Oxfam Kenny in Pride-Farben
In eigener Sache

Zum Einzug der AfD in unser Bürogebäude in Berlin

Vor etwas mehr als 40 Jahren verkauften aus einer Bonner Garage heraus engagierte Menschen gebrauchte Kleider für den guten Zweck, für Nothilfeeinätze und eine gerechte Welt ohne Armut. Aus diesem Gedanken von Initiative, Zusammenhalt, Unterstützung für Menschen in Not und Gestaltungswillen entstand Oxfam Deutschland

Als Entwicklungs- und Nothilfeorganisation mit politischem Herz und humanitärem Sachverstand wird Oxfam seitdem tätig, wenn Menschen hungern müssen, unterdrückt werden oder ihre Lebensgrundlagen verlieren und unterstützt sie in langfristigen Entwicklungsprojekten dabei, sich eine bessere Zukunft zu schaffen. Aus dem ersten Oxfam Shop in Bonn sind 57 in ganz Deutschland geworden, mittlerweile verkaufen mehr als 4.000 Ehrenamtliche gespendete Second-Hand-Waren, um die Arbeit von Oxfam zu unterstützen.

Autoritäre und antidemokratische Strömungen werden stärker

Wir setzen uns gegen Armut und soziale Ungleichheit ein und machen uns für eine Politik und Wirtschaft stark, von der alle profitieren. Diese Arbeit war nie leicht. Gegenwind, etwa durch schrumpfende Entwicklungsbudgets, Kriege und Katastrophen oder die sich verschärfende Klimakrise, sind das Umfeld, in dem unsere Arbeit schon immer stattfindet. 

Doch seit einigen Jahren hat sich etwas verändert. Wir beobachten, wie überall auf der Welt autoritäre und antidemokratische Strömungen stärker werden – in vielen unserer europäischen Nachbarländer und auch hier in Deutschland. 

Entwicklungspolitische Organisationen wie Oxfam, aber auch kleine lokale Initiativen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, geraten dabei verstärkt unter Druck. Unsere Arbeit wird diskreditiert und als angeblich wirkungslos diffamiert, es wird gefordert, Organisationen wie Oxfam abzuschaffen.

Gemeinsam für eine starke, solidarische Zivilgesellschaft

Diese Bedrohung rückt nun für uns als Oxfam noch ein Stück näher – im wörtlichen Sinne. Aus Medienberichten war zu erfahren, dass Teile der AfD-Parteizentrale in das Bürogebäude ziehen, in dem auch Oxfam untergebracht ist.

Davon sind wir überrascht und das besorgt uns. Als Entwicklungsorganisation steht Oxfam für Menschenrechte und demokratische Werte. Wir sind der Überzeugung, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Weltanschauung, sexueller Orientierung, Religion und Kultur die gleichen Rechte haben und hier und überall auf der Welt frei und ohne Angst leben sollen. Es liegt auf der Hand, dass die AfD Oxfams Werten und Zielen konträr entgegensteht. Sie fordert, die Budgets für Entwicklungszusammenarbeit radikal zu kürzen und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aufzulösen.

Wir sind in Sorge um unsere Mitarbeiter*innen, unseren Kiez und unsere freie, demokratische und weltoffene Gesellschaft, in der unsere entwicklungspolitische Arbeit erst stattfinden kann.

Wir glauben, dass eine starke und solidarische Zivilgesellschaft jetzt wichtiger ist, denn je.

Wir freuen uns, wenn Sie dabei an unserer Seite stehen und Oxfams Arbeit für eine gerechte Welt ohne Armut unterstützen.