Wie wir arbeiten

Um innerhalb des Oxfam-Verbunds die größtmögliche Wirkung zu erzielen, richten wir unsere Arbeit an den folgenden Grundsätzen aus:
Ein Junge im Vertriebenencamp Hassansham
Ein Junge im Vertriebenencamp Hassansham nahe der irakischen Stadt Mosul bemalt bei einer von Oxfam organisierten Veranstaltung gemeinsam mit anderen Kindern eine Leinwand.

Grundsätze unserer Arbeit

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

In Nothilfe- und Entwicklungsprojekten kooperiert Oxfam mit lokalen Partnern: Verbände, Vereine oder Initiativen, die eng in die Strukturen vor Ort eingebunden sind und sich für die gleichen Ziele wie wir einsetzen.

Unsere Partner initiieren und entwickeln ihre Projekte innerhalb des strategischen Rahmens der Arbeit von Oxfam. Dies geschieht unter Einbindung der betroffenen Bevölkerung, denn niemand weiß besser, welche Maßnahmen und Kapazitäten vor Ort gebraucht werden.

Über die finanziellen Mittel hinaus bekommen Partnerorganisationen von Oxfam Unterstützung beim Projektmanagement oder dem Verfassen von Anträgen und der Berichtslegung. Die enge Zusammenarbeit gewährleistet auch die Nachhaltigkeit von Entwicklungsprojekten. Von Anfang an geplante Strategien zur schrittweisen Übergabe an unsere Partnerorganisationen sichern den Erfolg.

Für unsere entwicklungspolitische Arbeit gehen wir Partnerschaften und Bündnisse mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Ländern des globalen Nordens und Südens ein, um mit vereinter Kraft weltweit gerechtere Bedingungen zu schaffen.

Auflistung der Partner, mit denen Oxfam Deutschland kooperiert

Qualitätssicherung und Steigerung der Wirksamkeit

Um den Fortschritt unserer Arbeit systematisch zu überprüfen und ihre Wirkung nachzuweisen, bauen wir den Einsatz geeigneter Methoden zu Planung, Monitoring, Evaluierung und institutionellem Lernen (PMEL) kontinuierlich auf und aus. Planungsprozesse sowohl auf der Organisationsebene insgesamt als auch im Rahmen von Programmstrategien stellen hierbei das notwendige Fundament für ein solides Monitoringsystem dar.

PMEL trägt dazu bei, Qualität, Erfolg und Nachhaltigkeit unserer Projekte und Kampagnen zu sichern, indem es Methoden bereitstellt, um die Wirkungen unserer Arbeit gezielt zu planen und zu beobachten. Auf institutioneller Ebene hilft ein prozessorientiertes PMEL-System, die verschiedenen Arbeitsbereiche zu koordinieren. Ziel ist zudem, aus Erfahrungen zu lernen, unsere Arbeitshypothesen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen sowie Lernprozesse innerhalb der Organisation anzustoßen.

Durch regelmäßiges Monitoring unserer Projekte und Kampagnen stellen wir fest, ob die gewünschten Veränderungen eintreten, sodass Ziele und Aktivitäten bei Bedarf neu ausgerichtet werden können. Auf diese Weise sammeln wir wertvolle Erfahrungen darüber, welche Maßnahmen in welchem Kontext wirksam sind.

Zentral für das Monitoring ist ein regelmäßiger Austausch mit unseren Partnerorganisationen, der Besuche vor Ort einschließt. Gemeinsam formulieren wir Kriterien, mit denen wir die geleistete Arbeit beurteilen können und beraten unsere Partner bei der Planung und Implementierung von Maßnahmen.

Auch unsere Kampagnenarbeit überprüfen wir regelmäßig. Für die „Make Fruit Fair“-Kampagne beispielsweise findet ein fortwährender MEL-Prozess auf nationaler und internationaler Ebene statt, um unsere Ergebnisse mit Teams aus anderen EU-Ländern und auch innerhalb des Verbunds zu teilen und voneinander zu lernen. Oxfam Deutschlands Hauptkampagnen werten wir intern regelmäßig kritisch aus. Die entsprechenden Erkenntnisse fließen in die Entwicklung der aktuellen Kampagnen ein.

