marktzugängen für 200 Kleinbäuer*innen
  • Entwicklung und Durchführung eines beruflichen Schulungsprogramms (umweltorientierte Kompetenzen)
  • Existenzgründungs- und Coaching-Programm für fünf ausgewählte Innovationen im Bereich Wasser, Energie und Ernährung, inklusive fachlicher Unterstützung, Unternehmensentwicklung und Bereitstellung von Startkapital

3. Wir stärken die institutionelle und soziale Widerstandskraft durch verbesserte lokale Planung, robustes Katastrophenrisikomanagement (KRM) und partizipative Governance-Systeme

  • Einrichtung und Stärkung von 14 inklusiven gemeinschaftsbasierten Gruppen zum Katastrophenrisikomanagement
  • Umsetzung von 14 inklusiven Initiativen zur Förderung des sozialen Zusammenhalts, des Engagements junger Menschen und inklusiver Teilhabe
  • Einrichtung eines Investitionsfonds für Jugend- und Frauenprojekte
  • Verbesserung der Dienstleistungskapazitäten von 14 Kommunalverwaltungen (beispielsweise Leadership-Entwicklungsprogramm mit Schwerpunkt auf Frauen, Maßnahmen zur Rechenschaftspflicht, Förderung einer Transparenzkultur innerhalb der Verwaltungen)
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende.