• Publikation
  • 01. Juli 2014

Die Reichen und der Rest

Deutschland ist ein geteiltes Land. Die Grenze allerdings verläuft nicht auf der Landkarte, sondern auf den Kontoauszügen: Es ist die Grenze zwischen den Reichen und dem großen Rest, und sie ist deutlich: Nach aktuellen Oxfam-Zahlen wiegt allein das Vermögen der fünf reichsten Deutschen das der untersten 40 Prozent der Bevölkerung auf, das Vermögen des reichsten Prozents sogar das von 80 Prozent der Deutschen.

Deutschland ist ein geteiltes Land. Die Grenze allerdings verläuft nicht auf der Landkarte, sondern auf den Kontoauszügen.

Es ist die Grenze zwischen den Reichen und dem großen Rest, und sie ist deutlich: Nach aktuellen Oxfam-Zahlen wiegt allein das Vermögen der fünf reichsten Deutschen das der untersten 40 Prozent der Bevölkerung auf, das Vermögen des reichsten Prozents sogar das von 80 Prozent der Deutschen.

Um auf das Vermögen eines der fünf reichsten Deutschen zu kommen, helfen keine Lebensversicherungen und Sparpläne – man müsste fast 60 Jahre lang jeden Monat einen Rekord-Jackpot im Lotto gewinnen. Das Vermögen des reichsten Prozents wäre genug, die deutschen Staatsschulden komplett zu bezahlen, für den Bundeshaushalt 2014 aufzukommen und noch genug Geld übrig zu haben, um ein Jahr lang die gesetzlichen Krankenversicherungen vollständig zu finanzieren.

Diese soziale Ungleichheit ist erschreckend. Sie ist strukturell verknüpft mit der globalen sozialen Ungleichheit, und sie hat ein Maß erreicht, das die wirtschaftliche Entwicklung bedroht und die Grundlagen des sozialen Zusammenhalts untergräbt.

Die Bundesregierung muss auf nationaler und internationaler Ebene gegensteuern. Sie muss:

  • energisch dafür eintreten, die Überwindung sozialer Ungleichheit weltweit als eigenständiges Ziel in der Post-2015-Entwicklungsagenda zu verankern;
  • Initiativen für internationale Abkommen ergreifen, mit denen Steuergerechtigkeit hergestellt wird;
  • das nationale Steuerrecht reformieren und gerechter gestalten.