Evaluationen werden zum einen intern vorgenommen, teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern des Oxfam-Verbunds, zum anderen werden externe Gutachten erstellt. Intern erfahren wir beispielsweise durch eine Auswertung der Resonanz auf unsere Kampagnen, welche Aktionsformen die besten Ergebnisse bringen. Wirkungsanalysen prüfen, wie effektiv unsere Strategien, Partnerschaften und Medienarbeit sind, und zeigen, ob die gewünschten Erfolge nachhaltig erreicht wurden. Der Austausch dieser Erfahrungen mit anderen Oxfam-Organisationen hilft uns, noch effektiver und effizienter zu planen.

Externe Evaluationen von Projekten finden entweder nach Ablauf der ersten Phase oder am Ende eines Projektes statt. Wesentlich ist hierbei, die Perspektiven aller Beteiligten einzubeziehen und Raum für Reflektion und gemeinsames Lernen zu schaffen.

Mehr Informationen zum Thema Evaluationen

Transparenz

Finanzen des Vereins 2012-2016/17

Weil effektive Zusammenarbeit auf Vertrauen fußt, legen wir regelmäßig Rechenschaft ab: Sowohl gegenüber den Menschen, die wir unterstützen, als auch gegenüber denjenigen, die uns unterstützen. Im Austausch mit unseren lokalen Partnerorganisationen ebenso wie innerhalb des internationalen Oxfam-Verbunds und unseren Mitarbeiter/innen gegenüber.

Oxfam Deutschland lässt sich auch extern prüfen. Dies erfolgt jährlich durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfung. Darüber hinaus sind wir Träger des DZI-Spendensiegels. Diese freiwillige, jährliche Prüfung bestätigt die sorgfältige und transparente Verwendung der Spendengelder. Als Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und des Deutschen Spendenrats e.V. sind wir den Grundsätzen dieser Organisationen verpflichtet und legen öffentlich Rechenschaft ab. Wir halten uns an den Verhaltenskodex des entwicklungspolitischen Dachverbands VENRO und an die Charta der Rechenschaftspflichten der internationalen Nichtregierungsorganisationen (INGO-Charta).

Darüber hinaus definiert eine gemeinsame Dokumentationsstruktur (CONSOL*) die Standards, nach denen alle nationalen Oxfams und das Oxfam International-Sekretariat ihre Finanzberichte erstellen. So sind größtmögliche Transparenz über den gesamten Verbund hinweg und eine optimale Rechenschaftslegung gesichert.

Mehr zu unserer Rechenschaftslegung

*Common Oxfam Norms, Standards and Objects in Ledgers

Soziale Verantwortung

Ohne unsere engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen sowie unsere ehrenamtlichen Unterstützer/innen könnten wir unsere Ziele nicht erreichen. Der respektvolle Umgang mit ihnen, die ausdrückliche Wertschätzung eines jeden Beitrags und ein zielführendes Personal-Management, das auch Weiterbildung und Weiterentwicklung im Blick hat, bilden die Erfolgsgrundlage für unsere Arbeit.

Ein marktgerechtes Vergütungssystem plus Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung soll unsere qualifizierten Mitarbeiter/innen langfristig an Oxfam binden und weiteres qualifiziertes Fachpersonal werben. Darüber hinaus bieten wir ein inspirierendes Betriebsklima, flache Hierarchien, Positionen mit Gestaltungsspielraum sowie familienfreundliche, flexible Arbeitszeiten und Regelungen, welche die Kinderbetreuung erleichtern.

In den Führungspositionen von Verein und gGmbH, bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie in den Kontrollorganen von Verein und gGmbH bemühen wir uns um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. In unseren Personalauswahlgremien sind daher stets beide Geschlechter vertreten. Darüber hinaus sind wir bei der Personalgewinnung auch auf die Teilhabe gesellschaftlicher Minderheiten bedacht.

Gehaltsstruktur

GehaltsgruppeEingruppierte StellenBand-UntergrenzeBand-Obergrenze
Bruttogehälter/Jahr in Euro - gültig seit 1. Januar 2014
11Team-Assistenzen26.90432.880
12Assistenzen, Sachbearbeiter/innen29.96436.624
13Hauptsachbearbeiter/innen32.47243.944
14Fachliche Koordinator/innen35.90448.576
15Referent/innen in gGmbH, mittlere Leitungsfunktionen in gGmbH und Verein40.81261.224
16Referent/innen im Verein, mittlere Leitungsfunktionen in Verein45.16867.740
17Bereichsleitungen in gGmbH und Verein53.12471.880
18Bereichsleitungen im Verein61.70475.408

Im Wirtschaftsjahr 2016/17 betrug das Gehalt der Vereins-Geschäftsführerin 91.288 Euro. Die drei höchsten darunterliegenden Jahresgehälter betrugen zusammengerechnet 207.224 Euro. Aus Gründen des Datenschutzes werden diese nicht einzeln aufgelistet.

