Sie ist auf dem Heimweg von der Schule. Plötzlich tauchen Männer auf Pferden auf, kidnappen sie und sperren sie ein. Später wird sie von dem Mann, den sie später heiraten soll, vergewaltigt. Ihr gelingt die Flucht, doch erschießt sie dabei in Notwehr ihren Peiniger. Nun steht sie unter Mordanklage, ihr droht die Todesstrafe. So beginnt die Geschichte der vierzehnjährigen Hirut in dem äthiopischen Film „Das Mädchen Hirut“, der am 12. März 2015 in Deutschland anläuft.

Leider ist Gewalt gegen Mädchen und Frauen in den unterschiedlichsten Formen immer noch eine grausame Realität. Um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, war Oxfam am Weltfrauentag (8. März) bei der Preview des Films im Kino filmkunst 66 in Berlin dabei. In Kooperation mit World Vision, einer Partnerorganisation in der Globalen Bildungskampagne, hat Oxfam ein Rahmenprogramm mit Grußwörtern, einer Paneldiskussion und Infoständen gestaltet.

Hirut hat Glück und bekommt Unterstützung. Die Anwältin Meaza Ashenafi arbeitet ohne Unterlass, um Frauen und Kindern in Not kostenlosen Rechtsbeistand zu gewähren. Als sie von Hirut erfährt, beschließt die engagierte Frauenrechtlerin, auch diesen Fall zu übernehmen. Die beiden Frauen erwartet ein schwieriger Prozess, in dem sie sich gegen jahrhundertealte Traditionen durchsetzen müssen.

Der Film zeigt eindrucksvoll, wie der Einsatz mutiger Frauen die Welt zum Besseren verändert. Das ist eine starke Botschaft. Doch er zeigt auch die strukturellen Ungleichheiten, die Mädchen daran hindern, zu mutigen, selbstbestimmten Frauen heranzuwachsen und ihre Rechte wahrzunehmen.

Der Mehrheit der Menschen, die in Armut leben, sind Frauen. Sie haben in der Regel weniger Ressourcen, Rechte und Möglichkeiten, eigene Lebensentscheidungen zu treffen als Männer. Häusliche Gewalt, Diskriminierung und der Mangel an Bildung gehören zu den größten Hindernissen, die Mädchen und Frauen den Weg aus der Armut und Unterdrückung verbauen.