• Publikation
  • 20. Januar 2014

Wer bezahlt für Gesundheit?

Der Bericht „Who pays for Health?“ zeigt bei fast allen Industrienationen einen Rückgang beziehungsweise eine Stagnation der Entwicklungsfinanzierung. Mit Ausnahme des Vereinigten Königreiches ziehen sich alle europäischen Regierungen auch zunehmend aus dem Gesundheitsbereich zurück. Die Analyse zeigt auch für Deutschland einen auffallenden Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So stellt Deutschland gerade einmal 0,3 % seines Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Auch im Gesundheitsbereich hinkt Deutschland internationalen Erwartungen hinterher.

Im europäischen Netzwerk Action for Global Health (AFGH) setzt sich Oxfam für die Förderung der globalen Gesundheit ein. Kernstück der Arbeit von AFGH ist die jährliche Analyse der Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich. Aufwändige eigene Recherchen erlauben eine unabhängige Bewertung der tatsächlichen Leistungen. Dies führt zu einem tieferen Verständnis der tatsächlichen Schwerpunkte deutscher Entwicklungszusammenarbeit.

So zeigt der vorliegende Bericht „Who pays for Health?“, dass – gemessen am Anteil am BNE – bei fast allen Industrienationen ein Rückgang beziehungsweise eine Stagnation der Entwicklungsfinanzierung zu verzeichnen ist. Mit Ausnahme des Vereinigten Königreiches ziehen sich alle europäischen Regierungen zunehmend aus dem Gesundheitsbereich zurück. In Zeiten der Krise scheinen menschliche Entwicklung und insbesondere die Förderung von Gesundheit zunehmend aus dem Fokus der Geberländer zu geraten.

Die jetzt vorgelegte detaillierte Analyse zeigt auch für Deutschland einen auffallenden Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So stellt Deutschland gerade einmal 0,3 % seines Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Dies entspricht nicht einmal der Hälfte der bereits 1970 zugesagten 0,7% des BNE. Auch im Gesundheitsbereich hinkt Deutschland internationalen Erwartungen hinterher. Dies zeigt das Beispiel des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Hier haben die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich ihre Beiträge jüngst massiv erhöht. Die deutsche Förderung stagniert seit 2008. Dies ist angesichts der von Deutschland angetriebenen und erfolgreich abgeschlossenen Reform des Fonds schwer erklärbar.