Effiziente Verwendung der uns anvertrauten Mittel

Woher kam das Geld - Wohin ging das Geld 2016/17?

Durch die enge Kooperation im Verbund können wir besonders kosteneffizient arbeiten. Ein System von internen und externen Mechanismen kontrolliert den wirtschaftlichen und transparenten Einsatz der uns anvertrauten Mittel:

Für Verantwortlichkeiten und Zeichnungsbefugnisse gelten klare Regeln. So unterliegen alle Ausgaben und Zahlungen uneingeschränkt dem Vier-Augen-Prinzip. Richtlinien und Arbeitsanweisungen stellen die Einhaltung der vorgeschriebenen Abläufe sicher.

Dank einer differenzierten Kostenrechnung können wir die Aufwendungen und Erträge den einzelnen Bereichen zuordnen und Auswertungen über den aktuellen Finanzstatus der Organisation und einzelner Vorhaben erstellen.

Der Verein stellt jährlich ein detailliertes Budget für das Folgejahr auf, das vom Vorstand genehmigt und von der Mitgliederversammlung bestätigt werden muss. Die Geschäftsführung berichtet regelmäßig quartalsweise zur finanziellen Situation und inhaltlichen Arbeit an den Vorstand. Der Jahresabschluss des Vereins wird durch eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

Der internationale Verbund verfügt über gemeinsame Finanz- und Personalstandards. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden sogenannten Peer Reviews wird die Einhaltung der Finanzstandards untereinander geprüft.

Ebenso verfügen alle Oxfam-Organisationen über einen einheitlichen Best-Practice-Standard für das Personal-Management. Die sogenannten „Oxfam HR-Standards“ basieren auf dem „Code of Good Practice“, der von der Organisation People in Aid entwickelt wurde. Oxfam Deutschland ist, wie alle anderen Oxfam-Organisationen, seit 2010 assoziiertes Mitglied von People in Aid.

Risiko-Management

Um die Ziele unserer Organisation nicht zu gefährden, müssen wir die mit unseren Aktivitäten verbundenen Risiken bestmöglich managen. Sowohl auf Verbundebene als auch bei Oxfam Deutschland haben wir ein Risikomanagement-System etabliert, das Risiken identifiziert, kategorisiert, bewertet und geeignete Maßnahmen festlegt, ihnen zu begegnen. Die Informationen werden in einem Risikoregister festgehalten, das regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst wird.

Sowohl das deutschlandweite, stetig wachsende Netz an Oxfam Shops als auch innovative Fundraising-Instrumente tragen mit freien Mitteln zuverlässig zu einer stabilen finanziellen Situation Oxfam Deutschlands bei. Den dritten Finanzierungspfeiler bildet das institutionelle Fundraising, das sich um die Bereitstellung von externen Zuwendungen kümmert. Hierbei gehen wir zunehmend länderübergreifend vor, um insgesamt mehr Mittel für die Arbeit von Oxfam zu generieren.

Regelmäßige Reisen in die Projektgebiete sowie ein steter Informationsaustausch mit unseren Partnerorganisationen und innerhalb des Oxfam-Verbunds stellen sicher, dass wir über die Entwicklungen vor Ort stets auf dem Laufenden sind. So können wir Risiken rechtzeitig abschätzen und auf Veränderungen schnell und angemessen reagieren. Dies ist wichtig, da insbesondere in Krisengebieten externe Risiken schwer zu kalkulieren sind. Um auf unerwartete Ereignisse flexibel reagieren zu können, planen wir Budget-Reserven ein.

Verantwortlich handeln

Verhaltenskodex

Der globale "Oxfam Code of Conduct" wurde im Jahr 2012 im internationalen Oxfam-Verbund eingeführt. Im Jahr 2017 wurde der Verhaltenskodex überarbeitet, die neue Version wird im Februar 2018 eingeführt.

