Flucht und Migration

„Ich war glücklich in meinem Land.“

Peter Okharedia musste vor Angriffen der Boko Haram in Nigeria fliehen. Er berichtet über seine Flucht und sein neues Leben in Arezzo, Italien.

In Kürze

Schutz bieten statt „Festung Europa“ ausbauen

Im Jahr 2015 sind mehr als 1,1 Millionen Menschen nach Europa geflüchtet. Mindestens 3.810 Frauen, Männer und Kinder sind auf dem gefährlichen Weg über Land oder Wasser ums Leben gekommen oder verschollen. Diese Situation ist unhaltbar – Europa darf das massenhafte Sterben und das Leid an seinen unmittelbaren Grenzen nicht länger zulassen.

Sichere Wege für Schutzsuchende

Mehr als 65 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Dies ist die höchste Zahl seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zusätzlich verlassen immer mehr Menschen aus unterschiedlichsten Motiven ihr Zuhause – sei es wegen Hunger und Umweltzerstörung oder in der Hoffnung auf ein Leben in Würde. Regierungen müssen diesen Menschen sichere Fluchtwege ermöglichen, gleich ob diese Krieg oder Armut zu entkommen suchen.

Nothilfe statt Abschottung

Angesichts der dramatischen Szenen im Mittelmeer und an den Grenzen vieler Balkanstaaten müssen die Europäische Union und ihre Mitglieder die humanitäre Hilfe für Menschen in Not massiv verstärken und mehr schutzbedürftige Personen insbesondere aus Bürgerkriegsländern wie Syrien aufnehmen. Politiker/innen müssen auf den Schutz der Menschenrechte statt auf Abschottung setzen. Der vielerorts zunehmenden Fremdenfeindlichkeit muss dringend Einhalt geboten werden.

Oxfam selbst unterstützt geflüchtete Menschen insbesondere in Nachbarländern Syriens, im Südsudan, Äthiopien und Uganda sowie in mehreren europäischen Ländern.

Hintergrund: Oxfams Flüchtlingshilfe und unsere Forderungen an die europäische Politik

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Hintergründe

Oxfams Forderungen an die europäische Politik

Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten müssen angesichts der Not an ihren Grenzen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Sie müssen konkret:

  • stärker die Ursachen von Flucht bekämpfen, indem sie vermehrt gewaltsamen Konflikten vorbeugen, weltweite Armut reduzieren und extreme soziale Ungleichheit beseitigen;
  • die bestehenden Maßnahmen zur Seenotrettung für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer fortsetzen und neue Hilfsmaßnahmen für Menschen in Gang setzen, die versuchen, auf anderen gefährlichen Fluchtwegen wie über den Westbalkan nach Europa zu fliehen;
  • sicherstellen, dass alle Flüchtlinge in den Ländern der EU sichere Aufnahme und faire Behandlung erhalten und dass die Erfüllung aller übrigen Grundrechte sichergestellt ist;
  • gewährleisten, dass in jedem EU-Land Asylanträge zügig und nach einheitlichen Standards bearbeitet werden;
  • ein Verteilungssystem für Flüchtlinge und Asylsuchende auf die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten vereinbaren, das auf gerechter Lastenteilung basiert – dies muss sich sowohl auf Geflüchtete beziehen, die sich bereits in Europa aufhalten, als auch auf besonders schutzbedürftige Menschen, die notdürftige Zuflucht in den Nachbarländern Syriens gefunden haben;
  • dauerhaft legale und sichere Zugangswege für die Einreise und den Aufenthalt von Migrant/innen und Flüchtlingen in der EU schaffen;
  • konsequent gegen Fremdenfeindlichkeit in Europa vorgehen.

Oxfam hat sich der „Plattform wider Abschottung und Fremdenfeindlichkeit“ und der Initiative „Für ein Europa der Menschenrechte“ angeschlossen.

Oxfam hilft Geflüchteten

Oxfam unterstützt geflüchtete Menschen in Ländern, die von der Krise in Syrien und in der Region besonders stark betroffen sind. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt dabei in Jordanien und im Libanon, die gemessen an ihrer Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aufgenommen haben als jedes andere Land. Wir versorgen dort Geflüchtete unter anderem mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Einkommenshilfen. Gleichzeitig unterstützen wir Bürger/innen dieser Länder, die durch Folgen der Syrienkrise in Not geraten sind.

Oxfam hilft darüber hinaus in mehreren europäischen Ländern (derzeit Mazedonien, Serbien, Griechenland und Italien), in denen Geflüchtete nur unzureichend Schutz und Unterstützung erhalten und ist bei der Aufnahme und Integration von Migranten und Flüchtlingen aktiv.

Im Südsudan und in den Nachbarländern Uganda und Äthiopien unterstützen wir südsudanesische Binnenvertriebene und Flüchtlinge unter anderem mit Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und Nahrungsmitteln.