Syrien-Geberkonferenz: Mehr Chancen für geflüchtete syrische Frauen

Während in Brüssel derzeit politische Entscheidungsträger Wege zur Beendigung der Krise in Syrien diskutieren, warten in Jordanien viele Flüchtlinge auf konkrete Lösungen – unter ihnen Ghozlan – eine von Millionen ins Ausland geflüchteter syrischer Frauen, die keine Arbeit finden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Ghozlan spricht in einem Gewächshaus im Zaatari-Camp in Jordanien
Ghozlan musste aus ihrer Heimat in Syrien fliehen und lebt derzeit im Zaatari-Camp in Jordanien.

Am 24. und 25. April 2018 findet in Brüssel eine Geberkonferenz zu Syrien und der Region statt. Dort soll Geld für die Unterstützung von Flüchtlingen in Syrien und in den Nachbarländern mobilisiert werden. Zudem wird über Strategien zur Bewältigung der Krise diskutiert. Die Menschen vor Ort erwarten von den versammelten Regierungen konkrete Lösungen. Unter ihnen Ghozlan, die vor fünf Jahren aus Ost-Ghuta in Syrien nach Jordanien geflohen ist und seither im Camp Zaatari lebt.

Geflüchtete syrische Frauen benötigen besseren Zugang zu Jobs

Derzeit arbeitet Ghozlan ein paar Stunden in einem Gewächshaus auf dem Gelände des Camps. Oxfam hilft mit Projekten wie diesem den Menschen, ihr Einkommen etwas aufzubessern. Was sie und Millionen anderer syrischer Geflüchteter jedoch am meisten brauchen, ist Zugang zu regulärer Arbeit, um langfristig ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Für Ghozlan begann das Leid bereits mit ihrer Ankunft im Camp: „Ich bin zu jeder einzelnen Stelle im Camp gegangen, um Arbeit zu finden, aber niemand hat mich angestellt.“ Aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Dynamik im Camp erhalten Männer noch immer häufiger Jobs als Frauen.

Einige syrische Frauen bekommen zwar Arbeitserlaubnisse, um auf Farmen oder in Bekleidungsfabriken außerhalb des Camps zu arbeiten – für viele ist dies aber keine echte Option. Der Grund: Belästigungen und soziale Normen, denen sie ausgesetzt sind, und die ihnen vorschreiben, zu Hause zu bleiben. Ghozlam hat Angst davor, außerhalb des Camps zu arbeiten: „Es ist nicht sicher und man weiß nie, was passieren könnte.“ Eines Tages würde sie gerne eine Familie gründen, doch sie hat Zweifel, wie sie angemessen für sie sorgen soll.

Ich kann nicht arbeiten und ich kann nicht kommen und gehen wie ich möchte. Ist das in Ordnung? Nein, ist es nicht.
Ghozlan, Bewohnerin des Flüchtlingscamps Zaatari, Jordanien

Forderungen an die internationale Gemeinschaft

Über ihre Erfahrungen möchte Ghozlan gerne mit den Entscheidungsträgern auf der Syrien-Geberkonferenz sprechen – von Angesicht zu Angesicht. Doch durch ihren Status als Flüchtling hat sie keine Chance, nach Brüssel zu reisen. Es besteht keine Möglichkeit für sie, die Herausforderungen, denen sie gegenübersteht, mit den Menschen zu teilen, die Lösungen dafür finden sollen.

Ghozlan hofft nun, dass ihre Sorgen dennoch auf der Konferenz thematisiert werden. Sie hofft auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft; darauf, dass es – insbesondere für Frauen – bessere Möglichkeiten und weniger Hindernisse geben wird, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.  

Die Teilnehmer der Geberkonferenz müssen nicht nur dringend die notwendigen Finanzmittel zusagen, um das Überleben von Millionen von Syrerinnen und Syrern zu sichern; sie müssen auch dringend neue Impulse setzen, damit syrische Frauen trotz der Krise Chancen für ein würdevolles Leben haben. Das ist wichtig – nicht nur für die Zeit jetzt in Jordanien, sondern auch für die Zukunft, wenn es wieder sicher ist, nach Syrien zurückzukehren und das Land wieder aufgebaut werden kann.

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Syrien

Oxfam unterstützt syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien unter anderem mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Einkommenshilfen und baut Duschen und Latrinen.

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Jordanien

Wohlstand und Einkommen sind in Jordanien sehr ungleich verteilt. Rund ein Drittel der Menschen sind erwerbslos, das Bevölkerungswachstum verschärft die schwierige Situation im Arbeits-, Gesundheits- und Bildungssektor zusätzlich. Arbeitsrechte werden oftmals, vor allem gegenüber Hausangestellten, nicht eingehalten.

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