Parallel zur Entwicklung des neuen internationalen "Code of Conduct" hat Oxfam Deutschland an der deutschen Version des Verhaltenskodexes gearbeitet und den Oxfam-Deutschland-Verhaltenskodex verbindlich für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Geschäftsführungen und die Aufsichtsgremien eingeführt. Unser Verhaltenskodex bildet die ethische Grundlage für die Ausübung unserer Tätigkeiten im Namen von Oxfam. Der Kodex verdeutlicht Mitarbeiter/innen, Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien, wie sie sich bei möglichen ethischen Dilemmas verhalten können.

Zusammen mit den geltenden Oxfam-Richtlinien, Verfahrens- und Handlungsanweisungen sowie den Bedingungen, die in den Arbeitsverträgen vereinbart sind, bildet unser Kodex somit die Arbeitsgrundlage für alle Mitarbeiter/innen sowie für die Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien. Der Kodex soll sicherstellen, dass der oben beschriebene Personenkreis mögliche ungleiche Machtverhältnisse nicht zu seinen Gunsten ausnutzen kann. Hierzu gibt er Standards und Werte vor, um Schaden von den von uns unterstützten oder anderweitig mit Oxfam in Kontakt stehenden Menschen, Unterstützer/innen sowie der eigenen Person und von Oxfam abzuwenden.

Den Verhaltenskodex von Oxfam Deutschland können Sie hier einsehen.

Korruption verhindern

Die Vermeidung von Korruption ist uns ein wichtiges Anliegen. Unsere Antikorruptions-Richtlinie legt fest, wie Mitarbeiter/innen der Korruption begegnen können, sollte sie auftreten. Für Fälle, in denen Zeug/innen oder Opfer von Korruption diese nicht bei Vorgesetzen, der Geschäftsführung oder dem Betriebsrat melden können oder wollen, steht uns mit Henning Zanthier ein Ombudsmann zur Verfügung. Er ist Ansprechpartner sowohl für externe als auch für interne Hinweise.

Nachhaltige Beschaffung

Nachhaltige Beschaffung bedeutet für uns wirtschaftliche und ökologische Sparsamkeit, Einhaltung anerkannter Sozial- und Umweltstandards, aber auch einen fairen, verantwortungsvollen und transparenter Umgang mit Dienstleistern und Lieferanten sowie Daten und Informationen.

Unsere Beschaffungsrichtlinie regelt die Beschaffungsvorgänge für alle Waren und Dienstleistungen, die Oxfam Deutschland einkauft. Die Richtlinie wird durch einen Leitfaden zur nachhaltigen Beschaffung ergänzt.

Umwelt- und Klimaschutz

Der CO2-Verbrauch von Oxfam Deutschland wird jährlich im Rahmen des Oxfam-weiten Carbon Footprint Reports überprüft. Unser Ziel ist es, unseren ökologischen Fußabdruck weiter nachhaltig zu verringern.

So nutzen wir ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen und bemühen uns, Flugreisen auf ein vertretbares Maß zu reduzieren. Mehr als 90 Prozent unserer Mitarbeiter/innen kommen mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zur Arbeit.

Nicht zuletzt trägt auch das Konzept der Oxfam Shops zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei, da die verkauften Sachspenden im Verwertungskreislauf bleiben.

Ethisches Fundraising

Bei wesentlichen Spenden von Unternehmen überprüfen wir die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen ihre Produkte hergestellt und vertrieben bzw. ihre Dienstleistungen erbracht werden. Wir nehmen solche Spenden nur von Unternehmen an, deren Firmenpolitik sich nicht negativ auf die Situation von Menschen in armen Ländern auswirkt oder unseren Werten in sonstiger Weise entgegensteht.

Auch beim Sammeln von Spenden achten wir stets auf ethisch korrekte Handhabung. 2016/17 haben wir sowohl mit eigenen Mitarbeiter/innen also auch mit der Agentur Activate deutschlandweit Straßenwerbung durchgeführt, um die Öffentlichkeit zu Oxfams Arbeit zu informieren und Förderer zu gewinnen. Die Dialoger/innen wurden teilweise erfolgsabhängig bezahlt.

Sorgfältiger Umgang mit Daten

Um den verantwortungsvollen und transparenten Umgang sowohl mit Spenden als auch mit den persönlichen Daten unserer Spender/innen und Unterstützer/innen sowie der ehrenamtlichen und festangestellten Mitarbeiter/innen zu sichern, wird Oxfam Deutschland von Peter Stahlberg als externem Datenschutzbeauftragten betreut. Er überwacht die Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes, schult unsere Mitarbeiter/innen und berät uns bei allen Aktivitäten, die die Erfassung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten betreffen.

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